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Guten Morgen Israel – Warten auf unsere Kinder

Am Donnerstag warten viele Eltern auf ihre Kinder nach einer Woche in der Armee. Leider kommen nicht alle wieder nach Hause.

Guten Morgen Israel – Warten auf unsere Kinder
Mila Aviv/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Endlich haben wir wieder Donnerstag, das Wochenende und der Schabbat stehen vor der Tür. Seitdem unser jüngster Sohn als letzter unserer drei Kinder seinen Armeedienst leistet, ist der Donnerstag wieder zu einem ganz besonderen Tag geworden. Es ist der Tag, an dem unser Sohn nach einer Woche  in der Basis wieder nach Hause kommt. Ich denke, so wie wir empfinden viele Eltern, vielleicht sogar alle, die ein Kind in der Armee haben.

Und das ist wohl auch genau das, was uns von anderen Völkern und Ländern unterscheidet. Am Donnerstag sieht man im ganzen Land die jungen Soldaten mit ihren großen Taschen und Rucksäcken auf ihrem Weg  zu ihren Familien. Wir haben das Glück, dass unser Sohn fast jedes Wochenende nach Hause kommt, was gar nicht selbstverständlich ist. Unsere Tochter, die ihren Armeedienst vor etwas mehr als einem Jahr beendet hat, kam nur alle zwei Wochen nach Hause.

Und wenn der Sohn oder die Tochter dann das Haus betreten, muss natürlich das Essen bereit sein. Und das ist bei uns nicht anders. Das heimische Essen ist das Zuhause. Wenn unser Sohn die Wohnung betritt, wird als erstes gegessen. Und dann kann das Wochenende beginnen.

Leider kommen nicht alle Soldaten nach Hause. Und das ist ein weiterer Punkt, der leider viele Eltern in Israel miteinander verbindet.

Tragischer Unfall – die Überreste eines Übungsflugzeuges der israelischen Luftwaffe

Vorgestern kam es während eines Übungsfluges der israelischen Luftwaffe zu einem tragischen Unfall. Ein Übungsflugzeug stürzte aus bis jetzt noch unbekannten Gründen auf ein Feld. Der Flugschüler, der gerade mal 19 Jahre alte Lihu ben Bassa und sein 42 Jahre alter Fluglehrer, ein erfahrender F-16 Pilot und Vater von vier Kindern, hatten keine Chance, sie waren auf der Stelle tot.

Lihi ben Bassa hatte erst im Sommer sein Abitur gemacht und begann dann gleich seinen Armeedienst. Sein Traum war es, Pilot zu werden. Den Pilotenkurs der israelischen Luftwaffe zu erreichen, gilt als etwas ganz besonderes.  Viele scheiden noch während des Kurses aus. Auf der Beerdigung seines Sohnes sagte Lihus Vater gestern, dass er es bedauere, dass sein Sohn nicht aus dem Kurs ausgeschieden sei. Was für ein trauriger Moment, am Grabe des eigenen Sohnes stehen zu müssen.

Familie, Freunde und Soldaten der Luftwaffe am frischen Grab von Lihu Ben Bassa

Als Vater eines Sohnes in der Armee nehme ich Meldungen von Soldaten, die während ihres Armeedienstes ums Leben kommen, immer sehr schwer. Ich fühle mit den Eltern. Da zieht man jahrelang sein Kind groß, sorgt sich um ihn und um seine Zukunft und dann ist alles auf einmal vorbei. Ein furchtbarer Gedanke.

Auch für die Familie des Fluglehrers ist vorgestern die Welt untergegangen. Der 42-jährige Major Itay Zayden ist nur wenige Kilometer von seinem Kibbuz entfernt zusammen mit seinem Flugschüler abgestürzt. Vier Kinder haben ihren Vater verloren.

Diese Sorge der Eltern um ihre Kinder in der Armee kann ich sehr gut nachempfinden. Wir haben mit unseren Kindern das Glück gehabt, dass niemand von ihnen in eine Kampfeinheit eingezogen wurde. Unser ältester Sohn diente wegen seiner Fähigkeiten in der hoch angesehenen 8200 Einheit und unsere Tochter verbrachte ihren zweijährigen Armeedienst in einer technischen Abteilung der Luftwaffe. Und auch unser jüngster Sohn wurde nicht in eine Kampfeinheit eingezogen, worüber ich, das mag jetzt sehr egoistisch klingen, sehr glücklich bin.

Ich erinnere mich noch zu gut an die Zeit des Armeedienstes meines ältesten Sohnes, denn der war genau zur Zeit des Gaza-Krieges im Sommer 2014. Einige seiner Freunde dienten in Kampfeinheiten und waren innerhalb des Gazastreifens aktiv. Ich traf damals um Bus die Mutter eines der besten Freunde meines Sohnes. Sie wirkte sehr still. Ich fragte, wie es ihrem Sohn ginge. Sie wisse es nicht, schon seit einer Woche hätte sie nicht mehr von ihm gehört. Er war im Gazastreifen tätig. Zum Glück kam er dann wieder nach Hause. Ich habe dieses Gespräch im Bus nie vergessen.

Die Sorge um unsere Kinder in der Armee verbindet uns hier im Land. Jeden Freitag gibt es im Radiosender der Armee Galei Zahal das Programm “Die Stimme der Mutter”, in dem Eltern Grüße an ihre Kinder schicken können, zusammen mit einem Lied, dass sie besonders gerne mögen. Hier können Sie sich die letzten Programme anhören.

Und jetzt zum Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Vereinzelte Regenschauer und Gewitter im Norden und Zentrum des Landes. Auch im nördlichen Negev kann es regnen. An der Küste besteht die Gefahr von Überschwemmungen. Deutlich kühler als gestern. Auch in der kommenden Nacht wird es weiter regnen und donnern. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 19 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um drei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei  – 209.95 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 115,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze! Mehr zum stürmischen Wetter in Israel gibt es hier.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag, ein schönes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Morgen wird sie dann wieder mein Kollege Michael zum Freitag begrüßen. Ich warte jetzt auf meinen Sohn, er wird gegen Mittag nach einer Woche in der Basis wieder nach Hause kommen wird. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

 

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