Leben von den Toten

Lassen Sie sich nicht von dem größten Zeichen der baldigen Wiederkunft Jesu ablenken

Leben von den Toten
Linda Gardner

In dieser Zeit nach dem Osterfest beschäftigt mich gerade eine weitere Auferstehung, die in der Bibel häufig zur Sprache kommt, in den Gemeinden dagegen eher nicht. Ich beziehe mich auf das, was der Apostel Paulus als „Leben von den Toten“ beschreibt – wenn das jüdische Volk als Ganzes seinen Messias erkennen wird.

Paulus erklärt den Christen in Rom (einer Mischung aus jüdischen und nichtjüdischen Gläubigen), wie die Heiden unter ihnen von der allgemeinen Ablehnung der Juden profitiert haben, die Jesus ans Kreuz brachte, weil sie bedeutete, dass dadurch die Rettung auf Nichtjuden ausgedehnt wurde: „Bedenken wir aber, welchen Segen schon die ablehnende Haltung und die Schuld Israels allen anderen Völkern brachte, wie groß wird erst der Segen sein, wenn das ganze Israel für Christus gewonnen ist!“ (Röm. 11,12)

In Vers 15 fügt er hinzu: „Denn kam es schon zur Versöhnung der Völker mit Gott, als er sich von Israel abwandte, wie herrlich muss es werden, wenn Gott sich seinem Volk wieder zuwendet! Dann werden die Toten zu neuem Leben erwachen.“

Paulus geht näher auf das ein, was die Propheten in Bezug auf eine leibhaftige und spirituelle Wiederherstellung von Gottes altem Volk vorhergesagt hatten.

Hesekiel veranschaulichte dieses Phänomen am anschaulichsten mit seiner Vision der Wiederbelebung des Tals der trockenen Knochen (Hesekiel 37), die in dieser Woche besonders relevant ist, da wir am 15. April den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch britische Truppen begingen.

Erstaunlicherweise prophezeite Hesekiel etwa 2500 Jahre vor diesem Ereignis, dass das „ganze Haus Israel“ in das verheißene Land zurückgebracht werden würde (V.12), wonach der Herr sich ihnen durch seinen in ihnen lebenden Geist offenbaren würde (Verse 13 und 14). Siehe auch Hesekiel 36,24-26.

Ja, Pest und Seuche gibt es zuhauf, dazu kataklysmische Stürme und eine beispiellose Erschütterung der Nationen, einschließlich der berichteten Pläne für ein globales biometrisches ID-System, das beunruhigende Ähnlichkeiten zu dem apokalyptischen Malzeichen des Tieres aufweist (siehe Offb 13,16). Wir jedoch müssen uns auf das größte Zeichen der baldigen Wiederkunft Jesu konzentrieren – die von Hesekiel und anderen so kraftvoll vorhergesehene jüdische Wiederherstellung.

Das moderne Israel ist heute bereits über 70 Jahre alt, und die Juden kommen noch immer aus der Diaspora in Scharen herbei. Noch bedeutender ist, dass das jüdische Volk Jesus in immer größerer Zahl kennenlernt.

Einer von ihnen ist ein Professor aus New York, der in einer Privatschule von Jesus hörte, dessen Rabbi ihn aber davon überzeugen konnte, dass dieser nicht der Messias sei. Seine Suche ging weiter, bis er eines Tages eine erstaunliche Vision von Jesus selbst hatte – hell erleuchtet und vor einem Kreuz stehend. Eine Vision, die ihn zutiefst schockierte.

Er wurde an die Vision erinnert, die Daniel einst gesehen hatte: „Ein Mann in Leinen gekleidet, mit einem Gürtel aus feinstem Gold um die Taille“, ein Gesicht hell wie ein Blitz, Augen wie brennende Fackeln und Arme und Beine wie polierte Bronze – all das ließ den erschrockenen Propheten zittern (Dan 10,5).

Dies wiederum war praktisch identisch mit der Vision Jesu, die der Apostel Johannes im Exil gesehen hatte (Offb. 1,13-15). Johannes beschrieb ihn als den Einen, „der der Allmächtige ist und der war und der kommen wird“. (Offb. 1,8)

Er ist also derjenige, der sich Daniel um 500 v. Chr. zeigte, unserem jüdischen Professor aus New York in diesen Tagen, und der auch bald zurückkommen wird, um auf der Erde zu herrschen und zu regieren.

Mein jüngerer Bruder hat die Angewohnheit, sich jedes Jahr zu Ostern den Filmepos Ben Hur anzusehen. Ihm gefällt besonders die Auflösung, in der Mutter und Schwester der Hauptfigur durch das Blut Jesu von Lepra geheilt werden.

Zufälligerweise war die Heilung eines Aussätzigen der erste Bericht über eine Heilung im Neuen Testament (Matthäus 8,1-4). Die rabbinische Tradition besagt, dass ein solches Wunder ein sicheres Zeichen für den Messias wäre, was vielleicht erklärt, warum der Herr dem Geheilten sagte, er solle sich dem Priester „als ein Zeugnis für sie“ zeigen.

Ich bin sicher, dass ich Sie nicht daran erinnern muss, dass die Juden für unseren himmlischen Vater etwas ganz Besonderes sind. Und wenn wir ihn besser kennenlernen wollen, müssen wir sein Herz kennen – dass er sie mit einer „ewigen Liebe“ (Jer. 31,3) liebt, dass sie sein „kostbarer Besitz“ (Ps. 135,4) und sein „Augapfel“ (5.Mo. 32,10; Sach. 2,8) sind. Wenn wir Jesus lieben, sollten wir sicherlich auch die Juden, seine leiblichen Brüder, lieben.

Wenn wir uns mit ihnen in ihrem Leiden identifizieren, wie wir es mit dem Tod Jesu am Kreuz tun, werden wir auch die Freude über ihre Herrlichkeit und Auferstehung teilen, wenn sie als „Leben von den Toten“ als Jünger von König Jeschua in die Herde der Ekklesia Gottes (wörtlich: „Ausgerufene“) zurückkehren.

Wenn wir uns mit ihnen identifizieren, täten wir gut daran, Master Sergeant Roddie Edmonds nachzueifern, der im Januar 1945 das Leben von 200 Juden rettete, als er als ranghöchster Offizier unter den 1292 amerikanischen Soldaten in einem Kriegsgefangenenlager vom deutschen Kommandanten aufgefordert wurde, die Juden unter ihnen zu identifizieren. Mit einer Pistole an seinem Kopf weigerte er sich mit den Worten: „Wir sind alle Juden.“

Wir müssen nicht nur zu ihnen stehen, sondern sie auch zu dem zurückführen, der „für die verlorenen Schafe Israels“ (Mt. 15,24) gekommen ist. Denn das Evangelium ist „dem Juden zuerst, und auch für die Heiden“. (Rö. 1,16)

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