Kippa in Jordanien unerwünscht

Religiöse Juden wurden an der Grenze aufgefordert, ihre Kippot in den Müll zu werfen

Kippa in Jordanien unerwünscht
Archivbild: Yaakov Naumi/Flash90

Einer Reisegruppe religiöser Juden aus Israel wurde die Einreise nach Jordanien verweigert, weil sie Kippot und andere jüdische Kleidungsteile trugen. Erst nach Einwirken des israelischen Innenministers wurde der Gruppe die Einreise gewährt.

Der Vorfall ereignete sich gestern Morgen (Dienstag), als eine Gruppe dutzender religiöser und orthodoxer städtischer Angestellter zahlreicher israelischer Städte am Grenzübergang Rabin bei Eilat nach Jordanien einreisen wollten. Die Reise war im Voraus bei den jordanischen Behörden angemeldet worden, dennoch wurden Israelis, die eine Kippa oder Tziziot trugen, aufgefordert, sämtliche religiöse Symbole, die sie als Juden erkennen lassen würden, abzulegen.

Medienberichten zufolge sollen einige der Israelis den Anweisungen der jordanischen Soldaten gefolgt sein und ihre Kippas und Tziziot in den Müll geworfen haben. Wer die Grenze passieren wollte, musste danach auch noch das Hemd nach oben ziehen, um sicherzugehen, dass sich keine jüdischen Kleidungsstücke mehr darunter befinden.

Die Gruppe nahm dann Kontakt mit dem israelischen Innenministerium auf. Dort beriet sich Innenminister Arie Deri mit dem Chef des israelischen Sicherheitsdienstes und sendete danach eine Warnung an die jordanischen Behörden, dass Israel jordanische Gastarbeiter des Landes verweisen werde, wenn Jordanien das Tragen von Kippot und Tziziot weiter verbieten würde.

Diese Drohung reichte aus, die Jordanier davon zu überzeugen, ihre Anweisungen zurückzunehmen. Die israelische Delegation konnte nun unbehindert die Grenze nach Jordanien überschreiten.

Die jordanischen Behörden erklärten nach dem Vorfall, die Vorschriften an der Grenze zu überprüfen, die ausschließlich der Sicherheit der jüdischen Besucher gelten sollten.

In Petra befindet sich das Grab von Aharon HaKohen, das besonders zu Beginn des Monats Av von religiösen Juden besucht wird. Erst zu Beginn dieses Monats wurde die Stätte von den jordanischen Behörden wieder für Besuche eröffnet, nachdem sie vor vier Monaten geschlossen worden war, als eine Gruppe orthodoxer Juden dabei „ertappt“ worden war, dort gebetet zu haben. Der offizielle Grund der Schließung soll die Tatsache gewesen sein, dass der Besuch nicht zuvor angemeldet wurde.

Nach einem Treffen zwischen dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin und dem jordanischen Prinzen Ghazi bin Mohammed am Rande eines Besuches in London, wurde entschieden, die Stätte wieder für Besucher zu öffnen.

Leider kam es dabei zu diesem unangenehmen Zwischenfall, der zeigt, wie wackelig die Beziehungen der beiden Länder auch 25 Jahre nach Unterzeichnung des Friedensabkommens sind.

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