Guten Morgen liebe Leser!
Auch heute konnte ich am frühen Morgen die frische kühle Luft genießen. Im Wetterbericht der Abendnachrichten erzählte uns der Meteorologe, dass wir uns langsam dem Monatsende nähern, der Sommer gehe langsam zuende. Die Tage würden deutlich kürzer werden, die Nächte kühler. In Jerusalem sollen die Temperaturen sogar unter die 20 Grad-Marke fallen, 18 Grad wurde uns vorhergesagt. Während meiner ganzen Fahrt nach Jerusalem war der Himmel von grauen Wolken bedeckt, hinter denen sich die Sonne versteckte. Jetzt haben sich die Wolken natürlich aufgelöst, Mittags werden um die 30 Grad erwartet. Noch ist Sommer.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter ohne bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.735 m unter dem Meeresspiegel.
In den Medien wird immer öfter vom Ende der Sommerferien gesprochen, von der „Rückkehr in die Schule“, Geschäfte werben mit großen Schildern „Angebote für die Rückkehr in die Schule“. Unser jüngster Sohn will davon noch gar nichts hören, seit fast zwei Monaten hat er schon Ferien, eine enorm lange Zeit. Da ist es wirklich nicht leicht, zurück in den Alltag zu finden. Auch mir scheint noch nicht klar zu sein, dass die Schule bald wieder beginnt, unser jüngster Sohn ist der letzte unserer Kinder, der noch die Schulbank drücken muss.

Schulbücher? Noch nichts gekauft, noch nicht einmal die Liste ausgedruckt. Die Bücher sind auch viel zu teuer. Leider nimmt die Schule unseres Sohnes auch in diesem Jahr nicht an dem Schulbuchverleih-Projekt teil. Es haben nicht genug Eltern dafür unterschrieben. Sie kaufen anscheinend lieber jedes Jahr neue Schulbücher. Ich verstehe das nicht. Hefte und Schreibzeug ? Auch noch nichts. Das ist immer so bei uns, eine schlechte Angewohnheit, alles im letzten Moment zu machen, aber am Ende wird dann sowieso alles besorgt sein. Haben wir eine ander Wahl?
Bei der Suche nach einem passenden Video für die Rückkehr in die Schule bin ich auf folgendes Video einer Organisation mit dem Namen „Ministry to Israel“ gestoßen. Diese Organisation unterstützt Neueinwanderer und bedürftige Menschen in Israel . So halfen sie auch in diesem Jahr Familien, sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten.
Einkäufe für das kommende Schuljahr, mithilfe der Organisation „Ministry to Israel“Schön, das es solche Organisationen gibt. Aber eigentlich sollte sich hier doch der Staat darum kümmern. Alle Schulen sollten die Lehrbücher ausleihen. Und wenn es Eltern gibt, die lieber neue Bücher kaufen wollen, dann können sie es ja gerne machen. Und dann haben wir noch das schmerzliche Thema der jährlichen Zahlungen, die die Schulen für alle möglichen Dinge von den Eltern verlangen. In Israel ist die Bildung, Schule und Kindergarten, übrigens umsonst. Und dieses umsonst ist nicht gerade billig. Da muss für besondere Unterrichtsmaterialien bezahlt werden, für die Schulausflüge, für „freiwilligen“ Zusatz-Unterricht in allen möglichen Fächern und Arbeitsgemeinschaften. Die Teilnahme ist offiziell freiwillig, aber es gibt niemanden, der sein Kind davon ausschließen will. Was würden seine Mitschüler dazu sagen? Diese Schulzahlungen, es sind Zahlungen und keine Gebühren, sind jedes Jahr wieder ein Thema. Elternvertreter drohen jedes Jahr, diese Zahlungen zu verweigern, das Bildungsministerium muss sie genehmigen. Jedes Jahr hoffen die Eltern auf eine Veränderung, doch am Ende bleibt alles wie immer, es wird brav bezahlt. Im letzten Jahr zahlte ich für zwei Kinder umgerechnet 140 Euro im Monat. Was für ein Glück, dass die Schulausbildung hier im Land gratis ist.
Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag, das Wochenende ist fast schon wieder da. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




