Der israelische Tourismusverband befürchtet sinkende Zahlen im Tourismusgewerbe, insbesondere was die Pilgergruppen aus dem Ausland betrifft. Den Grund dafür sieht er in den Unruhen und Anschlägen der vergangenen Tage in Jerusalem. Normalerweise pilgern von Oktober bis Dezember zahlreiche Gläubige in die Heilige Stadt. Doch Reiseagenturen aus dem Ausland fordern klare Antworten auf die Frage, ob Israel noch ein sicheres Reiseziel ist.
Shmuel Merom, der Vorsitzende des Tourismusverbandes, erklärte, dass sich Israel noch nicht vom Einbruch an Übernachtungszahlen durch den Gazakrieg im Sommer 2014 erholt habe. Nun müsse man einen neuen Rückschlag verkraften. „Wir befinden uns in einem dauerhaften Krieg“, so Merom. „Diese Anschläge schaden dem Tourismus enorm. Wir haben in den vergangenen Tagen viele Anfragen von ausländischen Agenturen erhalten. Ich befürchte, dass uns eine Welle an Stornierungen bevorsteht.“
Unsicherheit sei ein großer Faktor. Es gebe sogar israelische Reisegruppen, die Ausflüge nach Jerusalem abgesagt hätten. „Wir versuchen die ausländischen Touristen davon zu überzeugen, dennoch nach Israel zu kommen. Wir schlagen ihnen vor, dass sie sich hier im Land ein anderes Urlaubsziel aussuchen können“, erläuterte Merom. Doch das sei gar nicht so einfach. Üblicherweise sei das vierte Quartal das Umsatzstärkste. Nun seien jedoch massive Einbußen zu erwarten.
Bild: Katholische Pilger in der Jerusalemer Grabeskirche. Foto: Hadas Parush (Flash 90)




