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Israel warnt Hamas: Entwaffnung oder Konsequenzen

Außenminister Gideon Sa’ar setzt auf Diplomatie – doch Jerusalem macht klar, dass die militärische Option auf dem Tisch bleibt.

Außenminister Gideon Sa'ar bei einer Sitzung des Verteidigungs- und Außenausschusses im Knesset, dem israelischen Parlament in Jerusalem, am 2. Dezember 2025. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Israel will den Gazastreifen dauerhaft entmilitarisieren – notfalls auch mit Gewalt. Das machte Außenminister Gideon Sa’ar in einem Interview mit dem saudischen Sender Al Arabiya English unmissverständlich deutlich. Sollte die Hamas sich weigern, im Rahmen des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans ihre Waffen niederzulegen, werde Israel „sich mit dem Problem befassen müssen“.

Sa’ar betonte, dass Israel eine diplomatische Lösung klar bevorzuge. Der Trump-Plan sehe ausdrücklich die Entwaffnung der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad vor – ein Punkt, dem sowohl Israel als auch die Hamas-Führung auf deklaratorischer Ebene zugestimmt hätten. Doch die Realität sehe anders aus. Führende Hamas-Vertreter erklärten öffentlich, dass sie nicht die Absicht hätten, ihre Waffen abzugeben.

„Die zentrale Frage ist, wie der Gazastreifen keine Bedrohung mehr für den Staat Israel darstellt“, sagte Sa’ar. Genau daran knüpfe die zweite Phase des amerikanischen Plans an: Entmilitarisierung, Entradikalisierung und vollständige Entwaffnung der Terrororganisationen. Das sei der Kern des Problems – und zugleich die Voraussetzung für jede langfristige Stabilisierung.

Israel habe die diplomatische Schiene zur Priorität erklärt und unterstütze internationale Bemühungen, so Sa’ar weiter. Doch am Ende bleibe eine nüchterne Realität: „Wir sind die Nachbarn des Gazastreifens.“ Sollte die Bedrohung fortbestehen, könne Israel sie nicht ignorieren. Diese Haltung wird auch von sicherheitspolitischen Kreisen in Jerusalem geteilt, die seit Jahren darauf hinweisen, dass Waffenstillstände ohne Entwaffnung lediglich Atempause für die nächste Eskalation seien.

Über Gaza hinaus sprach Sa’ar auch die Lage an Israels Nordgrenzen an. In Syrien habe das neue Regime in Damaskus seine Positionen zuletzt „verhärtet“, was Fortschritte bei einem möglichen Sicherheitsabkommen verzögere. Israel sei grundsätzlich an einem solchen Abkommen interessiert – perspektivisch sogar an Frieden und Normalisierung. Doch die Realität vor Ort bereite große Sorgen: In Syrien operierten zahlreiche Milizen, einige davon extremistisch, die in den vergangenen Monaten Massaker an Alawiten und Drusen verübt hätten. Für Israel stehe daher die Sicherheit der eigenen Grenze an erster Stelle.

Auch der Libanon bleibe ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Die Hisbollah untergrabe die staatliche Souveränität, indem sie sich weigere, der Entscheidung der libanesischen Regierung zur Entwaffnung zu folgen. Sa’ar machte deutlich, dass eine Entwaffnung der schiitischen Miliz nicht nur Israels Sicherheit stärken, sondern auch dem Libanon selbst helfen würde, sich von ausländischem Einfluss zu befreien – ein klarer Verweis auf den Iran, der die Hisbollah seit Jahren militärisch und finanziell unterstützt.

Zum Abschluss wurde der Außenminister auf das Schicksal des letzten noch in Gaza befindlichen getöteten israelischen Geiselsoldaten angesprochen, des Polizeibeamten Ran Gvili. Sa’ar gab keine Details preis, betonte jedoch, dass die Hamas – so wie sie andere Leichen geborgen habe – auch die sterblichen Überreste von Hauptfeldwebel Gvili finden und übergeben könne.

Die Botschaft aus Jerusalem ist damit eindeutig: Israel setzt weiterhin auf Diplomatie, doch Geduld ist keine Strategie. Ohne Entwaffnung der Hamas wird es keine dauerhafte Ruhe geben – weder für Israel noch für Gaza.

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Israel warnt Hamas: Entwaffnung oder Konsequenzen”

  1. Stephan Wolf sagt:

    Man kann dieses Problem, das mit seinen vielen Ablegern eine gemeinsame Ursache hat, nämlich das iranische Regime, nur an der Wurzel packen. Solange die Ableger wie Hisbollah oder Hamas unterstützende Signale aus dem Iran bekommen, werden sie mit ihrem Terrorkurs weiter machen.

    Erst wenn der Iran eine neue Regierung hat, die die fehlgschlagene Revolution beendet, wird an allen Fronten Frieden kommen. Und es sieht danach aus, dass es bald so kommen wird, denn die Iraner werden die Gunst der Stunde nutzen und das verhasste Regime stürzen.

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