MitgliederSelbstkritik gehört dazu

Als Ende Februar vom Überfall auf den Oberrabbiner von Argentinien, Rabbi Gabriel Davidovich, berichtet wurde, gingen die Medien in Israel sofort davon aus, dass es sich um einen antisemitischen Überfall gehandelt habe.

von Aviel Schneider |
Finger
Foto: Rodolpho Zanardo/Pexels

Der Rabbi wurde nachts in seiner Wohnung in Buenos Aires ausgeraubt, gefesselt und schwer verletzt. Seine Frau wurde nicht angetastet. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilten die Tat als antisemitisch. Aber bereits wenige Stunden später mussten sich die argentinische Polizei und Stimmen aus der jüdischen Gemeinde eingestehen, dass es sich wahrscheinlich um gewöhnliche Kriminalität ohne antisemitische Motivation gehandelt habe. Sieben Diebe waren in die Wohnung eingebrochen und hatten allen Schmuck geraubt.

In der Redaktion hatten wir das Blitzurteil von vornherein bezweifelt, weil der unterstellte Tatbestand nicht unbedingt zum Ablauf des Überfalls passte. Außerdem wissen wir, dass nicht automatisch jeder Überfall gleich mit Antisemitismus in Verbindung gebracht werden kann. Wenn wir als Kinder die Wertungsrunde des europäischen Schlagerwettbewerbs verfolgten, haben wir Punktrichter und Länder, die dem Judenstaat keinen einzigen Punkt gaben, sofort empört als Antisemiten abgestempelt. Das ist über die Jahre zu einer Art nationalem Insiderwitz geworden, obwohl der Verdacht immer bleibt, dass...

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