„Nicht das Land sollte erforscht werden, sondern unsere Herzen“

Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon ähnlich empfunden hat, und zwar mehr als einmal im Leben. Das Gefühl, klein und armselig zu sein, schwach, anlehnungsbedürftig, hilflos und verängstigt − im Gegensatz zu anderen, die ihm größer, klüger, mutiger und erfolgreicher erscheinen.

von Anat Schneider |
Foto: Yaakov Lederman/Flash90

Immer wieder entdecke ich neue Ansätze und Ideen, die mich in meinem Leben ermutigen. Diesmal möchte ich Euch fragen, warum mussten Kundschafter ausgesandt werden, wenn Mose und dem Volk Israel das Land sowieso verheißen wurde? Was musste in dieser Mission wirklich ausgekundschaftet werden?  

Wenn alle zwölf Kundschafter dasselbe Land erforscht, dieselben Orte besucht und dieselben Bilder gesehen haben, wieso sind dann zehn von ihnen mit Eindrücken zurückgekehrt, die Furcht und sogar Verzweiflung erregen, die anderen beiden dagegen mit hoffnungsfrohen und ermutigenden Empfehlungen?

Die externe Realität mag eine Konstante sein, aber die Art, wie wir sie auffassen, spiegelt unsere eigene innere Verfassung wider und zeugt von den Wirrungen unseres Bewusstseins. Unser Bewusstsein bestimmt, wie wir die Realität interpretieren und welche Perspektive wir uns gewählt and angeeignet haben. Lasst uns auf unsere erste Frage zurückkommen: warum wurden die Kundschafter tatsächlich entsandt, um das Land zu erforschen? Die Antwort lautet, dass die Kundschafter nicht das Land erforschten, sondern ihre Herzen, und nicht nur ihre eigenen, sondern die Herzen des ganzen Volkes.

Jeder dieser Kundschafter war ja auch der Vertreter einer der Stämme und kannte die unter seinen Stammesgenossen vorherrschende Stimmung ganz genau. Als sie daher sagten, was ihnen auf dem Herzen lag, wussten sie, dass sie damit auch der inneren Verfassung eines Großteils ihrer Stammesangehörigen Ausdruck gaben. Daher bestand die wahre Aufgabe darin, den mentalen Zustand des Volkes zu prüfen: Waren die Herzen der Menschen stark oder schwach, offen oder verschlossen, waren sie vom Überfluss erfüllt oder litten sie an Mangel? War ihr Bewusstsein das Bewusstsein von Sklaven oder von freien Menschen?

Der biblischen Geschichte zufolge war der Großteil des Volkes von Ängsten beherrscht und noch in seinem Sklavenbewusstsein gefangen. In einer solchen Verfassung konnte es nicht in das Gelobte Land einziehen und dort leben wie ein freies Volk in seiner angestammten Heimat. Das Realitätsbild der Menschen − die sich selbst als Grashüpfer und die im Land lebenden Völker als Nachfahren der Riesen betrachteten − zeugte davon, dass sie kleingläubig und ohnmächtig waren.

Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon ähnlich empfunden hat, und zwar mehr als einmal im Leben. Das Gefühl, klein und armselig zu sein, schwach, anlehnungsbedürftig, hilflos und verängstigt − im Gegensatz zu anderen, die ihm größer, klüger, mutiger und erfolgreicher erscheinen. Dieses Gefühl ist nichts als ein Trugbild. Unsere Angewohnheit, uns mit anderen zu vergleichen, lässt uns vergessen, dass wir in Gottes Augen alle gleich sind, alle gut und alle gelungen. Die Vergleiche, die wir anstellen, begrenzen lediglich unser eigenes Potential und säen Angst in unsere Herzen. Sie verhindern unsere Entfaltung und lassen uns praktisch auf der Stelle treten.

Über Hintergründe wie diese wollen wir mit Euch im September beim Israel Happening in Tessin sprechen. Für jeden von uns ist es angenehmer, mit Menschen von Angesicht zu Angesicht zu reden, daher freuen wir uns, Euch in der italienischen Schweiz im Paladina Hotel begegnen zu dürfen. Kommt mit Eurer Familie und Euren Lieben und genießt nicht nur das Zusammensein, sondern die wunderschöne Natur und das Schwimmbad. Wir freuen uns, jeden einzelnen von Euch zu treffen und kennenzulernen.

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