Hausdemolierung: Israel weist US-Kritik zurück

Nachdem das Weiße Haus die kollektive Bestrafung verurteilt hat, besteht Israel darauf, alles zu tun, um den Terror zu stoppen

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Biden
Die Ruinen des palastartigen Hauses des palästinensischen Terroristen Muntasser Shalabi. Amerika sagt, Shalabis Familie sollte nicht für seine mörderischen Taten bezahlen müssen. Foto: Flash90

Die Biden-Administration hat letzte Woche heftige Kritik am jüdischen Staat geäußert. Es ging um Israels Vorgehensweise, in deren Zuge Familienhäuser palästinensischer Terroristen als Mittel der Abschreckung abgerissen werden. Israelische Beamte und Medien feuerten am Wochenende zurück.

Letzten Mittwoch demolierte die israelische Armee das Familienhaus von Muntasser Shalabi in der Nähe von Ramallah, der de facto Hauptstadt der Palästinenser. Im Mai hatte Shalabi das Feuer auf jüdische Studenten an der Tapuach-Kreuzung in Samaria eröffnet, wobei er einen Menschen tötete und zwei weitere verletzte.

Israels Oberster Gerichtshof lehnte eine Petition von Shalabis Familie ab, ihr Haus trotz seiner mörderischen Taten stehenzulassen. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, sagte, dass Israel solche Maßnahmen nicht ergreifen dürfe. Es sollte angemerkt werden, dass Shalabi, der nach dem Mord verhaftet wurde, ein US-Bürger ist.

„Das Haus einer ganzen Familie sollte nicht für die Tat eines Einzelnen abgerissen werden“, kritisierte Price nach dem Abriss des Hauses von Shalabi. „Strafrechtliche Abrisse verschärfen die Spannungen in einer Zeit, in der sich alle darauf konzentrieren sollten, vor allem Ruhe zu gewährleisten.“

Der israelische Kommunikationsminister Yoaz Hendel antwortete, dass „wir weiterhin das tun werden, was für den Staat Israel richtig ist.“

Im Gespräch mit Kan 11 fügte Hendel hinzu, dass „wir manchmal nicht mit der US-Regierung übereinstimmen mögen, aber die meiste Zeit werden wir Hand in Hand gehen.“

Das Büro von Premierminister Naftali Bennett gab eine ähnliche Antwort: „Der Premierminister schätzt und respektiert die US-Regierung. Gleichzeitig handelt er nur in Übereinstimmung mit Überlegungen zur Sicherheit des Staates Israel und zum Schutz des Lebens israelischer Bürger.“

In den hebräischsprachigen Medien wurde die US-Verurteilung stark kritisiert.

Israel-Hayom-Kolumnist Nadav Shragai wählte besonders offensive Worte. Er sehe amerikanische Heuchelei und frage sich, wie sich das Weiße Haus von Biden so über die Zerstörung des Hauses eines Terroristen aufregen könne, wenn „die US-Streitkräfte in ihrem Kielwasser Tausende, wenn nicht Zehntausende von Zivilisten hinterlassen haben, die in Kriegsgebieten im Irak, in Afghanistan und an anderen Orten getötet worden sind.“