Guten Morgen Israel – Wahlen und freie Fahrt

Morgen ist es wieder so weit, wir können wieder wählen. Werden wir es diesmal richtig machen? 

Wahlplakate Zug
Foto: Flash90

Boker Tov liebe Leser!

 

Seit ich aufgestanden bin, klingt in meinen Ohren die Melodie eines Liedes, das ich wohl aus meiner frühesten Kindheit erinnere. Das geht ungefähr so: Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist……..WAHLTAG!

Dass ich als Jude mich nun ausgerechnet an ein Weihnachtslied erinnere, ist schon irgendwie lustig. Aber das hat man damals eben immer gehört. Und irgendwie passt der Text auch so gut.

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freu’n;
welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!

Ob wir morgen nach den Wahlen und den ersten Hochrechnungen dann auch tatsächlich jubeln werden, das wissen wir noch nicht. Das muss dann jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist jedoch, dass wir morgen alle von unserem Wahlrecht Gebrauch machen, auch wenn wir nun schon zum dritten Mal innerhalb eines Jahres zu den Wahlurnen gerufen werden.

 

Wer hat Schuld?

Ich habe im Laufe dieses letzten Wahlkampfes für die erneuten Wahlen das Gefühl bekommen, dass die Politiker, die nicht in der Lage waren, eine Regierungskoalition auf die Beine zu stellen, von uns Wählern erwarten, dass wir diesmal „richtig“ wählen werden. In ihren Augen scheinen wir die Schuldigen dafür zu sein, dass ein weiteres Mal gewählt werden muss. Und wenn es auch dieses Mal nicht klappen sollte, wenn wir auch diesmal nicht begriffen haben, was wir zu wählen haben (das sieht jede der beiden Blöcke natürlich anders), dann wird es eben einen vierten Wahlgang geben. Das hatte Netanjahu am Freitag in einem Interview bereits angedeutet. Wir, die Wähler, müssen uns nun zusammenreißen und den richtigen Zettel in den Umschlag legen, was immer er auch sein mag.

Ich persönlich wähle morgen genau die Partei, die ich schon im September und April 2019 gewählt habe und auch bei den Wahlen davor, 2015 und 2013 und auch davor, seit ich israelischer Staatsbürger bin.

Etwas Gutes haben die Wahlen. Sie bringen uns einen weiteren arbeitsfreien Tag, bereits der dritte innerhalb eines Jahres. Für uns ist das sehr angenehm, doch dem Staat kostet dies eine Menge Geld und am Ende werden wir es sein, die das auszubaden haben.

Aber jetzt werden wir den Tag der Wahl erst einmal genießen. Da das Wetter auch langsam besser werden soll, heute früh hat es noch geregnet, werden viele morgen den freien Tag für einen Ausflug mit der Familie nutzen.

 

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

 Teilweise bewölkt bis bewölkt und für die Jahreszeit etwas zu kühl. Am Vormittag kann es im Norden und Zentrum des Landes noch zu vereinzelten Regenschauern kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Beersheva 17 Grad, Eilat am Roten Meer 20 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.705 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 90,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

 

Freie Fahrt!

Wer am morgigen Wahltag wirklich einen Ausflug unternehmen möchte, kann unbesorgt mit dem Zug oder Bus fahren, denn ab heute Abend 20 Uhr bis Morgen 23:59 Uhr sind Fahrten  zwischen den Städten mit dem Zug und dem Bus umsonst. Ja, absolut umsonst. Die Karten sollen an den Bahnsteigen verteilt werden und auch an den Automaten erhältlich sein Man braucht die Karte, um den Bahnsteig zu betreten und nach der Fahrt auch wieder zu verlassen.

Die Grundidee für diese Initiative ist, es den Bürgern leichter zu machen, zu ihrem Wahllokal zu kommen. Ich hoffe nur, dass die freie Fahrt mit der Bahn nicht gerade das Gegenteil erzielen wird und die Menschen lieber einen Ausflug in die Natur machen werden, als sich vor der Wahlurne in die Warteschlange einzureihen, denn wenn zwei Wahlen nichts genutzt haben, warum sollte es jetzt beim dritten Male klappen, oder?

Ich habe noch nie eine Wahl ausgelassen und werde es auch diesmal nicht tun. Auch werde ich wohl wie immer einer der ersten sein, der seine Stimme abgibt. Auf ein Neues. Und morgen Abend werden wir dann gespannt auf die ersten Hochrechnungen warten. Na, das kann was werden.

Zusammen mit meinen Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und eine gute neue Woche. Wünschen Sie uns Glück für die Wahlen. Am Dienstag werden wir uns dann mit dem Ergebnis befassen. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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