Mein Traum

Träume haben ihre Zeit. Wenn sie sich nicht verwirklichen, tun sie es vielleicht zu ihrer Zeit und auf ihre Weise.

Mein Traum
Aviel Schneider

Guten Morgen liebe Leser!

Als wir vor etwa 15 Jahren in die judäischen Berge in einen Moschaw zogen, umgeben von purer Natur, habe ich immer von einem Pool im Garten geträumt. Ich dachte, dass dies ein Vergnügen für die Familie wäre, denn in Israel sind mehr als die Hälfte der Tage des Jahres warm bis heiß. Der Gedanke ging mir jahrelang durch den Kopf, und manchmal habe ich ihn auch ausgesprochen.

Unsere Kinder waren von der Idee begeistert und fragten, wann wir das endlich umsetzen. Aber zu dieser Zeit, die Kinder waren noch Teenies, waren wir im Sommer immer für längere Zeit unterwegs. Oft in Dritte-Welt-Ländern, in Dörfern am Strand, wo starker Wind weht, denn meine Familie surft. Das waren schöne Zeiten, in denen wir eng zusammen waren und ganz einfach mit den Einheimischen lebten. Als unsere Kinder dann eines nach dem anderen zur Armee mussten, wurde es schwieriger, solche Reisen zu unternehmen. Wir wollten kein Familienmitglied ausschließen und unternahmen nur noch kurze Ausflüge.

Aber der Pool im Garten hat mich nicht losgelassen. Uns war schon immer klar, wo wir ihn haben wollten, aber wegen dreier großer Kiefern wurde der Traum immer wieder aufgeschoben. Die Bäume gaben zwar Schatten, machten aber auch viel Dreck mit ihren Nadeln. Jahrelang bemühten wir uns beim KKL um die Genehmigung, die Kiefern fällen zu dürfen. Es zog sich immer weiter hin, und keiner in der Familie hatte die Nerven, sich mit der Bürokratie anzulegen.

Vor etwa einem Jahr hat unser Bezirk beschlossen, alle Kiefern in den Moschawim und Kibbuzim zu roden. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil es in den letzten Jahren in den Bergen um Jerusalem zu etlichen Waldbränden gekommen war. Kiefern brennen schnell, vergleichbar wie Ölbäume. Wenn sie nahe bei Häusern stehen, kann das sehr gefährlich werden. Also hat nun der Staat unsere Kiefern gefällt, wofür wir keinen Schekel bezahlen mussten.

Unser Garten war auf einmal ziemlich leer. Und dann hat uns in diesem Jahr die Pandemie überfallen. Jetzt haben wir die Situation, dass wir die meiste Zeit zu Hause hocken, Fernreisen sind kaum möglich, sogar die Strände sind geschlossen. Nun war die Zeit reif, den so lange verdrängten Traum wiederzuerwecken.

Wir fanden jemanden, der uns ein Becken konstruierte, das aussieht wie so viele in den Bergen um Jerusalem, dort, wo die Quellen sind. Unseren 30. Hochzeitstag feierten wir mit unseren Kindern, zu Hause im Garten. Es war schön, dass da der Wirklichkeit gewordene Traum war. Der Pool wurde schon fleißig genutzt, denn im Oktober sind die Tage noch immer sehr warm.

Träume haben ihre Zeit. Wenn sie sich nicht verwirklichen, tun sie es vielleicht zu ihrer Zeit und auf ihre Weise. Im Rückblick sehen wir dann, dass es genau so, wie es gekommen ist, für uns das Beste war.

 

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Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt und noch etwas wärmer, für die Jahreszeit viel zu warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.915 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 111,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Nicht vergessen: In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Wir werden also eine Stunde mehr Schlaf bekommen. Die Redaktion von Israel Heute wünscht Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat.

Schabbat Schalom aus Jerusalem!

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