„Vikar von Bagdad“ überlebt Covid-Horror

Hamas-Vermittler sagt, es war schlimmer als seine Zeit als Entführter

von Charles Gardner |
Foto: Mary Kristi Brashear

Ein anglikanischer Geistlicher, der sich seit langem für die Versöhnung im Nahen Osten engagiert, hat in einem Online-Zoom-Interview über seine Kontakte zur Hamas gesprochen, genau jener Terrorgruppe, die hinter der jüngsten gewaltsamen Konfrontation mit Israel steht.

 Der ehemalige „Vikar von Bagdad“, Kanoniker Andrew White, der eine blühende Kirche im Herzen des Iraks leitete, bevor er gezwungen war zu fliehen, berichtete über seine Erfahrungen und sprach gleichzeitig von seiner schweren Covid-Erkrankung, von der er sich derzeit noch erholt. Die Online-Konferenz wurde vom kirchlichen Dienst unter jüdischen Menschen (CMJ) veranstaltet. Hunderte von Unterstützern schalteten ein.

Der unerschrockene Geistliche, der seit 20 Jahren an Multipler Sklerose leidet, hatte in ein Krankenhaus in Guildford eingeliefert werden müssen, wo ein sehr schwerer Verlauf der Corona-Infektion diagnostiziert wurde. „Es war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens“, sagte er. „Ich wurde schon gekidnappt und in Kerker gesperrt. Aber das hier war schlimmer. Ich war in totaler und völliger Isolation. Ich konnte meine rechte Körperhälfte nicht mehr nutzen und konnte zwei Tage lang nichts sehen, was sehr beängstigend war. Ich durfte 18 Wochen lang keine Besucher empfangen – nicht einmal meine Frau.“

Während seiner Zeit im Krankenhaus gab es aber auch ein wenig Freude. Es stellte sich heraus, dass eine philippinische Krankenschwester, die in Israel gearbeitet hatte, fließend Hebräisch sprach, eine jordanische Physiotherapeutin Arabisch und ein beratender Neurologe Aramäisch – die Sprache, die Andrew spricht, wenn er nicht in England ist. Nicht nur das, der Berater war sogar einst in Andrews Sonntagsschule in Bagdads St. George Kirche gewesen, nämlich als er zehn Jahre alt war! „Wir sprachen gleich Aramäisch miteinander und begannen Gott zu preisen, dass wir dort zusammen waren.“

Andrew, der als Anästhesist ausgebildet wurde, bevor er ordiniert wurde, verbringt jetzt einen Großteil seiner Zeit damit, unter Flüchtlingen im jordanischen Amman zu arbeiten, wo er eine Schule mit 400 Kindern leitet (die früher Teil seiner Sonntagsschule in Bagdad war) sowie eine medizinische Klinik, für die die Gelder tragischerweise versiegt sind, seit er krank geworden ist. Er sehnt sich danach, dorthin zurückzukehren.

Als Autor des Buches „The Glory Zone in the War Zone“ (erschienen bei Destiny Image), erinnert ihn seine Erfahrung an den Brief des Paulus an die Römer, in dem der Apostel sagt, dass „unsere gegenwärtigen Leiden nicht wert sind, mit der Herrlichkeit verglichen zu werden, die an uns offenbart werden wird“ (Röm 8,18).

Andrew fügte hinzu: „Ich möchte mit den Menschen die Herrlichkeit der Gegenwart Gottes teilen. Ein großer Teil meiner Arbeit war im Bereich der Versöhnung und beinhaltete die Arbeit mit Hamas-Führern. Ich bin berufen, ein Friedensstifter zu sein. Mit netten Menschen kann man keinen Frieden schließen; nette Menschen verursachen keine Kriege. Ich habe lernen müssen, ein Freund von Feinden zu sein.“

„Ich habe vor Jahren daran gearbeitet, Geiseln aus dem Gazastreifen zu befreien – nur weil ich die Bösen kenne“, und fügte hinzu, dass er schon oft durch Gottes wunderbares Eingreifen vor größerem Unheil bewahrt worden ist.

Kanoniker White hat einen Assemblies of God-Hintergrund und ist sehr stolz auf seine Verbindung zum Pfingstpionier Smith Wigglesworth. Andrews Großvater war einst die rechte Hand der Legende und erbte Smiths Bibel, die der furchtlose Verhandlungsführer heute überallhin mitnimmt, obwohl sie bereits in Stücke zerfällt.

White, dessen Kirche in Bagdad 1864 von Missionaren des CMJ-Hauptquartiers in Jerusalem gegründet wurde, hat eine lange Verbindung zu dem Dienst. „Gegen die Juden zu gehen, heißt gegen Jesus zu gehen, denn er war ein Jude. Also müssen wir die Juden lieben“, sagt er.

Er rief die Kirche dazu auf, zu ihren Wurzeln zurückzukehren, und erinnerte sie an die fundamentale Rolle Israels, für das wir beten sollten, und fügte hinzu, dass wir auch nicht nur beten, sondern auch „zahlen“ sollten, für die verfolgte Kirche, die verzweifelt auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist.


Charles Gardner ist Autor folgender Bücher: „Israel the Chosen“, erhältlich bei Amazon; „Peace in Jerusalem“, erhältlich bei olivepresspublisher.com  und „A Nation Reborn“, erhältlich bei Christian Publications International.

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