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Israel Heute Morgen

Wo ist eigentlich meine Jacke? Das fragte ich mich, als ich heute früh in Jerusalem aus dem Bus stieg. Ein paar Worte über die bevorstehende Umstellung auf die Winterzeit, eine „Türklopf-Aktion“ für den Kampf gegen den Krebs und natürlich das Wetter für heute in Israel.

Guten Morgen liebe Leser!

Wo ist eigentlich meine Jacke? Das fragte ich mich, als ich heute früh in Jerusalem aus dem Bus stieg. Zum ersten Mal seit dem Sommer habe ich mich daran erinnert, dass ich irgendwo zuhause ein Jacke haben muss, ich hatte sie im Juni einmal aus dem Schrank geholt, als ich meine Mutter in Deutschland besuchte. Als ich dann wieder zuhause war, muss ich sie wohl irgendwo „versteckt“ haben. Eine Jacke brauchte man hier schon seit März nicht mehr. In Jerusalem waren die Temperaturen heute Nacht auf 14 Grad heruntergegangen, das gab es schon lange nicht mehr. Sogar bei uns in Modiin waren es am Abend und heute früh gerade mal 17 Grad. Auch in den nächsten Tagen soll es erst einmal so bleiben.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit für der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 24 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 30 Grad, am Toten Meer 31 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen haben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.215 m unter dem Meeresspiegel.

Als ich heute früh aufstand, fiel mir auf, wie dunkel es draußen noch war. Es ist nicht so schön, in der Dunkelheit aus dem Haus zur Arbeit zu gehen. Doch das wird bald erst einmal ein Ende haben. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Wir stellen die Uhren um, die Winterzeit beginnt. Diesmal gewinnen wir eine Stunde mehr Schlaf, nachdem wir sie zu Beginn der Sommerzeit verloren hatten. So wird es ab der nächsten Woche endlich wieder hell sein, wenn ich aufstehe. Doch das hat seinen Preis, es wird früher dunkel werden. Aber das ist in Ordnung. Besonders seitdem wir, wie in Europa, erst Ende Oktober auf die Winterzeit umstellen und nicht schon Ende September, noch vor dem Jom Kippur, wie es früher war. Ob diese Uhrenumstellung gut oder schlecht ist, darüber wird wohl immer diskutiert werden, ich persönlich finde es gut. In Deutschland war ich es früher gewohnt, dass es im Sommer erst so gegen 22 Uhr dunkel wird, hier in Israel ist es in der Sommerzeit sogar schon um 20 Uhr dunkel. Noch früher wäre doch nicht schön. Wenn Sie in Deutschland die Uhren umstellen, haben Sie am kommenden Tag einen freien Tag, den Sonntag, doch bei uns arbeitet man am Sonntag, wie Ihnen ja sicher bekannt ist, denn Sonntag ist der erste Tag der Woche. So wäre es eigentlich logisch, die Uhren zwischen Freitag und Samstag zu verstellen, damit wir auch einen freien Tag haben können, aber das geht natürlich nicht, denn am Shabbat darf man keine Uhren verstellen. Daher ist es bei uns besonders wichtig, nicht zu vergessen, die Uhr zu verstellen, denn dann kann es unangenehm sein, wenn man am Sonntag deswegen eine Stunde zu früh zur Arbeit oder in der Schule erscheint.

Heute werden wieder, wie jedes Jahr, tausende Schulkinder im ganzen Land von Tür zu Tür gehen und Spenden sammeln, Spenden für den Kampf gegen den Krebs. “Türklopfen” nennt man diese Aktion, die jährlich von dem Israelischen Verband für den Kampf gegen den Krebs veranstaltet wird. Es ist Tradition, dass die Schulen in Israel dabei mitmachen. Die Schüler sollen dabei lernen, wie wichtig es ist, zu geben und anderen zu helfen.

Anfang Oktober hat unser Staatspräsident Reuven Rivlin krebskranke Kinder empfangen und das neue Arbeitsjahr des Krebsverbandes offiziell eröffnet.

Ich erinnere mich noch sehr gut die Zeit, als unsere Kinder in der Nachbarschaft unterwegs waren, um Spenden zu sammeln. Sie werden von der Schule mit Plastiktüten und Quittungsblöcken ausgestattet. Am Ende des Tage vergleichen die Schüler dann oft untereinander, wer gewonnen hat, d.h. wer mehr Spenden eingesammelt hat. Heute findet diese Aktion zum 57. Mal statt. Im Frühstücksfernsehen wurde heute darüber diskutiert, ob es in der Ära des Internets überhaupt noch angebracht sei, die Kinder von Haus zu Haus zu schicken. Dazu kommt eben auch die Sorge der Eltern, man weiß ja leider nie, wer einem die Tür öffnet. Irgendwie hatte man sich früher viel weniger Sorgen darüber gemacht. Aber bis jetzt ist eigentlich immer alles gut gelaufen, jeder Bürger Israels kennt diese Türklopf-Aktion, fast jeder hat als Kind selber mitgemacht.

Dieses Video wird seit 1989 vor der Türklopf-Aktion gesendet, mit leichten Veränderungen. Es zeigt einen 15 Jahre alten krebskranken Jungen aus einem Video von 1989, in dem er für die Spendenaktion wirbt und seine Wichtigkeit für die an Krebs erkrankten Kinder zeigt. Dann wechselt das Video ins Jahr 1990, der Junge, sein Name ist Haran, ist mittlerweile gesund. Dann sehen wir denselben Jungen in einem Video von 1993, in dem wir erneut aufgefordert werden, zu spenden, damit auch andere Kinder geheilt werden können. Dann erscheint der mittlerweile 28-jährige Haran im Jahr 2003 mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm. Im Jahr 2009 ist er bereits Vater von zwei Kindern. Wieder fordert er uns auf, zu spenden. Dieses Video geht einem wirklich unter die Haut, im positiven Sinne. Und jetzt, im Jahr 2017, gibt es ein paar neue Bilder von ihm, dem gesunden Familienvater, mit einem neuen Baby. Fast 30 Jahre lang wird er schon begleitet. Viel Erfolg für die heutige Aktion. Auch Sie können daran teilhaben.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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