Israel legt Plan für einen Park auf dem Ölberg nach Protest der Kirchen auf Eis

Der Plan für eine Erweiterung des Nationalparks um die Mauern der Jerusalemer Altstadt soll unter Beteiligung der lokalen Kirchen beraten werden

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Jerusalem, Ölberg
Gethsemane und die Maria-Magdalena-Kirche Foto: Sebi Berens/Flash 90

Die israelische Natur- und Parkbehörde gab am Montag bekannt, sie werde von einem umstrittenen Plan Abstand nehmen, der vorsah, die christlichen heiligen Stätten auf dem Jerusalemer Ölberg in einen Nationalpark einzubeziehen. Die großen Kirchen hatten lautstark protestiert.

Die armenische, die katholische und die griechisch-orthodoxe Kirche haben sich letzte Woche in einem Schreiben an die für die Parkbehörde zuständige Ministerin für Umweltschutz, Tamar Sandberg, gewandt. Die Kirchen äußerten ihre Besorgnis gegen den Plan und erklärten, er würde den seit langem bestehenden Zustand stören und ziele darauf ab, „eine der heiligsten Stätten des Christentums einzunehmen und zu verstaatlichen und ihren Charakter zu verändern“.

Die Aufnahme eines Kircheneigentum umfassenden Gebiets in einen Nationalpark würde die Kontrolle in die Hände von Leuten legen, die nichts anderes im Sinn hätten, als jede nicht-jüdische Eigenschaft auf diesem Berg auszulöschen, sagte Farid Jubran, Generalkonsul der Kustodie der katholischen Kirche für das Heilige Land.

Kurz nach dem Protest der Kirchen erklärte die Natur- und Parkbehörde, dass sie den Plan, der am 2. März vom Jerusalemer Planungsausschuss genehmigt werden sollte, einfrieren werde. Ohne Beratungen und Gespräche mit allen relevanten Stellen, einschließlich der örtlichen Kirchen werde man den Plan im Planungsausschuss nicht voranzutreiben, erklärte die Behörde.

In einer Erklärung israelischer Menschenrechtsgruppen und Friedensorganisationen wurde der Plan für die Ausweitung des Naturparks auf dem Ölberg als Versuch bezeichnet, die palästinensischen Bewohner an den Rand zu drängen und damit die Entwicklung der palästinensischen Viertel zu verhindern sowie die jüdische religiöse und nationale Bedeutung des Ölbergs zu erhöhen. Der Plan sei Teil verschiedener Maßnahmen, um Israels Souveränität im Osten Jerusalems zu festigen, kritisierte man in der Erklärung.

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