Guten Morgen Israel – Freiheit

Das erste Wochenende nach dem sechswöchigen Lockdown steht vor der Tür. Ein paar Worte über einen Ausflug an das Meer nach dem Lockdown, die teilweise Öffnung der Schulen und die Revolte der Einkaufszentren.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Bat Yam Strand Foto: Dov Eilon

Boker Tov liebe Leser!

Heute mal ein anderes Foto. Vom Strand in Bat Yam.

Der Donnerstag ist wieder da. Sie wissen sicher, was das bedeutet. Es ist an der Zeit, sich auf das Wochenende und den Schabbat vorzubereiten. Und dieses Wochenende wird mit Sicherheit ein ganz besonderes Wochenende werden, ein freies Wochenende, denn es ist das erste Wochenende nach dem Ende des sechswöchigen Lockdowns. Und warum schreibe ich Ihnen das so begeistert? Weil wir morgen endlich wieder unseren ältesten Sohn sehen werden, also richtig sehen und nicht nur auf dem Bildschirm, wie in den letzten Wochen. Sie können sich sicher vorstellen, wie groß unsere Freude über das morgige Wiedersehen ist. Es ist bereits das dritte Mal, dass wir so etwas erleben, das Wiedersehen nach einem Lockdown. Ich hoffe, dass es das letzte Mal sein wird. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir Situationen wie diese erleben müssen, dass einem vorgeschrieben wird, den eigenen Sohn nicht sehen zu können.

Gestern haben wir noch bis in die späten Abendstunden alles für unsere „Familienzusammenführung“ morgen vorbereitet. Der Kühlschrank ist voll, die Wohnung auf Vordermann gebracht. Wir sind bereit.

Diese erste Woche nach dem langen Lockdown haben wir vor zwei Tagen für einen kurzen Ausflug ans Meer genutzt, das wir sehr vermisst hatten. Erst, wenn man etwas nicht darf, wird einem bewusst,  wie sehr es einem fehlt. Kennen Sie das?

So sind wir dann einfach ganz spontan nach Bat Yam gefahren, eine Stadt, die sich südlich von Tel Aviv befindet und vom Tourismus noch nicht so entdeckt worden ist. Dabei ist der Strand dort sehr schön. Und es gibt dort keine Parkplatzprobleme, wie in Tel Aviv, was die Stadt noch attraktiver macht.

Die Strandpromenade in Bat Yam. Wir waren nicht allein.

Am Strand waren wir natürlich nicht allein. Offiziell darf man sich draußen nur in Gruppen von maximal 10 Personen versammeln, aber es ist klar, dass diese Corona-Einschränkung kaum ausführbar ist. Niemand denkt daran. Alle genossen einfach nur die wiedergewonnene Freiheit. Was für ein seltsamer Satz.

Es waren sehr viele Kinder dort. Ich dachte, was haben wir für ein Glück, dass wir keine kleinen Kinder mehr haben, die noch in der Schule oder Kindergarten gehen. Die Eltern haben es nicht leicht, seit fast einem Jahr gibt es keinen normalen Schulunterricht mehr. Israel ist nicht nur in Bezug auf die Impfungen Weltmeister, sondern auch, wenn es um die Zahl der Tage geht, an denen die Schulen geschlossen waren. Heute soll der Unterricht in einer begrenzten Zahl von Städten und Gemeinden langsam wieder aufgenommen werden, aber nur in den sogenannten gelben und grünen Städten, also dort, wo es relativ wenig Coronafälle gibt, etwa 25 % der israelischen Städte. Und das auch nur in den niedrigen Klassen. Viele sagen, dass das vergangene Jahr ein verlorenes Jahr für Israels Kinder gewesen ist.

Israelis genießen die wiedergewonnene Freiheit. Endlich darf man wieder an den Strand.

Und wie wird es nun weitergehen? Die meisten Geschäfte und Einkaufszentren sind weiterhin geschlossen. Man möchte es diesmal langsam angehen und nicht die gleichen Fehler machen, wie beim Ende der zwei früheren Lockdowns. Aber für heute haben einige Eigentümer von Einkaufszentren angekündigt, nicht mehr zu warten, sondern ihre Zentren zu öffnen. Dafür haben sie sich sogar selber einige Regeln ausgedacht. So soll am Eingang kontrolliert werden, wer bereits gegen Corona geimpft wurde. Bei den über 60-Jährigen verlangt man zwei Impfungen, bei den jüngeren wenigstens die erste Impfung. Kinder unter 16 sind davon natürlich ausgenommen, da es für sie ja keine Impfung gibt. Diese Regelung ist keine Anweisung der Regierung (obwohl es bereits Diskussionen darüber gibt) und die angekündigte Öffnung der Einkaufszentren sind natürlich ein Verstoß gegen die gültigen Corona-Einschränkungen und die Polizei hat daher auch gedroht, Geldstrafen und Anordnungen zum Schließen der Geschäfte an diejenigen zu  verteilen, die gegen das Gesetz verstoßen. Es ist eben noch etwas zu früh, die Freiheit zu feiern.

Und nach diesen ganzen Problemen noch etwas Schönes. In den letzten Tagen haben wir hier besonders schöne Sonnenuntergänge. Und so war es auch am Strand von Bat Yam.

Ein schöner Tag ging zu Ende. Ich kann nur hoffen, dass wir alle bald wieder völlig frei sein werden und es nicht mehr als etwas Besonderes sehen, an den Strand fahren zu können. Das frühlingshafte Wetter soll uns auch am Wochenende erhalten bleiben.

 

Das Wetter für heute in Israel

Nach etwas Nebel am frühen Morgen wird auch für heute ein sonniger Tag erwartet. Im Landesinneren und in den Bergen wird es allerdings etwas kühler, die Temperaturen liegen aber noch immer über dem Durchschnitt für die Jahreszeit. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 22 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209,585 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 78,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Sonnenuntergang am Strand von Bat Yam

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen wunderbaren Donnerstag und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie das Beste aus dieser Zeit und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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