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Guten Morgen Israel – Fehler machen verboten

Wir alle machen Fehler im Leben, leider kann man sie oft nicht rückgängig machen

Guten Morgen Israel – Fehler machen verboten
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Michael und Kinder

Im aktuellen Thora-Wochenabschnitt, Chukat, erfährt Mose, dass er nicht ins Gelobte Land einziehen darf.

„Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt habt, um mich vor den Kindern Israels zu heiligen, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land bringen, das ich ihnen gegeben habe!“

(4. Mose 12)

Nachdem er das Volk Israel aus Ägypten befreit, sie 40 Jahre durch die Wüste geführt hat, hat er einen schwerwiegenden Fehler gemacht, der ihm teuer zu stehen kam. Was war geschehen? Hatte Mose jemanden getötet? War er dem Götzendienst verfallen? Nein, er hatte einen Felsen geschlagen.

„Und der Herr redete zu Mose und sprach: Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen, so wird er sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen verschaffen und der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken geben!

Da holte Mose den Stab vor dem Herrn, wie er ihm geboten hatte. Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen; und er sprach zu ihnen: Hört doch, ihr Widerspenstigen: Werden wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser verschaffen? Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stab. Da floß viel Wasser heraus; und die Gemeinde trank und auch ihr Vieh.“

(4. Mose: 7-11)

Es war ein ganz kleiner Fehler, der Mose unterlief. Sicherlich ohne Absicht oder Böswilligkeit, er hat den Felsen nur geschlagen, anstatt zu ihm zu reden. Wir sehen hier, dass sogar so unwichtig scheinende Fehler große Auswirkungen haben. Und hier können wir wieder einmal eine Parallele zum Mose unserer Zeit ziehen – Bibi Netanjahu. Unsere regelmäßigen Leser wissen, dass wir bei Israel Heute unseren Bibi gerne mit biblischen Persönlichkeiten vergleichen; in unserem aktuellen Wochenabschnitt haben wir wieder eine schöne Gelegenheit dazu. Es sind kleine Dinge, die Bibi vor Gericht gebracht haben und ihn möglicherweise zu Fall bringen werden. Hat er Zigarren von einem Sponsor angenommen? Hat er versucht, bei gewissen Zeitungen eine bessere Berichterstattung für ihn zu erwirken? Wahrscheinlich hat er es getan und wahrscheinlich bereut er dies heute sehr. Aber es lässt sich nicht mehr rückgängig machen und wie Mose muss er mit den Konsequenzen leben.

Irreversible Fehler mit schwerwiegenden Konsequenzen machen jedoch nicht nur Volksführer, sondern auch Eltern. Oft denke ich mir, dass ich bei meinen Kindern sehr gut aufpassen muss, wenn ich mit ihnen interagiere. Mache ich etwas falsch, bekommen sie einen Knacks und werden traumatisiert durch ihr Leben laufen. Wenn mir meine drei Töchter zum Beispiel gleichzeitig die Hände entgegenstrecken, damit ich sie hochhebe, muss ich all meine Kraft aufbringen und alle drei gleichzeitig hochheben, denn sonst fühlt sich eine benachteiligt und wird mir das niemals vergessen. Einmal ist mir das passiert und ich wurde durch dieses Ereignis so traumatisiert, dass ich es nicht noch einmal erleben möchte. Meine drei Girlies (3, 4 und 6 Jahre alt) kamen gleichzeitig auf mich zugerannt, als ich nach Hause kam. Sie riefen „Papa“ und streckten mir ihre Hände entgegen. Ich nahm sie in den Arm und hob sie hoch. Racheli (4) war jedoch zu langsam und blieb zurück. Sie fing sofort an laut zu weinen.

„Wäääh, immer hebst du Sarah und Naomi hoch und niemals mich!“

„Aber Racheli,“ sagte ich voller Mitgefühl. Ich stellte die beiden anderen auf den Boden und nahm Racheli in den Arm.

„Wääääh,“ schrien nun Sarah und Naomi, „du liebst nur Racheli!“ schrie Sarah (6) und stampfte auf den Boden.

„Aber nein, ich liebe euch alle“, versuchte ich sie zu beruhigen und nahm nun auch Sarah in den Arm. Naomi (3) schrie nicht mehr, aber Tränen rollten über ihre Wangen, als sie so ganz alleine außerhalb meiner Umarmung stand. Ich quetschte sie schnell zwischen die anderen in meine Arme und stand so einige Zeit mit den drei Girlies. In solchen Situationen greife ich gerne auf meine Geheimwaffe zurück – kitzeln. Ich begann die drei zu kitzeln und sie lachten laut auf, wahrscheinlich waren sie auch erleichtert, diese Situation hinter sich zu lassen. Nun war wieder alles gut und anders als Mose und Bibi habe ich es hoffentlich geschafft, einen schwerwiegenden Fehler in meiner Kindererziehung zu vermeiden. Leider habe ich bei all dem Trubel übersehen, dass meine Frau die ganze Zeit an der Tür stand und ich sie gar nicht dazu eingeladen habe, in unseren Kreis der Liebe einzutreten. Ein Fehler…

Jerusalem
Gestern in Jerusalem

Und nun das Wetter für heute in Israel:

Sonnig bis teilweise bewölkt mit einem Anstieg der Temperaturen, die nun der Jahreszeit entsprechen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 34 Grad, Eilat am Roten Meer 37 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.10 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 30 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Bleiben Sie gesund.

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!