„Tötet jeden amerikanischen Soldaten im Nahen Osten“

Dieser brandaktuelle Aufruf von Hassan Nasrallah, dem Kopf der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon an der Grenze zu Nord-Israel, darf nicht unbeantwortet bleiben.

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Soldaten
Foto: Yossi Zeliger / Flash90

Seit über 10 Jahren überträgt Nasrallah seine provokativen Reden aus seinem Bunker heraus, in dem er sich versteckt hält. Mal sind sie gegen das libanesische Volk gerichtet, mal gegen Israel, dann wieder die syrischen Rebellen oder Saudi-Arabien und die Golfstaaten. In seiner neusten Rede ruft er dazu auf, US-Soldaten zu attackieren, was selbst die Briten aufgebracht hat, die sich in den letzten Jahren in Bezug auf ihn nie zu Wort gemeldet haben und es vermieden, die Hisbollah als eine Terrororganisation einzustufen. Selbst Druck seitens der Amerikaner konnte die Engländer nicht davon zu überzeugen. Nasrallahs Rede scheint das nun geschafft zu haben.

 

„Tod für Amerika“

Seine aktuelle Kampfansage gegen die Amerikaner und ihre Präsenz im Nahen Osten folgte direkt auf die Tötung Soleimanis, dem Führer der iranischen Al-Quds Kräfte. Nasrallah war über die Tötung seines Terror-Freundes aufgebracht und sogar traurig. In seiner Rede betonte er, dass ein Schuh von Soleimani mehr wert sei, als die Köpfe Trumps und der gesamten US-Regierung. Dann verpflichtete er sich einer „gerechten Rache“ und rief zum „Tod für Amerika“ auf. Seine Vorstellung einer „gerechten Rache“ entspricht, den „amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten Schaden zuzufügen, darunter auch den amerikanischen Kriegsschiffen, jedem Soldaten und jedem amerikanischen Amtsträger in der Region“.

Nasrallah erklärte, die Amerikaner würden „gedemütigt und geschlagen die Region verlassen“, sollte ihnen Leid angetan werden. Ebenso versprach er, US-Botschaften anzugreifen, mit den „Selbstmordattentätern, die aus Amerika herausgeworfen worden sind“ (obwohl diese immer noch da sind, und zwar in größerer Anzahl als je zuvor). Es werden Massen an „Soldaten in Särgen zurück in die USA gebracht werden“, tönte er. „Trump und seine Regierung werden verstehen, dass sie die Region verloren haben und auch die Wahlen verlieren werden“.

 

Ein gefährlicher Schachzug

Dass ein Terrorfürst sich öffentlich zu Wort meldet und dabei zu Attacken auf amerikanische Soldaten aufruft, ist nicht alltäglich. Bin Laden und Abu Bakr al-Hadadi, Führer der Terrorgruppe ISIS, hatten zum Töten von US-Soldaten aufgerufen. Nasrallah wird nun für immer in den Köpfen der Menschen weltweit, besonders der Amerikaner, als radikaler Terrorführer wahrgenommen werden, der er ist, nicht als Freiheitskämpfer, wie viele fälschlicherweise denken, gegen die sogenannte Besatzung Israels. Das bedeutet, dass der Aufruf zum Angriff auf amerikanische Soldaten nun auch Nasrallahs Krieg mit Israel betrifft, in welchem er ganz Israel für die Palästinenser „befreien“ möchte, darunter auch Jerusalem und den Tempelberg.

Hier weicht die Hisbollah von ihrem Wunsch, eine „Widerstandsbewegung“ zu sein, ab und schließt sich dem Krieg des Iran im Nahen Osten an. Dabei überrascht es nicht, dass die Hisbollah sich viel mehr um die iranischen Interessen schert als um die libanesischen, wo die Terrororganisation noch immer in einem Bunker haust.

Der öffentliche Aufruf gegen die amerikanischen Soldaten wird sicherlich Auswirkungen für den Libanon und die Hisbollah nach sich ziehen. Die Briten haben die Hisbollah schon mal als politischen Arm einer Terrororganisation eingestuft. Besser spät als nie.

Die Situation im Libanon hat sich unterdessen verschärft. Demonstrationen sind an der Tagesordnung und die Menschen prangern dabei auch die iranische Einmischung in ihre Landesangelegenheiten für die schlechte Finanzlage in ihrem Land an. Die Banken im Libanon haben angekündigt, dass sie ihren Bürgern nicht ihr Geld auszahlen können. Es gibt Dutzende von Videos, die zeigen, wie Demonstranten Bankangestellte anschreien oder sogar verprügeln, weil diese kein Geld ausgeben wollen.

Lesen Sie auch unseren Artikel über mögliche Entwicklungen im Libanon: https://www.israelheute.com/erfahren/libanon-kurz-vor-dem-zusammenbruch/

 

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