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Ehemalige Geisel spielt „Hatikva“ bei Jüdischen Kulturtagen in Berlin

Die 21-jährige Agam Berger tritt erstmals seit ihrer Freilassung in Deutschland auf.

Der freigelassene israelische Geisel Agam Berger spielt bei einer Kundgebung auf dem Geiselplatz in Tel Aviv, 5. Oktober 2025. Foto: Dor Pazuelo/Flash90

Die Berliner Jüdischen Kulturtage hatten in diesem Jahr einen besonders bewegenden Moment: Agam Berger, eine ehemalige israelische Geisel, spielte am Freitag die israelische Nationalhymne „Hatikva“ auf der Violine. Der Auftritt fand im Rahmen der 38. Jüdischen Kulturtage in der deutschen Hauptstadt statt.

Die 21-jährige Berger, Feldbeobachterin der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, war am 7. Oktober 2023 aus dem Stützpunkt Nahal Oz entführt worden. Insgesamt verbrachte sie 482 Tage in der Gefangenschaft der Hamas, bevor sie im Januar im Rahmen eines Waffenstillstandsabkommens freikam.

Während der Veranstaltung in Berlin stand sie erstmals seit ihrer Freilassung auf einer deutschen Bühne. Die Organisatoren beschrieben ihren Auftritt als „stillen Moment der Hoffnung und der Verbundenheit“, der im mit mehreren hundert Gästen gefüllten Saal lange nachwirkte.


Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte Berger beim „March of the Living“ in Polen musikalische Stücke aus dem Film Schindlers Liste aufgeführt – auf einer rund 130 Jahre alten Violine, die den Holocaust überstanden hatte. Der Auftritt in Berlin knüpfte daran an und wurde von einem ausführlichen Gespräch begleitet, in dem Berger über ihren Glauben, ihre Resilienz und die Monate der Ungewissheit berichtete.

Sie war gemeinsam mit mehreren jungen Soldatinnen am 7. Oktober aus Nahal Oz verschleppt worden. Seit ihrer Freilassung spricht Berger offen darüber, wie sie während ihrer fast 500 Tage in Gefangenschaft Kraft schöpfte und welche Bedeutung Musik für ihr Durchhalten hatte.

Agam Berger, Liri Albag, Naama Levy, Karina Ariev und Daniella Gilboa, fünf freigelassene israelische Soldatinnen, die in Gaza als Geiseln gehalten wurden, winken den Zuschauern bei einem Konzert zu Ehren ihrer Rückkehr im Beilinson-Schneider Medical Center in Petah Tikva, Israel, am 4. Februar 2025 zu. Foto: EPA/ABIR SULTAN.

Die Jüdischen Kulturtage in Berlin, eine der größten jährlichen jüdischen Kulturveranstaltungen in Deutschland, widmeten ihr diesjähriges Programm verstärkt Themen wie Erinnerung, Identität und dem Wiederaufbau jüdischen Lebens nach den Ereignissen des 7. Oktober.

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Patrick Callahan

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