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Herzog und Papst Leo XIV. beraten nach Anschlag in Sydney über Antisemitismus

Nach dem tödlichen Angriff auf Juden am Bondi Beach sprechen Israels Präsident und das Oberhaupt der katholischen Kirche über Judenhass, interreligiöse Beziehungen und aktuelle Herausforderungen.

Der israelische Präsident Isaac Herzog trifft sich am 4. September 2025 im Vatikan mit Papst Leo XIV. Bildquelle: Vatican Media.

Nach dem Terroranschlag auf Juden im australischen Sydney hat Israels Präsident Isaac Herzog mit Papst Leo XIV. über den weltweiten Anstieg antisemitischer Gewalt gesprochen. Das Telefongespräch fand am Mittwoch statt und stand im Zusammenhang mit der jüngsten Gewalttat sowie den bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen.

Bei dem Angriff am beliebten Bondi Beach wurden nach offiziellen Angaben 15 Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. Australische Sicherheitsbehörden stuften die Tat als terroristischen Anschlag ein, der sich gezielt gegen Juden richtete. Der Vorfall gilt als eine der schwersten antisemitischen Gewalttaten in der jüngeren Geschichte Australiens.

Präsident Herzog erklärte im Anschluss an das Gespräch, er habe die „dringende Notwendigkeit betont, alle Formen von Antisemitismus entschieden zu bekämpfen“. Judenhass stelle in vielen Ländern eine wachsende Bedrohung für jüdische Gemeinschaften dar und sei längst kein Randphänomen mehr.

Papst Leo XIV. hatte bereits kurz nach dem Anschlag öffentlich reagiert. In einem Beitrag im sozialen Netzwerk X rief er zu Gebeten für die Opfer auf und erklärte, die Getöteten und Verletzten sollten „dem Herrn anvertraut“ werden. Der Vatikan verurteilte die Tat und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Im Gespräch mit dem Papst unterstrich Herzog zudem die Bedeutung der Beziehungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl. Er übermittelte dem Pontifex sowie den christlichen Gemeinschaften weltweit Weihnachtsgrüße und verwies auf Israels Engagement für religiöse Vielfalt und den interreligiösen Dialog.


Ein Ausdruck dieser Beziehungen ist das jährliche Treffen christlicher Kirchenführer in der Präsidentenresidenz in Jerusalem. Auch in diesem Jahr werden Vertreter verschiedener christlicher Konfessionen in den kommenden Wochen zu einer festlichen Zusammenkunft erwartet. Herzog erklärte, er sei stolz auf die christlichen Gemeinschaften in Israel, die einen festen Bestandteil der israelischen Gesellschaft bilden.

Der Anschlag in Sydney reiht sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle ein, die seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 weltweit deutlich zugenommen haben. Jüdische Organisationen und staatliche Stellen berichten in zahlreichen Ländern von einem Anstieg antisemitischer Straftaten, darunter Angriffe auf Synagogen, jüdische Schulen und Einzelpersonen.

Auch internationale Organisationen haben vor dieser Entwicklung gewarnt. Dazu zählen die Vereinten Nationen, die Europäische Union sowie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die Antisemitismus als Bedrohung für demokratische Gesellschaften und die innere Sicherheit ihrer Mitgliedstaaten bezeichnet.

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Patrick Callahan

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