Die angespannte Ruhe im Gazastreifen steht erneut vor dem Zusammenbruch. Am Sonntag haben Hamas-Terroristen nach israelischen Angaben mehrere Angriffe auf Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) im Süden des Gazastreifens verübt – jenseits der sogenannten „Gelben Linie“, jener Grenze, hinter die sich die Armee im Rahmen des von den USA vermittelten Trump-Friedensplans zurückgezogen hatte.
Nach Berichten der israelischen Armee feuerten Terroristen unter anderem eine Panzerabwehrrakete auf ein IDF-Pionierfahrzeug im Raum Rafah ab. Die israelische Luftwaffe reagierte daraufhin mit drei gezielten Luftangriffen auf terroristische Stellungen.
⭕️ Earlier today, terrorists fired an anti-tank missile and gunfire toward IDF troops operating to dismantle terrorist infrastructure in the Rafah area, in southern Gaza, in accordance with the ceasefire agreement.
In response, the IDF has begun striking in the area to eliminate…
— Israel Defense Forces (@IDF) October 19, 2025
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz wurden während der wöchentlichen Kabinettssitzung informiert und beriefen anschließend eine Lagebesprechung mit der Armeeführung ein.
Der innenpolitische Druck wächst: Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (Otzma Jehudit) forderte ein sofortiges Ende der Waffenruhe. „Dieser gefährliche Irrglaube, Hamas werde sich ändern oder zumindest das Abkommen einhalten, zeigt sich als tödliche Illusion. Diese Nazi-Terrororganisation muss vollständig vernichtet werden – je früher, desto besser.“
Auch Finanzminister Bezalel Smotrich (Religiöser Zionismus) reagierte knapp – und schrieb nur ein einziges Wort auf X: „Krieg.“
מלחמה!
— בצלאל סמוטריץ‘ (@bezalelsm) October 19, 2025
Jerusalems Linie bleibt unverändert
Verteidigungsminister Katz machte bereits zuvor deutlich, dass Israels sicherheitspolitische Ziele unverändert bleiben:
- Die Rückholung aller Geiseln – Lebender wie Toter –,
- die vollständige Entwaffnung der Hamas,
- die Zerstörung ihrer Tunnel- und Waffenproduktionsanlagen,
- die militärische Kontrolle entlang der Gelben Linie über mehr als die Hälfte des Gazastreifens sowie das Recht, jede Annäherung an israelische Soldaten mit Feuer zu beantworten.
Zum von den USA vermittelten Abkommen gehört auch die Rückgabe aller 28 Leichname israelischer Geiseln bis zum 13. Oktober. Hamas hat jedoch erst 12 übergeben und weigert sich weiterhin, ihre Waffen niederzulegen oder ihre Macht in Gaza abzugeben – ein klarer Bruch des 20-Punkte-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump.
Bereits im August hatte Netanjahu betont: Die Ziele des Krieges bleiben die Rückkehr der Geiseln, die Zerschlagung der militärischen und politischen Strukturen der Hamas und die Garantie, dass Gaza nie wieder eine Bedrohung Israels darstellen kann.
Tunnelangriffe im Süden – IDF reagiert
Schon am Freitag hatten israelische Soldaten mehrere Terroristen getötet, die aus einem Tunnelschacht im Raum Khan Yunis aufgetaucht waren und sich den Truppen näherten. Sie stellten, so die Armee, eine „unmittelbare Bedrohung“ dar und wurden gemäß den Bestimmungen des Waffenstillstands „eliminiert“.
Auch nahe Rafah eröffneten Terroristen aus einem weiteren Tunnel das Feuer auf israelische Soldaten – verletzt wurde niemand. Die IDF erklärte: „Unsere Kräfte sind entlang der Vereinbarung positioniert und werden weiterhin handeln, um unmittelbare Bedrohungen zu beseitigen.“




