Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat ihre Empfehlung, Flüge in den Nahen Osten und den Persischen Golf zu vermeiden, erneut verlängert – diesmal mindestens bis zum 1. Mai 2026. Es ist bereits die siebte aufeinanderfolgende Verlängerung der Flugwarnung seit Kriegsbeginn am 28. Februar, und ein Ende der Einschränkungen ist nicht in Sicht.
Waffenstillstand nicht ausreichend – Luftraum bleibt Risikozone
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) aktualisierte am Freitag ihr Konfliktzonen-Informationsbulletin und begründete die Verlängerung mit der anhaltenden Unsicherheit trotz des seit dem 8. April geltenden Waffenstillstands. Dessen Umsetzung sei weiterhin ungewiss und erfordere weitere Beobachtung, um festzustellen, ob er zu einer nachhaltigen Reduzierung der Risiken für die Zivilluftfahrt führe. Der aktive Krieg mache den gesamten betroffenen Luftraum anfällig für Übertragungsrisiken, Fehleridentifikation, Fehlkalkulation und Versagen von Abfangverfahren, so die Behörde.
Neben Israel sind Bahrain, Irak, Iran, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien von der Empfehlung betroffen. Die EASA-Richtlinien gelten verbindlich für alle Airlines, die in den 27 EU-Mitgliedstaaten operieren, wobei einzelne Unternehmen unter bestimmten Umständen eigenständige Entscheidungen treffen können.
US-Fluglinien bleiben bis September aus – Wizz Air bis Mai gesperrt
Die praktischen Auswirkungen für Reisende nach Israel sind erheblich. Der Lufthansa-Konzern mit allen seinen Tochtergesellschaften hat seine Flugpolitik vollständig an die EASA-Empfehlungen angepasst und fliegt Israel weiterhin nicht an. Die drei großen US-amerikanischen Fluglinien Delta, United und American Airlines haben angekündigt, ihren Betrieb nach Tel Aviv frühestens im September wieder aufzunehmen.
Wizz Air, die ungarische Billigfluggesellschaft, die in diesem Jahr bereits mehr als 300.000 Passagiere nach und aus Israel befördert hat, verlängerte ihre Flugsperrung nach Tel Aviv bis mindestens 4. Mai. Die EASA kündigte an, die Lage weiterhin eng zu verfolgen und vor dem 1. Mai eine weitere Lageeinschätzung vorzunehmen. Ob dann eine Lockerung möglich ist, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf der Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie von der Entwicklung der militärischen Lage in der Region ab.




