US-Kongressabgeordnete glauben der Lüge, Jerusalems Christen seien in Gefahr

Nachweislich falsche Behauptungen – sogenannte Fake News – veranlassen amerikanische Politiker, sofortigen Schutz für die Christen in der Heiligen Stadt zu fordern

| Themen: Christen
Der verleumderische Vorwurf, Israel vertreibe die Christen aus dem Heiligen Land, bringt immer mehr Christen gegen die Juden auf. Foto: Wisam Hashlamoun/Flash90

Als ob sie sich wirklich um die Christen kümmern würden. Aber da Israel involviert ist und es eine weitere Gelegenheit ist, den jüdischen Staat zu verleumden, hat eine Gruppe von US-Kongressabgeordneten jetzt einen Brief verfasst, der sich mit einer fingierten Krise auseinandersetzt, die die christlichen Bewohner Jerusalems betrifft.

In dem Brief, der an den US-Außenminister Anthony Blinken geschickt wurde, heißt es:

“In den letzten Monaten haben die Leiter der christlichen Kirchen in Jerusalem, einschließlich der griechisch-orthodoxen Kirche, der katholischen Kirche und anderer, öffentlich über die zunehmenden Herausforderungen gesprochen, denen sich die christlichen Gemeinschaften in Jerusalem gegenübersehen.“

“Während die israelische Regierung sich verpflichtet hat, die Rechte aller religiösen Minderheiten in Jerusalem zu schützen, bedrohen die Aktionen radikaler Gruppen die Sicherheit und die langfristige Lebensfähigkeit der christlichen Gottesdienste und der Präsenz in der Stadt.”

Mit anderen Worten: Wenn die US-Regierung nicht schnell etwas unternimmt, könnte es bald keine Christen mehr in Jerusalem geben. Als ob es eine aktive und koordinierte Kampagne gäbe, um die Stadt von den Anhängern Jesu zu säubern.

Und nur damit kein Missverständnis aufkommt: die von den Kongressabgeordneten genannten “radikalen Gruppen” sind jüdisch. Es ist zu bezweifeln, dass ein solcher Brief jemals als Reaktion auf die muslimische Verfolgung von Christen geschrieben wird.

Siehe: Die Verfolgung palästinensischer Christen

Die amerikanischen Kongressabgeordneten scheinen auf zwei Stellungnahmen zu reagieren, die vor kurzem von traditionellen (sprich: orthodoxen und katholischen) Kirchenführern in Jerusalem abgegeben wurden.

Die erste kam Mitte Dezember letzten Jahres, in der Vorweihnachtszeit, und beschuldigte “radikale Gruppen” (Juden), “häufige und anhaltende Angriffe auf Christen im gesamten Heiligen Land” zu verüben.

Die Schlussfolgerung lautete, dass diese (jüdischen) Gruppen “die christliche Präsenz schwächen” wollten. Führende Vertreter von Kirche und Politik in der ganzen Welt reagierten begeistert und bezeichneten diesen neuen Appell der Christen im Heiligen Land als “beispiellos”.

Siehe: Christliche Geistliche schließen sich Kritik gegen “Siedlergewalt” an

Die zweite Stellungnahme kam Ende März, als ein katholischer Sprecher eine dringende Mitteilung herausgab, dass der Anteil der Christen an der Bevölkerung Jerusalems auf lediglich 1 % reduziert worden sei!

Natürlich ließ er einige wichtige Details aus.

Er hatte recht, dass Jerusalem einst 300.000 christliche Einwohner hatte, die damals 25 % der lokalen Bevölkerung ausmachten. Und dass es heute nur noch 16.000 Christen in Jerusalem gibt.

Ein kurzer Faktencheck wird jedoch zeigen, dass der größte Exodus der Christen zwischen Mitte der 1940er und Mitte der 1960er Jahre stattfand, als die östliche Hälfte Jerusalems, wo alle Christen lebten, von Muslimen, nämlich dem Haschemitischen Königreich Jordanien, besetzt wurde.

Seit die christliche Bevölkerung Jerusalems wieder in israelischen Händen ist, hat sie zugenommen.

Siehe: Jerusalems christliche Bevölkerung schrumpft – Kirchensprecher lügt, was den Grund betrifft

Es ist eine Schande, dass die erwähnten amerikanischen Kongressabgeordneten ihre Mitarbeiter nicht angewiesen haben, ein wenig die Fakten zu überprüfen, bevor sie ihre Namen unter diesen Brief setzten. Solche Leichtfertigkeit fördert Fake News.

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