Endlich liegen die Feiertage hinter uns. Glaubt mir, das Feiern ist oft anstrengender als die Arbeit und das Leben. Nacheinander haben wir zuerst das jüdische Neujahr Rosch Haschana gefeiert, dann fasteten wir am Buß- und Versöhnungstag Jom Kippur und wenige Tage später ging es mit dem Laubhüttenfest Sukkot weiter. Knapp ein Monat, der uns rund um die Uhr beschäftigt hat, entweder im Gebet, an der Klagemauer, in Synagogen oder Gemeinden und am tüchtigsten in der Küche. Das sind Familienfeste, in denen wir uns alle gern am Tisch treffen und gemeinsam das Mahl und unseren Wein genießen. Mit Familie und Freunden genießen wir die Momente am Abend, aber tagsüber geht es auch weiter, mit Barbecue im Garten oder auf der Terrasse. Ehrlich gesagt, bin ich kein großer Fan von Grillpartys, aber diese Mangelei, wie man es im Land nennt, gehört einfach zur Tradition der Feste. Das Zusammensein und die Erinnerung an die biblischen Geschichten sind eine super Kombination.
Nach den Lesungen aus den Gebetbüchern am Tisch und den verschiedenen Segenssprüchen, geht man immer in die biblische Vergangenheit zurück und fragt allerlei Fragen. Für uns war das jüdische Neujahr zum ersten Mal ein Fest als Opa und Omi. Ich kann gar nicht fassen, dass Anat und ich so jung sind. Rosch Haschana haben wir zu Hause gefeiert und Sukkot beim Schwager in Modi’in. Am Tisch in der Laubhütte erzählte ich den kleinen Kindern, dass wir im Dezember für sieben Tage in der Wüste wandern, bis zum Berg Karkom, von dem man glaubt, dass dieser eventuell der heilige Berg Sinai ist. Der Berg, auf dem Gott dem Volk Israel die Gesetzestafeln gab und die Kinder Israels damals in Laubhütten oder Zelten wohnten. Und aus diesem Grund feiern wir das Laubhüttenfest. Alle Kinder wollten mit uns den Berg sehen, nicht um den Berg, sondern um die Laubhütten zu sehen. Wir freuen uns schon auf die erstmalige Wandertour zum Berg Karkom.
Am nächsten Tag feierten wir mit unseren Kindern und Freunden wieder wie üblich, mit Grill. Und zwischendurch arbeiteten wir von Zuhause aus mit unseren Team und den zwei Jungs an unserem Onlineshop und den letzten Feinheiten, um unser Logistiklager in Deutschland in Gang zu setzen. Das gehört auch dazu, auch wenn es nicht immer passt, aber es war dringend nötig. Wegen der zahlreichen Feste in diesem Monat mussten wir Stunden hier und dort mit in die Feste hineinquetschen. Wir haben extra neue Premium Medjool Datteln frisch aus der Jordansenke bestellt. Die sind unterwegs und ab November lieferbar, aber Ihr könnt sie schon im Vorverkauf bestellen, günstiger. Wisst Ihr was, schaut einfach mal in unseren Onlineshop hinein und lasst Euch überraschen. Datteln sind der biblische Honig, ein Thema, das uns am Tisch im Gespräch beschäftigte, denn Israel ist ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Auf alle Fälle wünschen wir Euch ein gesegnetes Wochenende und Schabbat Schalom aus Jerusalem.






Ich habe lange nichts mehr über die Weinfelder und Olivenhaine gelesen. Sonst gab es immer mal Infos und Bilder. Sollten nicht Olivenbaumbesitzer/-paten irgend wann einmal vom Olivenöl eine Probe bekommen? Hab leider meine kleine Urkunde mit der Bezeichnung nicht mehr. Grüße aus Lemgo, Barbara Nüske
Schalom Barbara
Dem Weinberg und den Olivenbäumen in der Wüste geht es gut. Immer ist es den Pflanzen ziemlich heiß, aber jetzt ist wieder kühler und angenehmer. Wir sind öfters im Jahr unten in der Wüste und begrüßen eure Weinreben und Olivenbäume. Zur Zeit bereiten wir alles für die Olivenpresse vor.
Vielen Dank für die Nachfrage und werde mich darum kümmern, dass wir wieder neue Fotos von der Begrünung in der Wüste schicken.
SChabbat SChalom
Die „anstrengenden Feiertage“ erinnern mich an die merk-würdige Auffassung zu dem Gebot von der Heiligung des Sabbattages. Die Tradition bei Juden und Christen ( = reformierte Juden) unterstellt, dass die Heiligung „vollzogen wird“ durch nicht arbeiten.
Ich halte das für verkehrt. Denn ich heilige die ganze Woche über — auch durch meine Arbeit — sowohl die Schöpfung als auch den Sabbat, indem ich mich freue darüber, durch die Arbeit den arbeitsfreien Sabbat genießen zu können.