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Katz kündigt Nahal-Siedlungen im Norden des Gazastreifens an

Verteidigungsminister spricht von „Korrektur einer Ungerechtigkeit“ – Ministerpräsident Netanjahu hält Distanz zur Wiederbesiedlung Gazas.

Gazastreifen
Verteidigungsminister Israel Katz bei der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zum Wohnungsbau im Rathaus von Jerusalem, 15. Dezember 2025. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat erstmals öffentlich die Möglichkeit einer erneuten jüdischen Präsenz im Norden des Gazastreifens angedeutet. Bei einer Veranstaltung in Beit El erklärte Katz am Dienstag, die Regierung plane, zu gegebener Zeit sogenannte Nahal-„Kerne“ im nördlichen Gazastreifen zu errichten.

„Wir werden Nahal-Kerne im Norden des Gazastreifens errichten, wenn die Zeit gekommen ist – zum passenden Zeitpunkt“, sagte der Verteidigungsminister. Er bezog sich dabei ausdrücklich auf jene vier jüdischen Gemeinden im Norden Gazas, die im Zuge des israelischen Rückzugs aus dem Jahr 2005 evakuiert worden waren. Diese Entscheidung habe eine „Ungerechtigkeit“ dargestellt, die es zu korrigieren gelte. Dabei, so Katz, werde eng mit der israelischen Armee zusammengearbeitet, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Äußerungen fielen am Rande einer Unterzeichnungszeremonie zur Räumung der Binyamin-Brigade und zum Bau von 1.200 neuen Wohneinheiten in Beit El in Judäa und Samaria. Der Kontext der Veranstaltung unterstreicht den politischen Charakter der Aussage und ihre Einbettung in die aktuelle sicherheits- und siedlungspolitische Debatte.

Ob Katz’ Vorstoß tatsächlich einen Kurswechsel der Regierung markiert, bleibt jedoch offen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine jüdische Wiederbesiedlung des Gazastreifens nach dem Krieg ausdrücklich ausgeschlossen. In einem Interview mit dem US-Sender CNN erklärte Netanjahu im Mai 2024, eine Rückkehr zu israelischen Siedlungen in Gaza habe „nie zur Debatte gestanden“. Zugleich betonte er, Israel werde nach der Zerschlagung der Hamas für die Sicherheit im Gazastreifen verantwortlich bleiben, lehne jedoch eine zivile oder dauerhafte israelische Präsenz dort ab.

Vor diesem Hintergrund bleibt unklar, ob es sich bei den Aussagen des Verteidigungsministers um eine persönliche Positionsbestimmung, ein politisches Signal an das eigene Lager oder um die Vorbereitung möglicher zukünftiger Schritte handelt. Fest steht jedoch: Die Diskussion über die Zukunft Gazas, über Sicherheit und über eine mögliche israelische Präsenz jenseits rein militärischer Kontrolle gewinnt erneut an Dynamik – mit erheblichem innen- wie außenpolitischem Konfliktpotenzial.

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Patrick Callahan

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