all

all

Jüdisches Gebet auf dem Tempelberg markiert einen Wandel der israelischen Souveränität

Am Tisha B’Av hat der jüdische Gottesdienst an der heiligsten Stätte des Judentums die Absurdität einer jahrzehntelangen Regelung offenbart, die das jüdische Gebet als Problem betrachtete.

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, besucht am Jerusalem-Tag, am 26. Mai 2025, den Tempelberg in der Altstadt der Hauptstadt. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, besuchte am Tisha B’Av den Tempelberg und bezeichnete den Anblick der dort betenden Juden als „enormen Fortschritt“.

Tisha B’Av ist der Tag, an dem das jüdische Volk der Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels gedenkt, die beide auf dem Tempelberg in Jerusalem standen. Doch noch Jahrzehnte nach der Befreiung der Altstadt durch Israel im Jahr 1967 brachte der sogenannte „Status quo“ die Juden in die seltsame Lage, dass sie zwar ihre heiligste Stätte besuchen, dort aber nicht offen beten durften.

Diese Regelung war ein Zugeständnis, das in der Hoffnung auf Friedenssicherung gemacht wurde. In der Praxis lehrte sie Israels Feinde jedoch, dass jüdische Zurückhaltung in ein dauerhaftes Veto gegen jüdische Rechte umgewandelt werden konnte.

Am Donnerstag stiegen Tausende von Juden auf den Tempelberg. Einige beteten offen. Ben-Gvir sagte, die Juden dort hätten das Gefühl gehabt, dass der Staat Israel „das Sagen“ habe, und verband diesen Moment mit einer umfassenderen Botschaft der wiederhergestellten israelischen Herrschaft.

Ben-Gvirs Kritiker bezeichneten den Besuch – wie zu erwarten war – als provokativ. Jordanien verurteilte ihn als Verstoß gegen den Status quo. Palästinensische und internationale Stimmen beschrieben die jüdische Präsenz auf dem Tempelberg erneut mit Begriffen, die auf eine Eskalation hindeuten.

Die eigentliche Provokation ist jedoch die Vorstellung, dass jüdisches Beten in Jerusalem besonders gefährlich sei.

Israel muss Sicherheitsbedenken stets sorgfältig abwägen, und der Tempelberg ist einer der sensibelsten Orte der Welt. Rücksichtsloses symbolisches Handeln kann Konsequenzen nach sich ziehen, doch Sensibilität darf nicht bedeuten, dass sich die Juden gerade an jenem Ort, an dem jüdische Geschichte, Gottesdienst und nationale Identität zusammenlaufen, dauerhaft unterwerfen.

Bei Tisha B’Av geht es um Zerstörung, Exil und Rückkehr. Jüdisches Beten auf dem Tempelberg bekräftigt eine grundlegende Wahrheit: Jerusalem ist für das jüdische Volk keinfremdes Territorium.

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Schreibe einen Kommentar

Anmelden