(Foto: Yonatan Sindel/Flash90)
Mehrere Hundert Menschen haben gestern in Jerusalem gegen die neue Welle des Terror demonstriert. Die Demonstration wurde von der Landkreisverwaltungen Samaria und Binjamin sowie der Verwaltung von Beit El organisiert. Ministerpräsident Netanjahu wurde aufgefordert, zu handeln.
In den Ankündigungen zur Demonstration hieß es: „Unsere Toten liegen vor uns. Wir haben aufgehört zu schweigen, weil wir es leid sind, zu sterben.“
Die Demonstration fand auf dem Paris-Platz in der Nähe des Wohnsitzes von Netanjahu statt. Auch Chaim Silberstein, der Vater der verletzten Shira Ish-Ran und Großvater des nur vier Tage alt gewordenen Babys nahm an der Kundgebung teil und wandte sic in seiner Rede an Ministerpräsident Netanjahu: „Wird dieses süße Kind nur eine Statistik bleiben? Wird es nur eine weitere Reihe sein in der Bank der Opfer unseres Kampfes um unser Volk und unser Land? Herr Ministerpräsident, ich bitte und fordere sie auf, im Namen meines Enkels, dessen Blut aus seinem frischen Grab auf dem Ölberg schreit: Ziehen Sie die Samthandschuhe aus! Es soll ein neuer Ort oder Stadtteil entstehen und nach dem Namen des Babys Amiad Israel Ish-Ran benannt werden. Unser baby, das ermordet wurde, ist zu dem Baby von uns allen geworden.“
Der Vorsitzende des Landkreises Samaria, Yossi Dagan, kam ans Rednerpult, während im Hintergrund Aufforderung zum Rücktritt Netanjahus zu hören waren. „Wir haben aufgehört zu schweigen und zu begraben. Es herrscht eine totale Gesetzeslosigkeit. Wir sind gekommen um zu sagen genug. Am Sonntag werden wir alle den Landkreis bestreiken, die Alltagsroutine und den Schulunterricht stoppen. Wir werden draußen stehen und sagen ‘Schluß mit dem Blutvergießen’.“
Auch an der Straße 60, wo die letzen Anschläge stattgefunden hatten, gab es Proteste von mehreren hundert Demonstranten. 22 Jugendliche wurden festgenommen, nachdem sie versucht hatten, die Straße in der Nähe von Ofra zu blockieren.




