Zwei israelische Botschaftsmitarbeiter – ein Mann und eine Frau – wurden am Mittwochabend in der Innenstadt von Washington D.C. erschossen, als sie eine Veranstaltung im Capital Jewish Museum verließen. Laut Polizei und Medienberichten handelte es sich um einen gezielten Angriff. Das Paar war verlobt und plante in Kürze zu heiraten. Die beiden wurden aus nächster Nähe erschossen.
🚨 Scenes from outside the Jewish Museum in Washington, D.C. where two Israeli embassy staff members were been brutally murdered in an antisemitic shooting attack. According to reports, the suspected shooter shouted “Free Palestine” during his arrest.
May the memories of the… pic.twitter.com/XboDRdMAEJ— StandWithUs (@StandWithUs) May 22, 2025
Der Anschlag ereignete sich gegen 21:05 Uhr Ortszeit an der Ecke 3rd Street und F Street NW – in unmittelbarer Nähe zahlreicher Touristenattraktionen, Regierungsgebäude und des FBI-Büros. Zahlreiche Mitarbeitende der israelischen Botschaft nahmen an der Veranstaltung teil, die vom American Jewish Committee (AJC) organisiert wurde. Der israelische Botschafter war laut US-Medien nicht vor Ort. Auch der Campus der Georgetown University wurde zeitweise abgeriegelt.
Die beiden Opfer des Terroranschlags in Washington wurden inzwischen identifiziert: Es handelt sich um Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim – ein Paar, das kurz vor der Verlobung stand. Der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, bestätigte, dass Lischinsky kürzlich einen Verlobungsring gekauft hatte und plante, Sarah in der kommenden Woche in Jerusalem einen Antrag zu machen.
Lischinskys letzter Beitrag in den sozialen Netzwerken war ein geteiltes Statement, das die Behauptung der Vereinten Nationen, 14.000 Babys im Gazastreifen stünden kurz vor dem Hungertod, als modernen Blutvorwurf verurteilte.
„Yaron und Sarah waren unsere Freunde und Kollegen. Sie standen mitten im Leben. Heute Abend hat ein Terrorist sie erschossen, als sie eine Veranstaltung im Capital Jewish Museum in Washington verließen“, schrieb die israelische Botschaft in Washington auf X.
„Die gesamte Belegschaft der Botschaft ist erschüttert und tieftraurig über diesen Mord. Es gibt keine Worte, die unser Entsetzen und unseren Schmerz über diesen tragischen Verlust beschreiben könnten. Unsere Herzen sind bei ihren Familien, und wir werden ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen“, hieß es weiter.
Yaron and Sarah were our friends and colleagues. They were in the prime of their lives.
This evening, a terrorist shot and killed them as they exited an event at the Capital Jewish Museum in DC.
The entire embassy staff is heartbroken and devastated by their murder. No words… pic.twitter.com/2HytKDp8Fr
— Embassy of Israel to the USA (@IsraelinUSA) May 22, 2025
Die Polizei leitete unmittelbar nach der Tat eine Großfahndung ein. Der Täter soll laut Zeugenaussagen ein Mann mit Ziegenbart gewesen sein, bekleidet mit Jeans und einer blauen Jacke. Zeugen berichteten, der Täter habe „Free Palestine“ gerufen, bevor er das Feuer eröffnete.
Der Vorfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des FBI-Büros und der US-Staatsanwaltschaft. Die Joint Terrorism Task Force des FBI hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Verdächtige wurde später als der 30-jährige Elias Rodriguez aus Chicago identifiziert. Er konnte von Sicherheitskräften verhaftet werden.
