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Chassidim genießen das Leben – ist das in dieser Zeit erlaubt?

Es herrscht Krieg, aber es ist auch Purim. Darf man in dieser Zeit Spaß haben und feiern?

Jüdische Kinder aus der Boyan Dynastie marschieren vor dem jüdischen Purimfest im Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem am 18. März 2024. Foto von Chaim Goldberg/Flash90
Jüdische Kinder aus der Boyan Dynastie marschieren vor dem jüdischen Purimfest im Stadtteil Mea Shearim in Jerusalem am 18. März 2024. Foto von Chaim Goldberg/Flash90

Manchmal sehen wir Chassiden, die merkwürdige Dinge tun und wundern uns über sie. Sie scheinen auf einem anderen Planeten zu leben, oder in einer lange vergangenen Zeit stecken geblieben zu sein. Dreht man seine Sicht jedoch um und schaut auf die moderne Welt mit ihren grinsenden Politikern, den Jugendlichen, die ihre Augen nicht von ihrem Telefon nehmen können und vielen anderen Errungenschaften unserer Zeit, könnte man vielleicht verstehen, warum sich diese Gruppen für die Isolation entscheiden und sich voll auf das religiöse Leben konzentrieren.

Zurzeit wird dieser Gegensatz in Israel besonders deutlich, denn einerseits befinden wir uns in einem Krieg, der durch ein schreckliches Massaker ausgelöst wurde und in dem fast jeden Tag unsere heiligen Soldaten sterben. Andererseits befinden wir uns im jüdischen Monat Adar, in dem uns die Weisen aufgefordert haben, besonders voller Freude zu sein. Diese Freude findet am Purim, der am Sonntag gefeiert wird, seinen Höhepunkt.

Dürfen Juden in Israel den Krieg für kurze Zeit vergessen? Chaim Goldberg/Flash90Dürfen Juden in Israel den Krieg für kurze Zeit vergessen? Chaim Goldberg/Flash90

 

Ein Gleichgewicht?

Rabbi David Yosef, einer der führenden sephardischen Rabbiner, versucht diesen Gegensatz zu überbrücken und ein Gleichgewicht zwischen Ernst und Freude zu finden. Er erklärte vor einigen Tagen:

„Wir sind in einer Situation, in der wir uns in einem Krieg befinden. Ein schwieriger Krieg gegen unsere Feinde. Jeden Tag erreichen uns weitere bittere Nachrichten über gefallene Soldaten. Die Situation ist alles andere als einfach. Ich denke, dass es dieses Jahr sehr wichtig ist, dass jeder zu Hause Purim feiert und die Gebote von Purim erfüllt. Aber wenn es um öffentliche Feiern geht, müssen wir sehr vorsichtig sein, damit wir nicht auf den Straßen Freude zeigen und tanzen. Davor müssen wir uns hüten“.

Familie und Freunde des israelischen Soldaten Stabsfeldwebel Ido Eli Zrihen nehmen am 25. Februar 2024 an seiner Beerdigung auf dem Militärfriedhof Mount Herzl in Jerusalem teil. Er fiel im Kampf im Gazastreifen. Foto von Chaim Goldberg/Flash90

 

Er fügte hinzu, dass „die Öffentlichkeit sieht, wie die religiösen Menschen an Purim feiern und glücklich sind, als ob der Schmerz Israels sie nicht berührt hätte – das sieht nicht gut aus. Es ist eine Entweihung des Namens Gottes.“

 

Die Rettung?

Dabei ist Purim ein besonders passender Feiertag für die aktuelle Situation, denn wir feiern die Befreiung des jüdischen Volkes vor einem Völkermord durch die Perser. Auch heute bedrohen uns die Perser in Form des Iran und versuchen das jüdische Volk von der Landkarte zu streichen.

Genauso wie wir damals gerettet wurden, werden wir auch heute gerettet, und mit solch einem Gottvertrauen kann man auch in dieser schwierigen Zeit das Purimfest feiern. Nach traditioneller jüdischer Auffassung herrscht während der Feiertage eine bestimmte Energie in der Welt und am Purim ist es die Energie der Erlösung vor unmittelbarer Bedrohung.

Auf baldige Erlösung. LeChaim! Foto von Erik Marmor/Flash90

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Patrick Callahan

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