Guten Morgen Israel – Warten auf etwas Normalität

Ich muss es anscheinend hinnehmen, dass sich momentan alles nur um Corona und die dadurch ausgelöste Krise in unserem Land und in der Welt dreht

Guten Morgen Israel – Warten auf etwas Normalität
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Es dauerte einige Zeit, bis ich mich für eine passende Überschrift für meinen heutigen Guten-Morgen-Artikel entschieden hatte. Auch ist mir bis zu diesem Moment noch nicht klar, über was ich eigentlich schreiben möchte. Krampfhaft versuchte ich in der letzten Stunde, ein Thema zu finden, dass uns zurzeit hier in Israel interessiert und nichts mit dem Coronavirus zu tun hat, aber mir ist nichts eingefallen. Ich muss es anscheinend hinnehmen, dass sich eben alles nur um Corona und die dadurch ausgelöste Krise in unserem Land und in der Welt dreht. Es bringt alles nichts, das ist die Realität. Wir müssen einfach warten, bis wir vielleicht irgendwann dann doch wieder etwas Normalität erleben können, wie immer sie auch aussehen mag.

Ich könnte versuchen, mit einem Bericht über starke Regen- und Hagelschauer, die es gestern in einigen Teilen des Landes gegeben hat, vom Thema Corona abzulenken, aber damit würde ich mir und Ihnen  nur etwas vormachen. Aber wissen Sie was? Ich mache es trotzdem! Schauen Sie sich an, was gestern im Süden in der Wüste und in Eilat, eigentlich die Stadt der ewigen Sonne, los war:

Pünktlich zum ersten November scheint sich der Winter endlich durchzusetzen. Aber ausgerechnet im Süden und mit dieser Intensität? Das war in der Tat eine große Überraschung. Auch in Jerusalem hat es gestern Abend wieder stark geregnet. Hier bei uns in Modiin fielen hingegen nur einige Tropfen, die von einigen Blitzen im Himmel begleitet wurden. Und wenn wir nun schon vom Wetter reden, um von der nicht so angenehmen Realität abzulenken, hier ist das Wetter:

Das Wetter für heute in Israel

Vereinzelte Regenschauer in den meisten Teilen des Landes, die von Gewittern begleitet werden können. In den Wadis im Süden und Osten besteht die Gefahr von Blitzfluten. Es wird kühler. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Beersheva 25 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren  Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei  – 209.985 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 118,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Na, das klingt doch gut. Die nächsten Tage sollen sogar noch “winterlicher” werden mit Höchsttemperaturen unterhalb der 20 Grad Marke in Jerusalem. Das ist eigentlich normal für die Jahreszeit.

Ansonsten ist hier leider nichts normal. Um das zu verstehen, reicht ein Besuch in unserem Einkaufszentrum, wo eine gähnende und traurige Leere herrscht.

Ein trauriger Anblick, unser Einkaufszentrum in Modiin

In der kommenden Woche sollen Geschäfte, die sich draußen an der Straße befinden, wieder öffnen dürfen. Aber die Ladeninhaber haben keine Geduld mehr. Wie kann  man das auch von ihnen verlangen, wenn viele von ihnen vor dem finanziellen Aus stehen? Warum dürfen Friseure seit gestern wieder Kunden bedienen, ein Inhaber eines Bekleidungsgeschäfts aber nicht? Eine Antwort könnte sein, dass, wenn alle Geschäfte schon jetzt öffnen dürfen, wieder sofort viele Menschen auf einmal in die Stadt gehen würden. Und das möchte man vermeiden, man möchte langsam aus dem Lockdown heraus. Dennoch ist die Verzweiflung der Ladeninhaber verständlich.

So ist es,  liebe Leser, wir müssen uns einfach gedulden, bis zum Impfstoff, den es hoffentlich irgendwann im Jahr 2021 geben wird. Der israelische Impfstoff soll übrigens, wenn alles nach Plan geht, vielleicht im Sommer 2021 bereit sein, gestern wurden die ersten beiden Freiwilligen geimpft, womit die klinischen Tests an Menschen eingeleitet wurden. Israel hat auch viel Geld bezahlt, um als erste Impfstoffe aus dem Ausland zu bekommen, wenn es ihn dann auch wirklich geben sollte. Wir müssen abwarten, geduldig sein, so schwer es auch sein mag. Und die Ladeninhaber sollten von unserer Regierung ausreichend entschädigt werden, hier liegt vielleicht das eigentliche Problem in dieser Krise.

Ladeninhaber protestieren gegen die Corona-Einschränkungen, gestern in Rischon leZion

Wie sieht es denn bei Ihnen aus? In Deutschland beginnt ja heute ein zweiter Lockdown. Gehen bei Ihnen die Ladeninhaber auch auf die Straßen oder ist jemand von Ihnen persönlich betroffen? Erzählen Sie uns davon! Wo? Gleich hier unter dem Artikel. Falls es Ihnen noch nicht aufgefallen ist, Mitglieder von Israel Heute können nun wieder unsere Artikel kommentieren.

Und jetzt werde ich mich auf den Weg nach Jerusalem machen, um an unserer Redaktionssitzung teilzunehmen. Zur Sicherheit habe ich mit schon meinen Regenschirm bereitgelegt. Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und viel Erfolg mit dem zweiten Lockdown. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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