Terroristen finden immer neue Wege zu ihren Opfern. Viele Israelis empfinden die Messerattacken so genannter „einsamer Wölfe“ mehr als beunruhigend. Es ist äußerst schwer, solche Attacken zu verhindern. Experten halten es für unmöglich, ein Profil möglicher Attentäter zu erstellen, da selbst wohlhabende und gebildete Menschen zur ernsten Gefahr geworden sind. Israel Heute hat mit einem potenziellen Täter gesprochen. Sein voller Name ist der Redaktion bekannt.
Israel Heute: Ist die Anwendung von Gewalt akzeptabel?
Sami, ein 23-jähriger Jerusalemer: Keiner mag Gewalt, aber die Palästinenser haben keine Wahl, weil sie unter Besatzung leben. Es gibt zu viel Armut. Dazu kommt, dass die israelische Regierung die Situation immer schlimmer macht, indem sie Siedler dazu ermutigt, den Tempelberg einzunehmen. Unter diesen Umständen ist es nur natürlich, dass man die Sache selbst in die Hand nimmt.
Haben jene, die Anschläge auf Zivilisten ausführen, auch religiöse Motive?
Für mich ist es ein nationaler Kampf, der allerdings auch religiöse Assoziationen weckt, und zwar deshalb, weil die Israelis versuchen, die Al Aksa-Moschee einzunehmen, die Millionen am Herzen liegt.
Sind diejenigen, die solche Verbrechen begehen, Terroristen?
Nein. Sie gehören keiner Terrororganisation an, sie identifizieren sich auch nicht mit einer speziellen Gruppe. Sie sind einsame Wölfe, die sich von Israel in die Ecke gedrängt fühlen. Sie handeln aus Verzweiflung, wegen der Israelis auf dem Tempelberg und der aggressiven Operation in Gaza.
Würden solche Terrorattacken aufhören, wenn Israel die Besatzung beenden würde?
Absolut. Israel sollte aufhören, unser Land zu kolonisieren und es sollte seine kranke zionistische Ideologie vergessen. Wer sind die Juden denn eigentlich? Sie sind aus der ganzen Welt hergekommen und haben unser Land gestohlen. Sobald sie damit aufhören, wird der Konflikt aufhören.
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