Guten Morgen liebe Leser!
Heute früh auf meinem Weg zur Redaktion war es viel wärmer als gestern. Das mag daran liegen, dass es auch in der Nacht recht warm gewesen war, bei uns in Modiin lagen die Tiefstwerte bei 21 Grad. Trotz der warmen Temperaturen können heute im Norden einige Regentropfen vom Himmel fallen, denn dort, wie auch an der Küste, kann es etwas bewölkt sein. Aber für mehr als ein paar Tropfen wird das wohl nicht reichen. Zum Wochenende hin sollen die Temperaturen noch etwas nach oben gehen.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter bis wolkig, im Norden kann es zu leichten Regenschauern kommen. Gegen Nachmittag starke Winde im Süden. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Eilat am Roten Meer 41 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.21 m unter dem Meeresspiegel.
Gestern bin ich ungewöhnlich schnell nachhause gekommen. Und das, obwohl ich die Schnellstraße 1 genommen hatte, wo es sonst in den Nachmittagsstunden immer sehr viele Verkehrsstaus gibt. Doch diesmal wurde mit die Straße von meiner Navi-App Waze empfohlen, die Fahrt nach Modiin sollte nur 29 Minuten dauern, auf der Straße 443, die ich sonst immer für meine Heimfahrt nehme, sollte die Fahrt 45 Minuten dauern. Ich war angenehm überrascht und fuhr dann, wie empfohlen, auf der Strasse 1. Es fuhren relativ wenig Autos auf der Straße, oder der Verkehr floss besser als sonst. Kann es sein, dass die Öffnung aller drei Fahrspuren der Grund für den fließenden Verkehr war? Das werde ich heute bei meiner Fahrt nachhause herausfinden.
In Tel Aviv hatten es die Autofahrer nicht so gut wie ich. Dort demonstrierten am Nachmittag die Behinderten. Sie fordern, die monatliche Zahlung, die sie von der Nationalversicherung erhalten, dem Mindestlohn anzupassen, der bei rund 5000 Shekeln liegt (ca.1200 Euro). Zum Vergleich: Behinderte ab einer Behinderung von 75% bekommen eine monatliche Zahlung von 2342 Shekeln (ca. 580 Euro), die leichter Behinderten bekommen noch weniger. Dass man davon nicht leben kann, sollte klar sein. Daher gingen rund 200 Behinderte gestern wieder auf die Straße. Vor einem Monat demonstrierten sie in Jerusalem, jetzt war Tel Aviv an der Reihe.
Behinderte demonstrierten in Tel Aviv und blockierten die Straßen.
Mit an der Demonstration beteiligt war auch der Knesset-Abgeordnete Ilan Gilon von der Meretz-Partei. Er ist selbst behindert und setzt sich bei seiner Arbeit im Parlament sehr für die Behinderten ein. Ob die Forderung der Behinderten erfüllt werden, ist fraglich. Ein Komitee, das über die Höhe der monatlichen Zahlungen an die Behinderten entscheiden soll, hatte eine Erhöhung von nur einigen Hundert Shekeln empfohlen. Die Behinderten sagten gestern, dass sie ihren Kampf bis zum Schluss weiterführen werden. Was haben sie auch für eine andere Wahl. Wie soll man mit 580 Euro leben können? Natürlich gibt es Behinderte, die arbeiten können, aber die schwer Behinderten können das leider nicht und brauchen daher viel mehr Unterstützung.
Und jetzt eine Meldung vom Sport: Nachdem Israel bereits am Sonntag gegen Albanien zuhause mit 0:3 verloren hatte, musste man gestern eine weitere Niederlage einstecken. Israel verlor gegen Deutschland mit 0:1. Doch diesmal waren es nicht die Nationalmannschaften, die aufeinander trafen, gestern fand hier in Jerusalem ein Spiel zwischen Knesset-Abgeordneten und Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dem FC Bundestag, statt. Anlass war der 30. Jahrestag seit dem ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften.

In der Mannschaft der Knesset waren Abgeordnete mehrerer Parteien vertreten, aus der Koalition und auch der Opposition. Der deutschen Mannschaft gelang am Ende, das einzige Tor zu schießen. Allerdings trainieren sie auch viel mehr als ihre israelischen Kollegen. Die deutschen Abgeordneten werden für eine Woche in Israel sein und wurde gestern Abend offiziell in der Knesset empfangen. Eine nette Sache.
Heute Abend ist es endlich soweit. Unsere Tochter hat ihren Abschlussball von der Schule. Ihr Kleid dafür ist rechtzeitig fertig geworden sie hat es selbst genäht. Es wird eine lange Nacht werden, nach der offiziellen Feier in der Schule fahren die Schüler zur großen Party nach Tel Aviv. Dafür wurden Busse gemietet. Auch die Feier in Tel Aviv ist bis ins letzte Detail geplant worden, zusammen mit Vertretern der Eltern, von denen einige auch bei der Feier anwesend sein werden, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist. Schließlich sind es unsere Kinder. Viel Schlaf werde ich wohl nicht bekommen, denn ich muss meine Tochter dann irgendwann in der Nacht von der Schule abholen.
Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




