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Weltunion der islamischen Gelehrten rufen zum Dschihad auf

Islamische Gelehrtenvereinigung veröffentlicht Fatwa zum bewaffneten Kampf gegen Israel – trotz langjährigem Dialog mit christlichen Organisationen.

Dschihad
Hamas und Dschihad Terroristen im Gazastreifen. Foto: Abed Rahim Khaatib/Flash90

Die „Weltunion der islamischen Gelehrten“ hat ein Rechtsgutachten (Fatwa) erlassen, das Muslime zum bewaffneten Dschihad gegen Israel aufruft. In der Fatwa, die von der in Katar ansässigen und von der katarischen Regierung finanzierten Organisation veröffentlicht wurde, heißt es, dass jeder taugliche Muslim zur Pflicht des Dschihad gegen Israel verpflichtet sei und dass alle islamischen Staaten dies unterstützen müssten. Ein bewaffneter Dschihad gegen Israel bedeutet schlichtweg militärische oder terroristische Aktionen gegen den Staat Israel, die im Namen des Islam als religiöse Pflicht oder als heiliger Kampf interpretiert werden. Dieselbe „Internationale Union muslimischer Gelehrter“ führt seit Jahren einen interreligiösen Dialog mit verschiedenen christlichen Organisationen, religiösen Führern und Institutionen, die sich für den Dialog der Religionen sowie die Förderung von Frieden und gegenseitigem Verständnis einsetzen. Eine Art Weltreligionsbrei, der niemals schmeckt. Diese christlichen Organisationen und Vertreter haben sicherlich gewusst, dass Yusuf al-Qaradawi die palästinensischen Selbstmordattentate gegen Juden genehmigte. Oder etwa nicht?

 

Archivbild: Youssef al-Qaradawi im Jahr 2013. Foto: EPA-EFE/ALI ALI

Das „Komitee für Idschtihad und Fatwa“ der Weltunion der islamischen Gelehrten veröffentlichte nun ein neues Rechtsgutachten zum Krieg im Gazastreifen. Darin werden Muslime aufgerufen, den bewaffneten Dschihad gegen Israel anzunehmen. Die Weltunion der islamischen Gelehrten ist eine sunnitische Organisation mit Verbindungen zur radikalen Muslimbruderschaft und hat ihren Sitz in Katar. Laut einer Analyse des Middle East Media Research Institute (MEMRI) wird sie von der katarischen Regierung finanziert.

Die neue Fatwa umfasst zehn Punkte:

  1. Die Pflicht zum bewaffneten Dschihad gegen die Besatzung Palästinas für jeden tauglichen Muslim in der islamischen Welt.
  2. Die Pflicht zur sofortigen militärischen Intervention der arabischen und islamischen Staaten.
  3. Die Verpflichtung zur vollständigen Blockade des zionistischen Feindes zu Land, zu Wasser und in der Luft, einschließlich der Meereswege, Meerengen und des gesamten Luftraums der arabischen und islamischen Staaten.
  4. Militärische, wirtschaftliche, politische und rechtliche Unterstützung für den Widerstand ist eine religiöse Pflicht.
  5. Die Bildung einer islamischen Militärallianz zum Schutz der Umma und zur Abschreckung von Angreifern ist eine dringende religiöse Verpflichtung.
  6. Verbot der Normalisierung mit dem zionistischen Feind.
  7. Verbot der Lieferung von Öl und Gas an die zionistische Entität.
  8. Neubewertung der Friedensabkommen, die einige arabische Staaten mit der Besatzungsmacht abgeschlossen haben.
  9. Verpflichtung zum finanziellen Dschihad zur Unterstützung der Brüder im Gazastreifen und zur beschleunigten Öffnung der Grenzübergänge.
  10. Aufruf an die muslimischen Gemeinschaften in den USA, Druck auf Trump und seine Regierung auszuüben, um seine Wahlversprechen zur Beendigung der Aggression und zur Herstellung des Friedens zu erfüllen.