🔴 Caught on camera during arrest, terrorist suspect Elias Rodriguez chants ‚free, free Palestine‘ as he is apprehended
The victims, a man and a woman, had exited an event at the Capital Jewish Museum when Rodriguez murdered them pic.twitter.com/lcxKwoKE1C
— i24NEWS English (@i24NEWS_EN) May 22, 2025
Tal Naim Cohen, Sprecher der Botschaft, bestätigte, dass zwei Mitarbeitende „aus nächster Nähe“ erschossen wurden. Er erklärte:
„Wir haben volles Vertrauen in die lokalen und föderalen Strafverfolgungsbehörden, dass sie den Schützen aufgreifen und Israels Repräsentanten sowie die jüdischen Gemeinden in den USA schützen werden.“
Reaktionen aus Israel und den USA
Israels UN-Botschafter Danny Danon verurteilte den Angriff als „verabscheuungswürdigen antisemitischen Terrorakt“ und erklärte auf X:
„Ein Angriff auf Diplomaten und auf die jüdische Gemeinschaft überschreitet eine rote Linie. Wir vertrauen darauf, dass die US-Behörden entschieden gegen die Verantwortlichen dieses Verbrechens vorgehen werden. Israel wird weiterhin entschlossen handeln, um seine Bürger und Vertreter überall auf der Welt zu schützen.“
The fatal shooting that took place outside the event that took place at the Jewish Museum in Washington, D.C. is a depraved act of anti-Semitic terrorism. Harming the Jewish community is crossing a red line. We are confident that the US authorities will take strong action against… pic.twitter.com/mVyXHjGyxU
— Danny Danon 🇮🇱 דני דנון (@dannydanon) May 22, 2025
Israels Außenminister Gideon Sa’ar schrieb:
„Entsetzt über den Terroranschlag heute Morgen, bei dem zwei unserer Botschaftsmitarbeiter in Washington D.C. ermordet wurden. Israels Vertreter weltweit sind ständig einer erhöhten Bedrohung ausgesetzt – besonders in diesen Zeiten. Wir stehen in engem Kontakt mit den US-Behörden. Israel wird sich dem Terror nicht beugen.“
Auch Israels Staatspräsident Isaac Herzog äußerte sich erschüttert:
„Ich bin erschüttert über die Szenen in Washington. Dies ist ein abscheulicher Akt des Hasses, des Antisemitismus, der das Leben zweier junger israelischer Botschaftsmitarbeiter gefordert hat. Unsere Herzen sind bei den Angehörigen der Ermordeten und unsere Gebete bei den Verletzten. Ich sende meine volle Unterstützung an den Botschafter und das gesamte Botschaftsteam. Wir stehen an der Seite der jüdischen Gemeinde in Washington und in ganz Amerika.“
Herzog betonte weiter:
„Amerika und Israel stehen vereint im Schutz unserer Menschen und unserer gemeinsamen Werte. Terror und Hass werden uns nicht brechen.“
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem bestätigte die Todesfälle und schrieb:
„Zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft wurden heute Abend sinnlos in der Nähe des jüdischen Museums in Washington D.C. getötet. Bitte beten Sie für die Familien der Opfer. Wir werden diesen niederträchtigen Täter zur Rechenschaft ziehen.“
Two Israeli Embassy staff were senselessly killed tonight near the Jewish Museum in Washington DC. We are actively investigating and working to get more information to share. Please pray for the families of the victims.
We will bring this depraved perpetrator to justice.
— Secretary Kristi Noem (@Sec_Noem) May 22, 2025
FBI-Direktor Kash Patel erklärte, er sei über die Ereignisse unterrichtet worden und arbeite mit der Metropolitan Police zusammen.
„Bitte beten Sie für die Opfer und ihre Familien“, schrieb auch er auf X.
Auch US-Botschafter in Israel Mike Huckabee sprach von einem „entsetzlichen Terrorakt“.
Horrific act of terror that the people of Israel are waking up to this morning. AG Pam Bondi called to let me know and was at the scene. 2 dead in shooting targeting Israeli embassy staffers outside Jewish Museum in Washington D.C. https://t.co/4sdFcgJ4T1
— Ambassador Mike Huckabee (@GovMikeHuckabee) May 22, 2025
Sicherheitslage in jüdischen Einrichtungen
Bereits im Vorfeld hatte Beatrice Gurwitz, Direktorin des Capital Jewish Museum, auf wachsende Sicherheitsbedenken hingewiesen – insbesondere im Zusammenhang mit antisemitischen Vorfällen und einer neuen Ausstellung über LGBT-Themen. Das Museum hatte kürzlich eine Sicherheitsförderung erhalten. „Wir wollen sicherstellen, dass unser Raum für alle Gäste zugleich offen und sicher bleibt“, sagte sie in einem NBC-Interview vor dem Anschlag.
Ted Deutch, CEO des AJC, sagte nach der Tat:
„Wir sind zutiefst erschüttert, dass ein unaussprechlicher Gewaltakt vor dem Veranstaltungsort stattfand. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“
Die israelische Regierung betonte, dass sie weiterhin alles tun werde, um ihre Bürger und Vertreter weltweit zu schützen. Die Ermittlungen dauern an.




