Waffenruhe, na und?

Die Hamas testet weiter die Geduld in Israel, wo trotz der vereinbarten Waffenruhe auch am Freitag wieder Felder brannten.

von Dov Eilon |
Foto: Hassan Jedi/Flash90

Bild: Unruhe am Grenzzaun, auch am vergangenen Freitag (Foto: Hassan Jedi/Flash90)

 

Am Freitag wurde, auch von uns, von einer Einigung zwischen der Hamas und Israel auf eine Waffenruhe berichtet. Hamas kündigte ein Ende der gewalttätigen Aktionen an, nicht nur am Grenzzaun sollte nun Ruhe einkehren, sondern auch der Einsatz von Feuer- und Sprengstoff-Ballons gegen Israel sollte eingestellt werden. Zuvor war es auf israelischer Seite zu 100 Bränden von Feldern im Grenzgebiet zum Gazastreifen gekommen. Eine israelische Reaktion auf die Provokation der Terroristen schien unmittelbar bevorzustehen.

Auf eine weitere „Runde“, wie die Auseinandersetzungen zwischen der Hamas und Israel immer bezeichnet werden, wollte man es seitens der Hamas wohl doch noch nicht anlegen. So kam es zu der Vereinbarung auf eine Waffenpause. Doch auch danach ging es am Freitag noch munter weiter mit Feuer- und Sprengstoff-Ballons und um die 7000 Unruhestifter am Grenzzaun. Man hatte sich ja auf eine Ruhephase geeinigt, jetzt kann man erst einmal weitermachen. Die Hamas testet gerne die Geduld der Israelis. Und es scheint ihr auch wichtig zu sein, immer das letzte Wort zu haben. Denn das macht einen Eindruck der Stärke in den Augen der eigenen Bevölkerung, scheint man sich bei der Hamas zu denken.

Doch irgendwann wurde es auch den ägyptischen Vermittlern zu viel. Dachte die Hamas, man würde mit den Provokationen Israel dazu zwingen, die Entscheidungen im Rahmen der letzten Einigung auf eine Ruhepause schneller umzusetzen, so erklärten die Ägypter, dass Israel nicht aus Absicht die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen verzögere. So ist am Grenzübergang Karni der Bau eines Industrieviertels geplant, das tausende von palästinensischen Arabern beschäftigen soll. Hinter so einem Projekt steckt eine Menge Bürokratie, nur das ist der Grund dafür, dass sich der Baubeginn verzögert. Auch ist eine von Katar finanzierte Stromleitung in den Gazastreifen geplant. Sie soll innerhalb von drei Jahren fertiggestellt sein. Doch die Hamas hatte irrtümlicherweise verstanden, dass man sie auch innerhalb von sechs Monaten bauen könnte. Den Vermittlern gelang es nun, die Hamas davon zu überzeugen, dass Israel keines der Projekte bewusst verzögern würde.

Unterdessen wurde bekannt, dass Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Vorbereitungen für den Bau eines großen internationalen Feld-Krankenhauses nahe dem Grenzübergang Erez genehmigt habe. Das Krankenhaus soll 16 verschiedenen Abteilungen haben und von einem internationalen Team geleitet werden. Hinter der Finanzierung stehe eine private amerikanische Organisation. Für die Patienten aus dem Gazastreifen ein sehr wichtiges Projekt. Dafür sollte man sich schon auf eine Einhaltung der Waffenruhe bemühen, sollte man denken.

Feuerballons am Freitag

Doch trotz der Einigung zwischen den Seiten kam es am Freitag zu 14 weiteren Feuern auf israelischer Seite, die durch Feuerballons entfacht wurden. Und am Grenzzaun versammelten sich wieder 7000 Unruhestifter. Einer von ihnen warf eine Feuerbombe auf einen Jeep der israelischen Armee. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand.

In Israel gab man der Hamas weitere 24 Stunden, um für die vereinbarte Ruhe zu sorgen. Sollte es nicht ruhig werden, würde man wieder zu den Sanktionen zurückkehren und auch eine militärische Lösung in Betracht ziehen, warnte eine diplomatische Quelle.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Hamas es am Ende vielleicht doch begreifen wird, dass mit dem Einsatz von Gewalt und Terror nichts erreicht werden kann. Doch auch die jetzt vereinbarte Waffenruhe könnte nur eine Pause sein, bis zur nächsten Runde.

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