Die Weltunion der islamischen Gelehrten (International Union of Muslim Scholars, IUMS) ist eine islamische Organisation, die 2004 in Katar gegründet wurde. Sie ist eine der prominentesten religiösen Institutionen mit Bezug zur Muslimbruderschaft, einer islamistischen Bewegung mit Einfluss in vielen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Übrigens: Die Muslimbruderschaft ist der geistliche Mentor der palästinensischen Terrororganisation Hamas.

Die Weltunion der islamischen Gelehrten wurde von Yusuf al-Qaradawi, einem katarischen Geistlichen ägyptischer Herkunft, gegründet und geleitet. Qaradawi galt als einer der einflussreichsten sunnitischen Gelehrten der modernen Zeit und war bekannt für seine Unterstützung der Muslimbruderschaft sowie seine islamistischen Positionen. Nach seinem Tod im Jahr 2022 übernahm Ahmad al-Raysuni die Führung. 1954 musste Yusuf al-Qaradawi aus Ägypten fliehen, nachdem die ägyptische Regierung unter Gamal Abdel Nasser massiv gegen die radikale Muslimbruderschaft vorging.

Ahmad al-Raysuni, seit 2022 neuer Chef der IUMS. Foto: Zuhairali, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Es war Yusuf al-Qaradawi, der die palästinensischen Selbstmordattentate – genannt „Märtyreroperationen“ – gegen israelische Ziele als legitim erklärte. Er argumentierte, dass palästinensische Attentäter keine „Selbstmörder“, sondern Märtyrer („Schahids“) seien, da sie im Kampf für die Befreiung Palästinas sterben würden. Besonders während der Zweiten Intifada (2000–2005) unterstützte er diese Anschläge ausdrücklich. Dabei genehmigte er auch Anschläge auf israelische Zivilisten, indem er behauptete, dass in Israel aufgrund der Wehrpflicht „alle Israelis potenzielle Soldaten“ seien.

Wiederholt spielt Katar ein doppeltes Spiel. Es vermarktet sich als lieber Vermittler zwischen Israel und Hamas, während es gleichzeitig die Weltunion der islamischen Gelehrten finanziert, die alle Muslime dazu aufruft, Israel zu stürmen. Dagegen haben Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain die Weltunion der islamischen Gelehrten im Jahr 2017 als Terrororganisation eingestuft. Sie betrachten sie als Sprachrohr der Muslimbruderschaft, die sie als Bedrohung für ihre Regime ansehen.

Die Weltunion der islamischen Gelehrten ist eine ideologisch einflussreiche Organisation – vor allem unter Islamisten und der sunnitischen Muslimbruderschaft. Sie ist jedoch keine echte politische oder militärische Macht und hat außerhalb Katars nur begrenzten direkten Einfluss. Auch wenn die Fatwas der Weltunion der islamischen Gelehrten keinen bindenden rechtlichen Status haben, so signalisiert die islamische Weltunion doch klar ihr Ziel – die Vernichtung Israels. Und ausgerechnet jetzt, in einer Zeit, in der der gesamte Nahe Osten ohnehin aufgewühlt ist, erlässt die Weltunion islamischer Gelehrter ein „theologisches Todesurteil“, Juden zu töten.

Der Vatikan und der Papst pflegen regelmäßige Kontakte mit islamischen Gelehrten und sind offen für den interreligiösen Dialog. Die IUMS hat sich auch mit Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) getroffen, um Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und interreligiöse Zusammenarbeit zu besprechen. Ein solches Treffen fand 2011 in Genf (Schweiz) statt. Dies war Teil eines fortlaufenden Dialogs, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und den politischen Spannungen im Nahen Osten verstärkt wurde. Ein weiteres Treffen fand 2015 in Jordanien statt. 2018 nahmen die IUMS und der ÖRK an einer gemeinsamen Konferenz in Istanbul (Türkei) teil. Dort ging es um den Dialog zwischen den Religionen und die Rolle der Religionen in der heutigen Welt. Der Fokus lag auf der Förderung von Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe, Toleranz, gegenseitigem Respekt und sozialer Gerechtigkeit.

