Israel Heute Morgen

Obwohl es heute früh noch nicht geregnet hatte, bin ich gut ausgerüstet aus dem Haus gegangen. Ein paar Worte über das erwartete kalte und verregnete Wochenende und dem „Tag der Hebräischen Sprache“, der heute begangen wird.

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Guten Morgen liebe Leser!

Obwohl es heute früh noch nicht geregnet hatte, bin ich gut ausgerüstet aus dem Haus gegangen. Die Voraussagen für das Wetter der nächsten Tage waren zu entschlossen, als das man sie ignorieren konnte. Auch hatte ich keine Lust, heute Abend vom vorhergesagten Regen durchnässt nach Hause zu kommen. Da es auch relativ kalt werden soll, habe ich sogar meine Wintermütze und Handschuhe mitgenommen. In Modiin waren die allerdings noch nicht notwendig. Doch als ich in Jerusalem aus dem Bus stieg, blies mir ein kalter Wind ins Gesicht. Und kurz nachdem ich unsere Redaktion erreicht hatte, wurde es draußen plötzlich wieder dunkel. Dann hörte ich von der Ferne einen Donner und es begann zu regnen, der Wind wurde stärker.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Vom Norden bis zum nördlichen Negev gelegentliche Regenschauer mit Gewittern. Sehr starke Winde. In der Umgebung des Toten Meeres besteht die Gefahr von Blitzfluten. Auf dem Hermon-Berg wird es schneien. Gegen Abend wird der Regen etwas nachlassen. Für die Jahreszeit sehr niedrige Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 9 Grad, Tel Aviv 15 Grad, Haifa 13 Grad, Tiberias am See Genezareth 15 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Beersheva 14 Grad, Eilat am Roten Meer 21 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.54 m unter dem Meeresspiegel.

Das kommende Wochenende wird wohl das bisher kälteste Wochenende dieses Winters sein. Auch jetzt pfeift draußen der Wind. Es ist völlig klar, dass wir zu Hause bleiben werden. Wir freuen uns auf den Regen.

Während ich also im Sturm zu Fuß auf dem Weg zum Büro war, hörte ich im Radio einen Bericht über den heutigen Tag der Hebräischen Sprache. Im November 2012 hatte die israelische Regierung entschieden, die Wiedergeburt der hebräischen Sprache an einem bestimmten Tag im Jahr zu feiern. Als Tag dafür wurde der Geburtstag von Eliezer Ben-Jehuda gewählt, der als die wichtigste Kraft bei der Verbreitung des modernen Hebräisch gesehen wird. Er wurde am 7. Januar 1858 geboren, dem 21. des Monats Tevet 5678. Da der 21. Tevet diesmal auf einen Shabbat fällt, wurde der Tag vorgezogen.

Wenn man bedenkt, dass Hebräisch seit dem Jahr 200 keine Alltagssprache mehr war, sondern nur noch für die Gebete benutzt wurde, ist die Tatsache, dass wir heute hier in Israel Hebräisch sprechen, das Hebräisch die Muttersprache unserer Kinder ist, als ein wahres Wunder zu bezeichnen. Eliezer Ben Jehuda gründete im Jahr 1889 in Jerusalem einen “Rat der hebräischen Sprache”, der Vorläufer der heutigen “Akademie für die hebräische Sprache” war. Sein Ziel war es, die seit 1700 Jahren so gut wie nicht gesprochene Sprache wiederzubeleben.

Auch heute kümmert sich die Hebräisch-Akademie immer weiter darum, neue Worte für Dinge zu finden, die es damals nicht gegeben hat. Jetzt war mir auch klar, warum die Milchkartons in unserem Kühlschrank seit einigen Wochen bunter als sonst sind. Auf einer Seite gab es ein Bild mit einem hebräischen Wort für bekannte internationale Worte, die wir sonst immer so übernommen hatten. Worte wie “Chat”, “Konfetti” oder “Puzzle”. Auf jedem Milchkarton gab es ein anderes Wort. Jetzt habe ich gelernt, das Puzzle ein “Tazref” ist, wahrscheinlich stammt es von dem Wort “zaref” (hinzufügen). Wenn ich online mit jemanden einen “Chat” führe, nennt man das “Sichuach”, abgeleitet von “Sicha” (Gespräch). Und auf Partys werfen wir kein Konfetti, sondern “Ptitonim”, das wohl von dem hebräichen Wort “Patit” (Krümel) stammt.

Die Molkerei Tnuva hat anlässlich des Tages der Hebräischen Sprache auf den Milchkartons neue Hebräische Worte veröffentlicht. Eine tolle Idee.

Es gibt auch ein hebräisches Wort für “Internet”, es lautet “Mirshetet” und wurde aus dem Wort „Reshet“ (Netz) entwickelt. Es muss sehr interessant sein, an der Akademie der hebräischen Sprache zu arbeiten. Bei dem Finden der neuen Worte wird sich immer auf ein bereits bestehende hebräisches Wort bezogen, das man auch in der Bibel finden kann.

Ich liebe das Hebräisch. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich 22 Jahre gelebt habe, ohne diese Sprache zu sprechen. Erst drei Jahre, bevor ich nach Israel kam, begann ich, zusammen mit meiner Mutter, Hebräisch zu lernen. Als ich dann in Israel landete, kam erst einmal die Ernüchterung, ich verstand kaum ein Wort. Es dauerte dann noch etwa 4 Monate, bis ich es irgendwie geschafft hatte, Hebräisch als “meine” Sprache zu übernehmen. Die Sprache, in der ich meistens auch denke und träume und mit ich mit meinen Kindern spreche. Glauben Sie mir, es ist gar nicht so schwer, wenn man erst einmal den Schlüssel der Sprache verstanden hat.

Jeder kann es lernen. Kleiner Hebräisch-Kurs

Im Hintergrund höre ich neue hebräische Lieder. Es gibt nichts, was man nicht auf Hebräisch ausdrücken könnte. Manchmal möchte ich auf Deutsch etwas erklären, finde aber einfach kein passendes Wort dafür, während ich auf Hebräisch gleich mehrere Möglichkeiten parat hätte.

Jetzt habe ich nicht ein einziges Wort über die aktuellen Ereignisse hier bei uns verloren. Vielleicht ist das ein gutes Zeichen. Aber keine Sorge, wir werden Sie auch heute über alles wichtige, was heute in Israel passiert, informieren. Und das sogar auf Deutsch, meiner Muttersprache! Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren und frohen Donnerstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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