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Deutschland erwacht: „Angriffe auf Israel müssen aufhören“

Zu spät, widersprüchlich – aber dennoch ein wichtiges Signal aus Berlin.

Bundeskanzler Friedrich Merz nach einer Kabinettssitzung bei einem Pressestatement in Berlin, 29. April 2026. Foto: EPA/Clemens Bilan

Es ist ein Satz, der in Jerusalem gehört wird: Angriffe auf Israel müssen aufhören. Ausgerechnet aus Berlin kommt diese Botschaft – zu einem Zeitpunkt, an dem sich Deutschland außenpolitisch in einem offenen Streit mit US-Präsident Donald Trump über die richtige Iran-Strategie befindet.

Wie das israelische Nachrichtenportal Maariv berichtet, hat Bundeskanzler Friedrich Merz diese Position unmissverständlich formuliert. Und doch bleibt die Frage: Warum erst jetzt?

Denn wer die vergangenen Monate verfolgt hat, weiß: Deutschland gehörte nicht zu den Ländern, die Israel konsequent den Rücken gestärkt haben. Im Gegenteil – aus Berlin kamen immer wieder Mahnungen, Kritik, Appelle zur Zurückhaltung. Gerade im Libanon wurde Israel für sein militärisches Vorgehen deutlich gerügt.

Nun also dieser Satz: Angriffe auf Israel dürfen nicht länger hingenommen werden.

Man könnte sagen: endlich. Man könnte aber auch sagen: spät.

Zwischen Kritik und Realität

Die deutsche Politik versucht seit Monaten, zwei Positionen gleichzeitig zu vertreten: Kritik an Israels militärischem Vorgehen – und Solidarität mit seiner Sicherheit. Auf dem Papier mag das ausgewogen wirken. In der Realität des Nahen Ostens wird diese Balance jedoch schnell zur Schwäche.

Denn während in Europa über Verhältnismäßigkeit diskutiert wird, sieht sich Israel einer sehr konkreten Bedrohung gegenüber: Hisbollah im Norden, Hamas im Süden, und dahinter ein Iran, der längst nicht mehr nur ein abstrakter Gegner ist, sondern ein aktiver strategischer Akteur.

Dass Berlin diese Realität nun deutlicher benennt, ist kein Zufall. Die Lage hat sich verändert – und sie ist auch für Europa nicht mehr folgenlos.

Der Druck wächst – auch in Europa

Der Konflikt trifft Deutschland inzwischen auch wirtschaftlich. Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus, stockende Verhandlungen mit dem Iran und steigende Energiepreise zeigen Wirkung.

Plötzlich wird deutlich: Der Krieg im Nahen Osten ist kein fernes Problem mehr.

Bundeskanzler Merz hat das offen ausgesprochen: Dieser Krieg koste Deutschland „sehr viel Geld und Wirtschaftskraft“. Es ist ein bemerkenswert ehrlicher Satz – und zugleich ein Hinweis darauf, was Berlin wirklich antreibt.

Nicht nur Sicherheitspolitik, sondern auch Eigeninteresse.

Streit mit Washington – und ein Signal nach Jerusalem

Parallel dazu verschärft sich der Ton zwischen Berlin und Washington. Merz warf den USA vor, keine klare Iran-Strategie zu haben. US-Präsident Donald Trump reagierte prompt und griff den deutschen Kanzler öffentlich an.

Dieser Streit ist mehr als nur ein diplomatischer Disput. Er zeigt, wie unterschiedlich die Einschätzungen im Westen inzwischen sind.

Und genau in diesem Moment setzt Deutschland ein Signal in Richtung Israel.

Ein Schritt – aber noch kein Kurswechsel

Für Israel ist diese Aussage aus Berlin dennoch von Bedeutung. Nach Monaten, in denen selbst enge Partner vor allem zur Zurückhaltung mahnten, ist jede klare Position gegen Angriffe auf Israel ein wichtiges Zeichen.

Doch man sollte sich nichts vormachen: Ein einzelner Satz ersetzt keine Politik.

Die entscheidende Frage bleibt, ob Deutschland – und mit ihm Europa – bereit ist, aus Worten Konsequenzen zu ziehen. Etwa in Form von stärkerem diplomatischem Druck auf den Iran oder klareren Positionen gegenüber der Hisbollah.

Bis dahin bleibt dieser Moment das, was er ist: ein spätes Erwachen.

Und vielleicht der Anfang einer vorsichtigen Korrektur.

