MitgliederWas tun mit Jesus, dem Juden?

Warum ist ein jüdischer Jesus für das Christentum so problematisch?

Foto: Creative Commons

Ich bin in den 1950er und 60er Jahren in Boston aufgewachsen, einer Zeit, in der ich mir diese Frage nie gestellt habe. Für uns war klar: Jesus war ein Christ. Und seltsamerweise war Jesus ein arischer Christ, der auf jüdisches Blut aus war. Wir wollten mit „diesem Mann“ nichts zu tun haben.

Wie wurde ein Jude aus Galiläa zum Christen, und zwar zu einem judenhassenden? Die kurze Antwort ist das Problem der Einzigartigkeit.

 

Das Christentum ist besser

Alle religiösen Traditionen sehen sich selbst gerne als besonders, einzigartig und in mancher Hinsicht besser als andere. Auch das Christentum wollte sich als von der jüdischen Religion unterscheidend definieren und etablieren, was bedeutete, die Person Jesu von seiner Jüdischkeit und insbesondere seinem Judentum zu trennen. Jahrhundertelang haben christliche Gelehrte eine Theologie entwickelt, die Jesus aus der jüdischen Kultur, den jüdischen Traditionen und der jüdischen Weltanschauung, in der er lebte und lehrte, herausriss.

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