Vorbereitungen: Das Tempel Institut übt das Verbrennen der roten Färse

Ein israelischer Professor, der an dem Test des Rituals der Roten Färse beteiligt ist, nennt es einen „historischen Moment“ auf dem Weg zu Reinheit und Erlösung.

Vorbereitung zum dritten Tempel
Noam Revkin Fenton/Flash90

Das Erfordernis einer Roten Färse ist wohl das rätselhafteste biblische Gebot und eines, das weiterhin die Fantasie von Juden und Christen gleichermaßen anregt. Die Vorbereitung und der Zweck der Roten Färse, wie im 4. Buch Mose Kapitel 19 beschrieben, zeigen, dass der gesamte Tempeldienst von der Anwesenheit von Wasser abhängt, das mit Asche der Roten Färse vermischt ist, dem einzigen Mittel, um jemanden zu reinigen, der mit einer Leiche in Kontakt gekommen ist.

 

Da der Aufstieg zum Tempelberg Reinheit erforderte und angenommen wird, dass jeder wissentlich oder unwissentlich durch den Kontakt mit dem Tod verunreinigt wurde, kann niemand den Tempelhof betreten, bis eine rote Färse gefunden und ordnungsgemäß vorbereitet wurde.

 

Aus diesem Grund ist es Juden bis heute religiös verboten, das Gebiet zu betreten, wo sich einst der Innenhof des Tempels befand. Religiöse Juden, die den Tempelberg besteigen, tauchen zuerst in ein rituelles Bad ein, aber reicht nur, um sie in die äußeren Höfe zu bringen, was nicht mit dem Tempel selbst verwechselt werden sollte. Das ist der Grund, warum Juden bis heute den Bereich des Tempels nicht betreten dürfen.

 

Kurz gesagt, ohne die Rote Färse kann der Tempel nicht wieder aufgebaut werden.

 

Die Abwesenheit des Tempels wiederum bedeutet, dass die vollständige Erlösung Israels unmöglich ist, da nach Hesekiel 36 nur das Verspritzen des Wassers der roten Färse die völlige Veränderung von Herz und Geist ermöglicht („Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen.“)

 

Der Grund, warum so viele Christen in die Rote Färse verliebt sind, ist, dass auch sie verstehen, dass der Dritte Tempel nicht nur Erlösung für Juden bedeutet, sondern auch Erlösung für die Welt. Auch teilen sowohl Juden als auch Christen die Überzeugung, dass der Messias, wenn er kommt, den Tempel betritt. Damit er also kommen kann, muss es einen Tempel geben.

 

Obwohl in der heutigen israelischen Gesellschaft die Rote Färse im Bereich der Wahnvorstellungen verbannt ist, gibt es immer noch genug, die alles tun, um die notwendigen Vorbereitungen für den Bau des Dritten Tempels zu treffen, dazu gehört auch die Züchtung von roten Kälbern und das Üben des zeremoniellen Verbrennens.

 

Das Tempel-Institut hat kürzlich genau das getan: Experimente mit den akribischen rabbinischen Ritualen rund um die rote Färse. Dies beinhaltet das Verbrennen einer toten Kuh auf einer Art Holzaltar. In das brennende Feuer wurden auch Zedernholz, Ysop und scharlachrot gefärbte Wolle geworfen. Das Experiment sollte die Menge der produzierten Asche untersuchen und prüfen, ob es ausreichen würde, jeden heute lebenden Israeliten zu reinigen.

 

Dem Nachrichtenportal Jewish Voice zufolge nahm Prof. Zohar Amar von der Abteilung der Studien des Landes Israel der Bar-Ilan-Universität an dem Experiment teil und beschrieb es als einen historischen Moment. „Seit 2000 Jahren warten wir auf diesen Moment”, sagte Prof. Amar, „an dem Juden realistische Möglichkeiten für die Erneuerung der Reinheit in Israel untersuchen und ausprobieren.”

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