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Patrick Callahan

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6 Kommentare zu “Deutschland erwacht: „Angriffe auf Israel müssen aufhören“”

  1. j-glaesser sagt:

    Wer die Grundlage der BR Deutschland besser verstehen will, erfährt schon viel in den Reportagen von Janet Flanner, Martha Gellhorn und Rebecca West über den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess und über das Denken und den Alltag des deutschen Volkes (1945/1946).
    Nachlesen kann man diese auch in dem neu erschienen Buch: Im Herzen des Weltfeindes – Edition Tiamat (Nachwort und Herausgeber: Klaus Bittermann).
    Von ihm ist auch das interessante und aktuelle Buch: Umkämpfte Geschichte: Einsprüche gegen die Umdeutung des 7. Oktober.

  2. udin sagt:

    Das ist eine Aussage, die ich nur zu gerne glauben würde.

    Bloß, die wievielte wäre das denn inzwischen? Friedrich Merz torkelt hin und her, was an seinen Ansagen zu Israel kann man noch ernst nehmen? Leider ist er ein Opportunist, der mit einem Auge auf die islamische Klientel schielt und mit dem anderen auf seinen antiisraelischen Koalitionspartner SPD, denen er es ebenfalls recht machen will. Auf ihn ist absolut kein Verlass, schon gar nicht in einer Krisensituation.

  3. Luise H. sagt:

    Friedrich Merz ist nicht glaubwürdig, lassen sie ihn reden…nach ein paar Tagen widerspricht ersich selbst.
    Diese Mann, nebst der ganzen ReGIERung, hat keinen Charakter.

  4. Roland Kunz sagt:

    Merz ist ein niedergehender Kanzler einer niedergehenden Koalition in einem niedergehenden Land, der zwischendurch mal etwas Richtiges sagt, vielleicht aus schierem Zufall. Mit seiner Weigerung Israel Waffen zu liefern hat er – Kraft seines Amtes – viel Schaden angerichtet. Notabene während Deutschland auf Arrows 3 aus Israel angewiesen ist. Dieses Doppelspiel ist einfach widerlich. Deutschland ist wieder an dem Punkt, wo nichts mehr Gescheites für die Welt raus kommt, schon gar nicht für die Juden und Israel.

  5. Stephan Wolf sagt:

    Weltweit werden sich jetzt immer mehr Länder und Regierungen offen hinter Israel stellen und der dann oft einsetzende Gegenwind wird niemanden mehr davon abhalten. Die Lage wird sich gänzlich zugunsten des Judenstaates drehen, sowohl in der Öffentlichkeit, der Politik, in den Medien als auch an den Universitäten. Denn die Argumentationen der Terroristen basieren nicht auf Fakten, sondern auf durch Elends-Bilder, die extra so inszeniert werden, erzeugte Unrechtsgefühle und irrationale moralische Empörtheit.

    Die Anhänger dieser Ideologie sind Opfer von geistiger Verblendung und diese Verblendung ist bewusst und gezielt von denen hervorgerufen, für die sie dann eintreten sollen. Denn während sie Opfer der Hamas-Propaganda sind, bilden sie sich ein, für die Terroristen kämpfen zu sollen. Eigentlich eine recht absurde Konstellation und das werden jetzt alle Opfer dieses Irrglaubens erkennen und sich schnell davon kurieren. Denn die Behauptungen und Verleumdungen gegen Israel der Hamas basieren nicht auf Fakten, sondern auf gezielten Lügen, Tatsachenverschleierung und Falschdarstellungen. Es gibt keine realen Rechtsgründe gegen Israel, sondern nur ein diffuses, aber dadurch sehr mächtiges, Unrechtsgefühl. Dieser Irrglaube wird sich schnell in Luft auflösen und alle, die heute noch bei Pro-Palästina-Demos mitlaufen und mitbrüllen, werden dann hinterher davon nichts mehr wissen wollen, denn sie befinden sich dann in offenkundiger Schande, weil sie in der Zeit der großen Täuschung nicht angemessen zu unterscheiden verstanden.

  6. Roland Kunz sagt:

    An Stephan Wolf: Dann sind Sie erwacht und stellten zu Ihrem Leidwesen fest, dass alles nur ein Traum war.
    Friede und Freundschaft mit Israel wird erst von Jesus bei seinem zweiten Kommen geschaffen. Bis dahin werden laut der Bibel Christen und besonders die Juden noch durch schwere Zeiten gehen, siehe z.B. Matthäus 24.

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