Fünfzehn Monate nach Beginn ihres Krieges gegen den jüdischen Staat zeigt die Hamas weiterhin ihre Fähigkeit, israelisches Territorium zu bedrohen, indem sie in den letzten zehn Tagen fast täglich Raketen abschießt, obwohl ihre Infrastruktur im Gazastreifen erheblich beschädigt wurde.
Beim jüngsten Vorfall entdeckten israelische Radarsysteme am Samstagnachmittag einen Raketenstart aus dem nördlichen Gazastreifen, der in der Region Erez landete. Dies folgte auf die beiden Raketenstarts vom Freitag – eine davon schlug in der Nähe des Kibbuz Nir Am ein, die andere in einem unbewohnten Gebiet.
Eine weitere bedeutende Entwicklung ereignete sich am Freitag, als die Hamas versuchte, einen israelischen Hubschrauber mit einer tragbaren Boden-Luft-Rakete anzugreifen. Der Hubschrauber blieb unversehrt, während das Projektil, das vermutlich auf die Region Be’eri gerichtet war, von israelischen Luftverteidigungssystemen abgefangen wurde.
Sicherheitsanalysten führen die anhaltende Fähigkeit der Hamas, Raketen abzufeuern, auf mehrere strategische Faktoren zurück. Israelische Militäranalysten gehen davon aus, dass die Organisation einen begrenzten Vorrat von Dutzenden bis zu mehreren Hundert Raketen besitzt. Da die Schmuggelrouten hauptsächlich auf den Philadelphi-Korridor und den Grenzübergang Rafah beschränkt sind, wird das ohnehin schon begrenzte Arsenal der Terrorgruppe durch jeden Abschuss erheblich dezimiert.
Verteidigungsbeamte haben stets betont, dass die vollständige Beseitigung der Raketenfähigkeit der Hamas ein unrealistisches Ziel ist.
Der Zeitpunkt und die Intensität der jüngsten Einsätze spiegeln möglicherweise mehrere strategische Überlegungen wider. Geheimdienstliche Einschätzungen deuten darauf hin, dass die Hamas ihre Einsätze möglicherweise beschleunigt, um Beschlagnahmungen von Waffenlagern durch vorrückende israelische Streitkräfte zu verhindern. Darüber hinaus könnte die verstärkte Aktivität Ausdruck einer psychologischen Taktik zur Ausübung von Druck im Vorfeld möglicher Geiselverhandlungen sein, wie die jüngste Veröffentlichung von Filmmaterial der Terrororganisation zeigt, das die gefangene israelische Soldatin Liri Albag zeigt.
Eine besorgniserregendere Analyse deutet auf die Möglichkeit einer operativen Erholung in Gebieten hin, in denen die Präsenz der israelischen Streitkräfte zurückgegangen ist. Trotz der schweren Störung der Führungs- und Kontrollinfrastruktur der Hamas könnte das Fehlen alternativer Regierungsstrukturen die Terrororganisation in die Lage versetzen, bestimmte Fähigkeiten wiederherzustellen.
Ursprünglich veröffentlicht von Israel Hayom.




