Guten Morgen liebe Leser!
Heute früh scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Der von uns so gewünschte Regen lässt noch auf sich warten, gestern fielen am Abend nur ein paar Tropfen. Und am Wochenende soll es wieder überdurchschnittlich warm werden, vom Regen keine Spur. Nun haben wir schon Mitte Dezember und vom Regen, also so richtiger Regen, keine Spur.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter bis wolkig mit der Möglichkeit von leichten Regenschauern und einem weiteren leichtenTemperaturrückgang. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.37 m unter dem Meeresspiegel.
Vom fehlenden Regen einmal abgesehen ist es sehr angenehm in diesen Tagen, Sonne, angenehme Luft, ein tolles Wetter für Ausflüge, doch im Süden „tröpfeln“ statt Wassertropfen leider Raketen aus dem Gazastreifen auf uns. In den letzten 5 Tagen wurden nicht weniger als 16 Raketen auf Israel abgeschossen, 4 davon gestern Abend. Dieses bei uns genannte “Tröpfeln von Raketen” darf man nicht hinnehmen. Und das bringt uns zu den Titelseiten der heutigen Zeitungen.

Die Zeitung Maariv berichtet unten links auf der Titelseite von den von mir erwähnten „Raketengetröpfel“. ”Gefährliches Tröpfeln”, lautet die Überschrift. Schon drei Tage in Folge wurden Raketen vom Gazastreifen auf Israel abgeschossen. Gestern hat das Abwehrsystem Iron Done (Eiserne Kuppel) zwei von insgesamt vier Raketen abgewehrt, eine weitere Rakete fiel auf freies Gelände. Wie lange sollen wir uns diesen Beschuss noch gefallen lassen? Und nun zum Thema des Tages: ”Entlassungen bei Teva: Generalstreik der Gewerkschaft am Sonntag”. Der Pharmakonzern Teva plant, in Israel nicht weniger als 2000 bis 3000 Angestellte zu entlassen, um sich gesundzuschrumpfen. Es handelt sich dabei um die Hälfte der Mitarbeiter. Damit solle das “sinkende Schiff” stabilisiert werden, sagte der Vorsitzende der Industriellen. Der Vorsitzende der Gewerkschaft hat einen harten Kampf angesagt und einen Generalstreik für Sonntag ausgerufen. Das bedeutet, keinen Flüge vom Flughafen, keine Banken, Behörden, Buss, Eisenbahnen, Müllabfuhr, Post, nichts. Das kann heiter werden.
Die Zeitung Jediot Achronot hat für dieses Thema ihre gesamte Titelseite gewidmet. ”Der Teva Schlag”, heißt hier die Überschrift. Es handelt sich in der Tat um einen schweren Schlag. Der Konzern Teva galt als das Symbol der nationalen Erfolges, ein Aushängeschild des Landes. Auf deer Seite wird ein Auto gezeigt, das die Direktoren des Konzerns fahren, es ist ein Jaguar. Und die Angestellten würden jetzt den Preis für die Misswirtschaft zahlen. Dabei wird auch das Jahresgehalt des Chefs von Teva erwähnt, der jetzt die Kürzungen angekündigt hat, die Entlassungen. Er verdient 35.5 Millionen Dollar im Jahr. Hätte man nicht hier mit dem Einsparen beginnen müssen, anstatt 2000 – 3000 Menschen auf die Straße zu setzen? Ganz unten wird dann noch der Raketenbeschuss von gestern erwähnt und ein neuer Bestechungsskandal, wir haben ja nicht genug davon. Demnach soll im Jahr 2012 der damalige Finanzminister und heutiger Minister für Energie Yuval Steinitz Gelder von fiktiven Spendern für seine Wahlkampagne erhalten haben. Da kann ich nur sagen: “Welcome to the club”, aber warten wir erst einmal ab, wie sich diese Geschichte entwickeln wird.
Kommen wir nun zur Titelseite der Zeitung Israel Hayom. Auf der Seitenmitte natürlich die Schlagzeile bezüglich der geplanten Massenentlassungen bei Teva. ”Sie bekamen Milliarden – und werden tausende entlassen”, wird den Direktoren des Konzerns vorgeworfen. Das Flaggschiff der Nation würde sinken, Generalstreik der Gewerkschaft. Darüber befindet sich eine Meldung bezüglich eines Vorfalls vom Januar, bei dem in dem Beduinendorf Umm al-Hiran ein Polizist durch ein von einem Beduinen gefahrenes Auto ums Leben kam und der Fahrer daraufhin von den Politisten erschossen wirden war. Man war von einer Autoattacke ausgegangen. Doch war man sich dabei nicht hundertprozentig sicher. Das zeigt auch die heutige Überschrift: ”Der Sicherheitsdienst sagt: Umm al-Hiran war ein Unfall – Polizeischef Alsheikh besteht darauf: Es war Terror.” Der Zeitung zufolge soll es neue Einzelheiten von dem Vorfall geben. Schon in der Nacht danach sei der Sicherheitsdienst zu dem Entschluss gekommen, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe und der Beduine nicht aus Absicht auf den Polizisten zugefahren sei. Doch der Polizeichef bleibe dabei: Es sei ein Anschlag von ISIS gewesen. Das ist schon etwas eigenartig. Unten auf der Titelseite wird dann natürlich auch vom gestrigen Raketenbeschuss berichtet. ”3 Tage, mehr als 10 Raketen. Gestern: Ein weiterer Beschuss”.
Das sind die Titelseiten der heutigen Zeitungen. Das Thema um Teva wird wohl das Tagesgespräch werden. Den Streik am Sonntag wird man wohl kaum verhindern können.
Gestern Abend haben wir die zweite Chanukka-Kerze angezündet. Das ist immer ein sehr schöner Moment, wenn man den ganzen Alltag beiseite legt und sich um den Chanukka-Leuchter versammelt.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Donnerstag, das Wochenende ist fast schon da. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




