Doch die vehemente Forderung nach mehr Polizeipräsenz ist nicht nur in Jerusalem aktuell Thema vieler Proteste, sondern landesweit. Die arabischen Bürger Israels sind zu Recht besorgt: 72 Araber sind seit Beginn des Jahres durch Gewalt untereinander ums Leben gekommen (Stand: Anfang Oktober). Manchmal ist es häusliche Gewalt, aber es gibt auch die so genannten Ehrenmorde. Oft hat die Mafia die Finger im Spiel. So schreckte ein Täter im September nicht davor zurück, einen 38-jährigen Familienvater, der wohl Schulden hatte, am hellichten Tag in Kfar Yassif auf der Hauptstraße in seinem Auto zu erschießen. Am selben Tag wurde auch bei Um el-Fahem ein Araber erschossen, außerdem zwei Beduinen auf einer Hochzeit, die unversehens in Streit geraten waren. Ein Opfer war eine junge Mutter.
Das Fass zum Überlaufen brachte wenige Tage später der Mord an drei Arabern im Ort Majd al-Krum. Dort wurden zwei Brüder in Gegenwart von Kindergartenkindern regelrecht hingerichtet. Ein weiterer Mann erlag später seinen Verletzungen. Nicht nur Leute, die Verbindung zur Unterwelt haben, sind in Gefahr, umgebracht...
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