Wen hat Trump größer gemacht, Amerika oder Israel?

Was verbindet eine Weltmacht wie die USA mit einem winzigen Staat wie Israel?

Wen hat Trump größer gemacht, Amerika oder Israel?
Yonatan Sindel/Flash90

Henry Kissinger pflegte einmal zu sagen, dass Staaten keine Freunde, sondern nur Interessen haben. Warum also unterstützt die amerikanische Regierung Israel ohne Vorbehalt, obwohl sie mit der Politik Israels nicht immer einverstanden ist? Was ist an der Unterstützung Israels so verlockend, dass Washington das Risiko eingeht, all seinen Einfluss in der islamischen Welt und den Zugang zu den Energieressourcen des Nahen Ostens zu verlieren? Was verbindet eine Weltmacht mit einem winzigen Staat wie Israel?

In weniger als vier Wochen finden in den USA die Wahlen statt. Alle warten gespannt, ob US-Präsident Donald Trump wiedergewählt wird oder ob Joe Biden der neue Präsident wird. Nach vier Tagen im Krankenhaus ist der Corona-infizierte Trump wieder im Weißen Haus. Voll in Wahlaktion und aktiv auf Twitter: „Habt keine Angst vor Covid. Unter meiner Regierung sind wirklich gute Arzneimittel geschaffen und Erkenntnisse erzielt worden. Ich fühle mich besser als vor 20 Jahren”. Natürlich verärgerte er damit die Ärzte in Israel und anderen Ländern, weil er damit die Gefahr des Coronavirus herunterspielte. Präsident Trump wurde von Gott gesandt, um die USA zu retten, behaupten amerikanische Fernsehprediger immer wieder, darunter der Mega-Church-Pastor aus Texas, John Hagee (80). Hagee ist die Schlüsselfigur zwischen Benjamin Netanjahu und Donald Trump, denn seit Jahrzehnten schon ist Hagee mit Netanjahu eng befreundet. Nun stellte sich heraus, dass auch Hagee seit gestern mit Corona infiziert ist.

In Israel haben viele einen Vergleich zwischen dem persischen König Kyrus und US-Präsident Donald Trump gezogen. „So wie sich das jüdische Volk an den großen König Kyrus aus Persien erinnert, der Jerusalem vor 2500 Jahren anerkannt hat, so verehrt die Mehrheit der Israelis Amerika und Präsident Trump. Er ist ein echter Rockstar in Israel”, tweetete vor wenigen Monaten Yair Netanjahu, der Sohn von Israels Ministerpräsidenten. „Trump wird in der jüdischen Geschichte für immer in Erinnerung bleiben, weil er die Botschaft nach Jerusalem verlegt und Jerusalem als israelische Hauptstadt sowie die israelische Souveränität über die Golanhöhen anerkannt hat“, sagte Junior Netanjahu im amerikanischen Fernsehen.

König Kyrus von Persien befreite die Juden nicht nur aus der Gefangenschaft in Babylon, sondern gestattete ihnen auch den Wiederaufbau ihres Tempels, wobei er ihnen sogar die von Nebukadnezar beschlagnahmten Tempelgeräte zurückgab. Kyrus hatte tatsächlich die Restaurierung des Tempels angeordnet, denn Gott hat dafür sein „sein Herz bewegt“. So spricht Kyrus, der König von Persien: „Alle Königreiche der Erde hat mir der Gott des Himmels gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu Jerusalem in Juda zu bauen.“ Kann es sein, dass Gott auch das Herz von Donald Trump bewegt hat? Oder herrschte vielleicht auch zur biblischen Zeit die Idee des amerikanischen jüdischen Außenministers Kissinger, dass lediglich Interesse Politik macht und keine Freundschaft? Inwiefern kann sich Israel auf US-Präsident Donald Trump verlassen? Und was passiert, wenn der Demokrat Joe Biden die bevorstehenden Wahlen gewinnt? Werden die israelisch-amerikanischen Beziehungen ohne Trump zum ersten Mal einer wahren Prüfung unterzogen werden?

 

Mehr im Zoom-Treffen und unserer Diskussion nächste Woche!

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