Israel Heute Morgen

Heute Nacht wurde ich von einem lauten Donner aus dem Schlaf gerissen. Ein paar Worte über einen nassen und stürmischen Weg zur Redaktion, das Ende des Bargeldes in Tel Avivs Bussen und vielleicht ein erster Erfolg der israelischen „Gelben Westen“.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Heute Nacht wurde ich von einem lauten Donner aus dem Schlaf gerissen. Regentropfen attackierten die Fenster, der Krach wahr wahnsinnig. Dazu war es auch noch sehr stürmisch. Na, das kann ein interessanter Tag werden, dachte ich mit und drehte mich auf die andere Seite. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an des ständige Prasseln der Regentropfen.

Auch als ich mich um kurz nach 6 Uhr auf dem Weg zur Bushaltestelle machte, regnete es noch. Allerdings hatte der Wind nachgelassen. Ich habe gar keine Zeit gehabt, mir unseren Garten anzuschauen. Der Sturm wird sicher einige Plastikstühle umgeblasen auf den Rasen verteilt haben. As ich in meinen Gedanken versunken war wurde es plötzlich ganz hell. Ein besonders greller und langer Blitz. Kurz danach donnerte es schon. Und dann ging es erst so richtig los. Die Himmelspforten öffneten sich und es begann eimerweise zu gießen. Zum Glück hatte ich dann schon die Haltestelle erreicht. Es war noch dunkel, als ich in den Bus stieg.

In Jerusalem angekommen, war mir klar, dass ich heute nicht zu Fuß gehen werde. So ging ich zur Straßenbahnstation, wo viele Menschen Unterschlupf vor dem Regen gesucht hatten.

Warten auf die Straßenbahn um kurz vor 7. Die Uhr der Busstation ist wie immer kaputt (Foto: Dov Eilon)

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Gelegentliche Regenschauer vom Norden bis zum nördlichen Negev, die von gelegentlichen Gewittern begleitet werden können. Gefahr von Blitzfluten im Jordantal, in der Judäischen Wüste und in der Umgebung des Toten Meeres. An der Küste kann es zu Überschwemmungen kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 16 Grad, Eilat am Roten Meer 21 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.595 m unter dem Meeresspiegel.

Die Meteorologen hatten uns ja schon darauf vorbereitet, dass dieser Winter ein besonders regenreicher Winter werden soll. So freuen wir uns über den Regen und hoffen, dass dies erst der Anfang ist. Wir brauchen diesen Regen.

Auf dem Weg zur Redaktion, heute früh

Und nun sitze ich im warmen Büro, während es draußen weiter regnet. Eigentlich eine nette Atmosphäre, wenn meine Schuhe doch nur nicht so nass geworden wären.

Heute früh wurde im Radio berichtet, dass man ab morgen auch im gesamten Großraum von Tel Aviv, Gush Dan, den Bus nur noch mit einer aufgeladenen Rav Kav Karte besteigen kann. Hier in Jerusalem ist das schon länger der Fall. Ab morgen nun auch in Tel Aviv. Wer keine Rav Kav Karte hat, kann diese zurzeit beim Fahrer eine anonyme Karte erhalten, die dann mit der einfachen Fahrt aufgeladen wird. Da diese Karte jedoch zehn Shekel kostet, sollte man in der Zukunft nicht vergessen, sie immer dabei zu haben und vor der nächsten Fahrt aufzuladen. Am Anfang sind Veränderungen wie diese immer etwas schwierig, aber ich denke, am Ende werden sich alle daran gewöhnt haben.

In der letzten Zeit wird bei uns wieder sehr viel über die hohen Lebenskosten gesprochen. Nun gab es ja auch hier bei uns Proteste mit der gelben Weste, wie sie in einem unserer Artikel lesen konnten. Natürlich sind diese “Gelbwestproteste” nicht mit denen in Frankreich zu vergleichen, was auch gut ist, aber dennoch scheinen sie bereits einen ersten Erfolg verzeichnen zu können. Denn gestern erklärte Osem, einer der größten Lebensmittelkonzerne Israels, das man die zuvor angekündigten Preiserhöhungen von einer ganzen Zahl von Produkten jetzt doch nicht ausführen werde. Ja, und warum nicht? Weil die “Gelben Westen” vorher zu einem Boykott der Produkte des zu Nestle gehörenden Konzerns aufgerufen hatten. Und weil auch unser Finanzminister versprach, gegen die Preiserhöhungen anzugehen, machte Osem nun einen Rückzieher. Dabei erinnerten sie sich bestimmt an die Massendemonstrationen vom Sommer 2011.

Vielleicht hilft es doch? Proteste gegen die hohen Lebenskosten, Tel Aviv (Foto: Miriam Alster/Flash90)

Es sollen noch viele andere Dinge teurer werden, wie zum Beispiel der Strom. Aber auch hier versprach der Finanzminister, einzugreifen. So soll die Preiserhöhung jetzt etwas milder ausfallen, als zunächst angekündigt. Während der einfache Bürger nun mit den höheren Preisen klar kommen muss, müssen sich die Knesset-Abgeordneten und Minister der Regierung keine Gedanken darüber machen. Denn für sie wurde zum Jahresbeginn eine Gehaltserhöhung von rund 1000 Shekeln (um die 235 Euro) angekündigt. Allerdings haben die Abgeordneten die Möglichkeit, auf diese Erhöhung zu verzichten. Denn man scheint sich dessen bewusst zu sein, dass es gerade jetzt, wo alles teurer werden soll, nicht gut aussieht, wenn man sich die eigenen Gehälter erhöht, während es viele Bürger nicht schaffen, mit ihren Gehältern, die eben nicht jedes Jahr automatisch erhöht werden, durch den Monat zu kommen.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Donnerstag. Das Wochenende ist fast schon wieder da. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox