Neue irakische Partei will Frieden und Koexistenz mit Israel

„Wir wollen nicht nur diplomatische Beziehungen, sondern einen echten sozialen Frieden zwischen Irak und Israel“.

von Rami Dabbas | | Themen: Irak
Talal Hariri und die Bewegung "25. Oktober" wollen den Irak säubern, und dazu gehört auch ein Friedensschluss mit Israel. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Talal Hariri

Die Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Irak und Israel ist ein Thema, das in letzter Zeit immer häufiger auftaucht. Dabei werden viele neue Stimmen laut, sowohl für als auch gegen einen solchen Schritt.

Vor ein paar Monaten versammelten sich 300 prominente Iraker, darunter auch Regierungsvertreter, in Erbil, der Hauptstadt der irakischen Region Kurdistan, um Frieden mit Israel zu fordern. Siehe: Haftbefehle für Iraker, die zum Frieden mit Israel aufriefen

Zuvor, im Jahr 2019, entstand unter dem Namen „Bewegung des 25. Oktober“ eine politische Bewegung, die mit weit verbreiteten Volksdemonstrationen gegen die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage einherging. Der Anführer der Bewegung, Talal Hariri, bezeichnet sie als säkulare Bewegung, deren Hauptziel die vollständige Trennung von Religion und Staat im Irak ist.

In Interviews mit irakischen und israelischen Medien forderte Hariri außerdem, Bagdad solle Frieden mit Jerusalem schließen. Dies verärgerte viele andere auf seiner politischen Seite, die ebenfalls für die Beseitigung der Korruption im Irak kämpfen, aber keine Sympathie für den jüdischen Staat haben.

 

Die meisten Iraker wollen Frieden mit Israel

In einem Gespräch mit Israel Heute betonte Talal Hariri, die politische Plattform der Bewegung 25. Oktober sei kristallklar: „Wir treten für einen vollständigen Frieden mit Israel auf sozialer Ebene ein und nicht nur für politisch-diplomatische Beziehungen. Die Stadt Abrahams (Ur der Chaldäer) liegt genau hier im Südirak und kann zu einem Leuchtturm der geistigen Einheit in der Region werden“.

Hariri wies darauf hin, es gebe etwa zwei Millionen vertriebene irakische Juden, die eine unmittelbare Brücke zwischen den beiden Nationen bilden können.

Einer der Gründe für die Annäherung an Israel ist Hariris feste Überzeugung, dass der Irak sich vom Einfluss und der Einmischung des Irans befreien muss.

„Wir sind das erste registrierte politische Projekt, das sich offen gegen den Iran wendet“, sagte er und fügte hinzu: „Diese Ideen haben mir Todesdrohungen von durch den Iran unterstützten Milizen eingebracht, was mich veranlasste, zu meiner eigenen Sicherheit von Bagdad in die Region Kurdistan zu ziehen.“

Das ist ja alles schön und gut, aber sind Hariri und diejenigen, die in Bezug auf Israel so denken wie er, nicht eine kleine Minderheit im Irak? Ganz und gar nicht, betonte er: „Etwa 70 Prozent der Iraker unterstützen eine Normalisierung und die Aufnahme von Beziehungen zu Israel.“

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