Guten Morgen liebe Leser!
Es ist wieder Freitag, das erste „Winterwochenende“ liegt vor uns. Ich schreibe das Wort „Winter“ bewusst, um daran zu erinnern, dass wir jetzt Winter haben. Und an diesem Wintertag soll es hier bei uns in Modiin bis zu 27 Grad warm werden. Winter, Dezember 2017. Allerdings habe ich heute früh im Radio ein Gespräch mit einem Meteorologen gehört. Er beruhigte und sagte, dass noch nicht alle Hoffnung auf einen richtigen Winter mit ausreichend Regen verloren sei. Allerdings müssten wir uns damit noch etwas gedulden, aber der Regen wird kommen, noch in diesem Winter. Das hoffe ich doch sehr, aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf ein weiteres angenehmes und recht warmes Wochenende.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Meist bewölkt mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 24 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.395 m unter dem Meeresspiegel.
Es ist klar, dass hier bei uns heute und wohl auch in den nächsten Tagen fast nur über ein Thema gesprochen und diskutiert werden wird, die gestrige Abstimmung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen. 128 Länder haben gestern gegen uns gestimmt, also gegen Jerusalem, gegen die Anerkennung Jerusalems als die Hauptstadt Israels. Dazu später mehr. Alle Zeitungen berichten davon auf ihren Titelseiten. Dennoch sehen nicht alle das Abstimmungsergebnis als eine Niederlage von Donald Trump oder Israel an, die Gratis-Zeitung Israel Hayom wertet die Tatsache, dass sich immerhin 35 Länder der Stimme enthalten haben. als Erfolg für Israel. Nun ja. Jier die Titelseiten von heute:

Maariv berichtet die bittere Wahrheit: ”128 Länder gegen Jerusalem”. Der Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Länder habe diese nicht eingeschüchtert. Es war ja auch nicht anders zu erwarten. Links daneben eine Meldung über eine Aussage des juristischen Beraters der Regierung: „Mandelblit: Man darf die Legitimität der Polizei nicht verletzen“, wird er zitiert. Damit reagierte er auf eine Rede von Ministerpräsident Netanjahu bezüglich der polizeilichen Ermittlungen gegen ihn. Für morgen Abend sind dann wieder Demonstrationen angesagt. In Tel Aviv die schon traditionelle Demonstration gegen Korruption, in Jerusalem eine Gegendemonstration der Rechten. Unten gibt es dann unter anderem eine tragische Meldung: “Sie warnte – und wurde ermordet: Mein Mann verdächtigt mich, ich würde ihn betrügen“. Gestern wurde zum 18. Mal in diesem Jahr eine Frau von ihrem Ehemann ermordet. Die Behörden haben es nicht verhindern können. Sechs Kinder haben ihre Muter verloren.
Die Zeitung Jediot Achronot hat als Überschrift das Abstimmungsergebnis der UNO-Generalversammlung genommen. ”128 gegen Israel und die USA / 9 für Israel / 35 Enthaltungen”. Darunter dann die Titel zweier unterschiedlicher Kommentare, “wir haben gewonnen” und “wie haben verloren”. Ist die Tatsache, dass sich 35 Länder der Stimme enthalten haben. als Erfolg für Israel zu werten? Wirklich? 128 Länder stimmten gegen uns, gegen Israel. Links daneben dann einige Schlagzeilen bezüglich verschiedener Skandale und Affären, wir haben hier leider genug davon. Aber es gibt auch noch eine erfreuliche Überschrift im unteren Teil der Seite: ”Leutnant L. startet: Frauen, kommt zum Pilotenkurs”. In der kommenden Woche wird die einzige Frau unter 36 Teilnehmern des Pilotenkurses der israelischen Luftwaffe ihre “Flügel” bekommen, so nennt man den erfolgreichen Abschluss des Kurses. Sie ruft weitere Frauen auf, sich für die Aufnahmeprüfungen für den nächsten Pilotenkurs zu melden. Alle. die einen Traum haben, sollen kommen, sagte sie. Glückwunsch.
Die Zeitung Israel Hayom sieht das Abstimmungsergebnis von gestern, wie schon gesagt, als einen Erfolg für Israel. ”Erfolg für Israel: 35 Länder enthielten sich der Stimme”. Kennen Sie den Satz “man soll immer das halbvolle Glas sehen und nicht das halbleere. Da mag ja etwas dran sein, dennoch fällt es mir schwer, das, was gestern passiert ist, als Erfolg zu werten. Links auf der Seite dann ebenfalls die Meldung über die einzige Pilotin, die den Pilotenkurse erfolgreich abgeschlossen hat, diesmal gibt es sogar ein Foto von ihr. Wie üblich bei Piloten, wird das Gesicht nicht gezeigt. ”Sie startet”, lautet hier die Überschrift schlicht. Mit rotem Hintergrund gibt es dann noch eine Überschrift, zusammen mit einem Foto des ehemaligen Ministerpräsidenten Ehud Barak.”Baraks Aussagen sind peinlich, er ist verrückt geworden”, werden die Reaktionen auf eine Rede von ihm zitiert, in der er sagte, dass die Realisierung der Agenda eines Staates dazu führen könne, dass Mitglieder der Armee und der Sicherheitskräfte den Befehl verweigern könnten. Barak hätte als Ministerpräsident versagt, sagte ein Minister als Reaktion auf die Rede. Ehud Barak redet sehr viel, bei zahlreichen Gelegenheiten, fast dachte man, er würde in die Politik zurückkehren, was bis jetzt nicht geschehen ist. Warum dann diese Auftritte?
Das waren einige der Schlagzeilen der Wochenendausgaben der Zeitungen. Dazu kommen dann zahlreiche Beilagen mit Hintergrundberichten, Magazine mit etwas leichterer Kost, so dass für jeden etwas dabei ist, langweilig wird es also nicht werden. So eine Wochenendzeitung wiegt nicht wenig, ich werde sie bei Gelegenheit mal wiegen.
Nun wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Am Sonntag ist Heilig Abend, gestern habe ich in der Altstadt sogar schon den Weihnachtsmann getroffen. Also, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