Interreligiöse Ökumene zwischen Islam und Christentum ist gut gemeint, aber bringt nichts. Unüberbrückbare theologische Gegensätze machen sie unmöglich – angefangen bei der Frage, wer Jesus ist: Gottessohn oder Prophet? Die Dreieinigkeit ist für den Islam Blasphemie. Welche Offenbarung hat recht – die der Bibel oder des Koran? Diese Unterschiede sind nicht relativierbar und verhindern echte geistliche Einheit. Manche befürchten mit vollem Recht, dass der Dialog zu einer Verflachung des christlichen Glaubens führt – aus Angst, Muslime zu verletzen, verzichtet man auf zentrale Inhalte wie Kreuz und Auferstehung. Muslime in Europa dürfen ihren Ramadan in Kirchen feiern. Kennt jemand von euch ein muslimisches Land, in dem Christen Weihnachten oder Ostern in einer Moschee feiern dürfen? Nein.

Natürlich macht interreligiöse Ökumene in der Theorie Sinn – wenn sie ehrlich, offen und verantwortungsvoll geführt wird. Aber Entschuldigung: In der Praxis funktioniert das nicht! Da kann man machen, was man will. Kein Weltreligionsbrei, sondern ein Ringen um Wahrheit, Frieden und Zusammenleben. Das funktioniert zwischen einzelnen Menschen, aber nicht zwischen Religionssystemen. Gerade in einer zerrissenen Welt ist echter Dialog notwendig und prophetisch – aber das liegt allein in der Macht des Messias.

 

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Patrick Callahan

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4 Kommentare zu “Weltunion der islamischen Gelehrten rufen zum Dschihad auf”

  1. Stephan Wolf sagt:

    Diese Fatwa bedeutet das Ende des Islam als religiöse Lehre. In wenigen Jahren wird es keinen Menschen auf Erden mehr geben, der sich zu dieser Irrlehre des sogenannten Islam bekennt. Der Koran ist ein Buch, das sich selbst am Ende wieder aufhebt, diese Lehre wird sich einfach auflösen. Sie haben damit ihr eigenes Todesurteil verfasst.

  2. Andrew Manner sagt:

    Guter Artikel:
    „…Natürlich macht interreligiöse Ökumene in der Theorie Sinn – wenn sie ehrlich, offen und verantwortungsvoll geführt wird. Aber Entschuldigung: In der Praxis funktioniert das nicht! Da kann man machen, was man will. Kein Weltreligionsbrei, …“

    Ja, Religion ist immer ein Brei, da von Menschen gemacht, deshalb schrieb der bekannte Norwegische Christ Ole Hallesby das empfehlenswerte Buch: „Warum Ich nicht religiös bin“ (CLV-Verlag).
    Und aus diesen Religionen ist der Islam die Religion Satans und hat den Katholizismus und den Papismus aus dem Mittelalter mit Millionen Morden an unschuldigen Gläubigen längst abgelöst!

    Nulla religio!
    Solus Christus! & Sola Fide! & Sola Scriptura!

  3. giardiniere sagt:

    Der zehn Punkte der neue Fatwa:
    Aufruf an die muslimischen Gemeinschaften in den USA, Druck auf Trump und seine Regierung auszuüben, um seine Wahlversprechen zur Beendigung der Aggression und zur Herstellung des Friedens zu erfüllen.
    Sorry hat man da nicht was übersehen??
    Kingt man sich mit Pkt 10 nicht ans eigene Bein??

  4. Roland Kunz sagt:

    @ Stephan Wolf: Habe selten einen solchen Schwachsinn gelesen. Lohnt sich angesichts der realen geopolitischen Vorgänge nicht einmal zu kommentieren.

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