MitgliederMicha Kirshner: Verdrehte Pieta

Jesus in moderner israelischer Kunst

von Tsvi Sadan |

Micha Kirshner (1947-2017) war einer der bedeutendsten Fotografen Israels, bekannt vor allem für seine „Meinungsportraits“, die er in den späten 1980er Jahren in den israelischen Journalismus einführte. Die Portraits dieses Kommentators der israelischen Gesellschaft waren vorrangig politischer Natur. Die Reichweite seines Einflusses auf die israelische Fotografie ist nicht zu unterschätzen. Kirshner war Direktor der Beit Berl Hamidrasha-Kunstschule und Vorsitzender der Fotosparte der WIZO Akademie Haifa. Er lehrte an der Bezalel-Kunstakademie und an der Sam Spiegel Film & Television School. 1984 wurde ihm der Fotografie-Preis des Israel-Museums verliehen. Seine Werke werden derzeit im Tel Aviver Museum of Art ausgestellt, beworben durch invertierte Pieta Banner, die an vielen Straßen der Stadt aufgestellt worden sind.

Eines seiner bekanntesten Portraits entstand im Chan-Junis-Flüchtlingslager im Gazastreifen (1988). Es zeigt die Palästinenserin Aisha al-Kurd, ihr totes Baby im Schoß. Das Bild erinnert an die Pieta – das ist Maria mit dem Leichnam Christi. Kirshners Bild entstand während der ersten Intifada (1987-1993).

Aisha al-Kurd ist dabei alles andere als eine Heilige. Sie verbüßte in einem israelischen Gefängnis eine Haftstrafe, weil sie in...

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