Spannungen zwischen Juden und Arabern schnell auf dem Siedepunkt

Terrorwelle macht Israel nervös, einheimische Araber fühlen sich in die Defensive gedrängt

von Ryan Jones | | Themen: Israelische Araber
Israel ist nervös, und die einheimischen Araber sind in der Defensive. Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Zu den Opfern jeder neuen Terrorwelle gehört auch die fragile Koexistenz zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung in Israel.

Der jüdische Staat hat sich gerade erst von den inneren Unruhen erholt, die den letzten Gaza-Krieg im Mai 2020 begleiteten, als israelische Araber in vielen Städten gewaltsam gegen ihre jüdischen Nachbarn vorgingen.

Und jetzt erreichen die Spannungen erneut den Siedepunkt angesichts einer Reihe von tödlichen Anschlägen, von denen zwei von arabischen Bürgern Israels verübt wurden, die sich zu ISIS bekannt hatten.

Ministerpräsident Naftali Bennett hat als Reaktion auf die von ihm als „neue Bedrohung“ bezeichnete Situation ein hartes Durchgreifen gegen mutmaßliche ISIS-Sympathisanten in der arabischen Gemeinschaft angeordnet und die Sicherheitskräfte dazu ermächtigt, unter Umgehung der üblichen rechtlichen Verfahren die Verwaltungshaft anzuwenden.

Israel befindet sich praktisch im „Kriegsmodus“, und wenn der nächste Terrorist ein beliebiger Araber in der Nähe sein könnte – sei es auf dem Markt, am Arbeitsplatz oder einfach nur auf der Straße -, ist es unvermeidlich, dass einige Leute automatisch jeden verdächtigen.

Das wiederum bringt die Araber in der Umgebung in die Defensive, und manche sogar zur Gewalt.

Dies war offenbar am Mittwochmorgen auf dem Machane Jehudah-Markt im Zentrum Jerusalems der Fall, als Polizeibeamte zwei arabische Männer anhielten und zu befragen begannen.

Die beiden Araber reagierten Berichten zufolge mit körperlichen Angriffen auf die Beamten und gingen sogar so weit, einen der Polizisten zu würgen. Die Beamten schossen daraufhin einem der arabischen Männer ins Bein, woraufhin beide gewaltsam überwältigt und festgenommen wurden.

Zu diesem Zeitpunkt ist noch unklar, warum die beiden verhört wurden – ob es sich lediglich um einen Verdacht handelte oder ob sie sich Passanten gegenüber bereits aggressiv verhalten hatten.

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