(JNS) Was geschieht derzeit im Iran? Um das zu verstehen, sollten wir nicht jedes Detail isoliert betrachten. Wir müssen das Gesamtbild sehen – wie die einzelnen Teile zusammenpassen. Dann wird die Schlussfolgerung zunehmend klar: Die Islamische Republik steht unter massivem Druck, ihre Führung ist gespalten, und die Voraussetzungen für einen Regimewechsel entwickeln sich.
Eine wichtige Analyse wurde diese Woche von Vaughn Cordle veröffentlicht, in einem Artikel mit dem Titel „Das Ende des iranischen Regimes steht bevor“ (The End of Iran’s Regime Is Coming). Cordle gilt zwar nicht als Iran-Experte, doch seine Analyse ist bemerkenswert. Er argumentiert, dass „der Bruch intern ist, der Druck finanziell“, und dass sich das iranische Regime dem Zusammenbruch nähert. Er verweist auf Eingriffe der Revolutionsgarden in Verhandlungen, Probleme bei Gehaltszahlungen, Abwesenheiten in Sicherheitskräften, das Vorgehen Dubais gegen iranische Finanznetzwerke sowie die Unfähigkeit des Regimes, „Kaufkraft zu drucken“.
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Die Funktionäre im iranischen Regime wissen wohl, was ihnen blüht und es wird sich bei ihnen die Ansicht verbreiten, dass nichts Heldenhaftes oder Ehrbares darin liegt, wenn man ein Unterdrückungsregime weiter am Laufen hält, das das Volk lange nicht mehr will.
Es ist keine noble Selbtsaufopferung oder Treue, wenn man den Widerstand gegen die Geschichte partout nicht aufgeben will, sondern es ist ein Akt von Einsicht in die Notwendigkeit, von Tugend und Weisheit, wenn man sich zurückzieht. Man hat sich eben geirrt in dem zu wählenden richtigen Weg und irren ist menschlich.
Dagegen zeugt es von wahrer Größe, wenn man einsichtig handelt und sich dafür entscheidet, keine rohe und willkürliche Gewalt mehr gegen das eigene Volk anzuwenden. Denn rohe und unverhältnismäßige Gewalt ist in allen Religionen und in jedem Fall illegitim und wird niemals belohnt. Die Schriften sind nicht zuletzt herabgesandt um einen solchen Auswuchs von Tyrannei zu verhindern, denn Gewalt ist immer ein Zeichen von geistiger und geistlicher innerer Schwäche. Wahre Größe läge darin, den Weg jetzt für etwas neues frei zu machen.
Die EU sabotiert nach Kräften den Zusammenbruch des Teheraner Henkerregimes. Sie machen nichts, aber auch gar nichts, um diesen zu beschleunigen. Im Gegenteil, verschaffen ihre „diplomatischen Lösungen“ und ihr konkretes Nichtstun dem angeschlagenen Regime dringend notwendige Atempausen.