Guten Morgen liebe Leser!
Von mir aus könnte es immer Pessach bleiben. Auch wenn sich die Zahl der Fahrgäste im Bus nach Jerusalem im Vergleich zu gestern fast verdoppelt hatte. Wir waren diesmal zu viert. Da frage ich mich schon, ob das nicht Folgen haben könnte für das nächste Jahr und die Busgesellschaft diese Buslinie, die ja eh nur zweimal am Tag fährt, in der Pessachwoche nicht aussetzen wird. Denn wirtschaftlich kann das nicht sein.
Auch die Straßen waren wieder völlig frei, nach einer knappen halben Stunde lief ich schon durch den Machane Jehuda Markt. Ich mag den Markt so früh am Morgen, wenn die Verkaufsstände für den neuen Tag vorbereitet werden. Diese riesigen Mengen an frischem Obst und Gemüse, die jeden Tag von Neuem an die Stände geliefert werden, sind beeindruckend. Dann sehe ich jeden Tag den älteren Mann, wie er die verschiedensten Halva-Sorten wieder auf den Verkaufstisch stellt, ein anderer ist mit den frischen Bananen beschäftigt und der Gabelstaplerfahrer fährt eine neue Lieferung von frischem Knoblauch zu einem Stand. Dazu gibt es jede Menge Lastwagen, die neue Waren abladen, manchmal muss man echt aufpassen, nicht zwischen den Lastwagen regelrecht eingesperrt werden, es ist oft wie durch ein Labyrinth zu laufen.

Und nun zum Wetter. Es ist auch heute wieder sehr angenehm, nicht zu kalt und nicht zu warm, genau richtig eben. Obwohl es heute meistens bedeckt sein soll, scheint hier in Jerusalem bis jetzt noch die Sonne von einem völlig wolkenlosen blauen Himmel. Naja, Meteorologen können sich auch mal irren. Abwarten. Ab morgen soll es eh wieder deutlich wärmer werden.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Meist bewölkt mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 20 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.425 m unter dem Meeresspiegel.
Das angenehme Wetter wurde gestern von vielen wieder für Ausflüge in die Natur genutzt. Mehr als 200.000 Israelis besuchten die vielen Parks und Naturparks, die das Land zu bieten hat. Sehr beliebt ist hierbei der Yarkon-Park in Tel Aviv, wo dann gerne auch schon mal der Grill aufgebaut wird, als Generalprobe für den Unabhängigkeitstag. Auch hier in Jerusalem war der Sacher-Park gut besucht, die Rauchschwaden der Grills konnte man schon von weitem sehen. Aber es wurde natürlich nicht nur gegrillt, auch wenn das hier so eine Art “Nationalsport” ist (ich sollte langsam unseren Grill vorbereiten…), viele Ausflügler besuchten auch den Park in Ein Gedi am Toten Meer oder das Natur-Reservat Einot Tzukim, es ist das am niedrigsten gelegene Natur-Reservat der Welt, am Ufer des Toten Meeres gelegen. Dort gibt es auch einige Schwimmbecken mit Quellwasser, sogar Fische gibt es dort, in der Wüste, am Toten Meer.
Pessach in Einot TzukimAuch der Qumran-Nationalpark soll sehr gut besucht gewesen sein. Dort gab es für Familien ein Spiel rund um die Suche nach den Schriftrollen. Auch der Caesarea Maritima National Park war sehr gut besucht. Auch die Gegend bei uns um Modiin herum ist als Ausflugsziel sehr beliebt, wo auch der Wald von Ben Shemen zu einem Picknick einlädt, ach, es gibt so viele Möglichkeiten, einen schönen Tag in der Natur zu verbringen. Auch scheint sich herumgesprochen haben, dass Modiin einige sehr schöne Parks hat. Der Anabe Park war besonders von orthodoxen Juden sehr gut besucht. Es gab kaum noch Platz. Ja, Modiin ist auf der Landkarte.
Da ich nun hier in der Redaktion sitze, kann ich momentan nur von diesen schönen Orten unseres Landes erzählen, aber seien Sie sich sicher, dass ich spätestens im Sommer einiger diese Orte mit der Familie besuchen werde. Man muss wirklich nicht immer ins Ausland fliegen, um Urlaub zu machen. Es reicht ein Tagesausflug in diese wunderschöne Natur, die unser Land zu bieten hat. Dennoch hat der Ben-Gurion-Flughafen Hochbetrieb. Sehr viele Israelis verbringen die Pessach-Ferien im Ausland, denn oft ist das leider viel billiger als ein Hotel-Urlaub in Eilat. Das ist ein Problem, mit dem man sich auseinandersetzen muss.
Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag und eine angenehme Rückkehr in den Alltagstrott, ich hoffe, Sie hatten schöne Feiertage. Hier geht die Pessach-Woche weiter. Nachrichten gibt es später. Machen Sie es gut!
Shalom aus Jerusalem!
Dov




