Guten Morgen Israel – Wenn der Frosch in der Dusche ist

Ich hatte schon immer den Drang gehabt, Abenteuer zu erleben, gleichzeitig aber auch Angst vor einer Welt, die ich nicht kannte.

Guten Morgen Israel – Wenn der Frosch in der Dusche ist
Anat Schneider

Guten Morgen liebe Leser!

Als wir das erste Mal als Familie in die Wildnis Nordbrasiliens reisten, war ich die Mutter von vier Kindern im Teenageralter. Ich wusste, dass dies ein herausforderndes Abenteuer werden würde, und ich hatte schon immer den Drang gehabt, solche Abenteuer zu erleben, aber gleichzeitig war ich so etwas wie ein Feigling. Ich hatte Angst vor einer Welt, die ich nicht kannte. Vor einem anderen Volk, einem anderen Klima, fremdem Essen, an das ich nicht gewöhnt war, einer fremden Sprache, der Entfernung von meinem bequemen Bett. Es war alles unbekannt, ich hatte keine Ahnung, wohin ich gehen würde. Trotz der Angst, die ich verspürte, weigerte ich mich, mir dieses neue Abenteuer verderben zu lassen.

Ich gebe zu, dass ich während der Reise viele Male von der Angst geplagt wurde. Aus diesem Grund erlaubte ich mir nicht, viele dieser neuen Möglichkeiten voll zu erleben. Ich klammerte mich weiterhin an viele Dinge, angefangen von dem starken türkischen Kaffee, den ich aus dem Heiligen Land mitgebracht hatte, bis hin zu meinen vielen Vorurteilen. (Seitdem trinke ich übrigens keinen Kaffee mehr). Seit diesem ersten Abenteuer sind wir an viele herausfordernde Orte auf der ganzen Welt gereist, und langsam habe ich gespürt, wie sich meine Einstellung geändert hat. Die Menschen wirken weniger bedrohlich (heutzutage sind es einfach nur nette Menschen), das Essen schmeckt besser, und natürlich haben sich die Schlafmöglichkeiten verbessert.

Ich schreibe Ihnen diese Worte, als ich wieder, schon zum vierten Mal, in diesem Land bin, im Norden Brasiliens, diesem wilden Land. Und auf dieser Reise, aufgeregt und erstaunt über das, was ich erlebe, wurde mir die große Veränderung bewusst, die in den letzten Jahren in mir stattgefunden hat.

Und was dem Ganzen den endgültigen Stempel aufdrückte, ist folgende Geschichte: In einer der schwülen Nächte, als alle draußen saßen, ging ich ins Zimmer, um zu duschen. Als das kühle Wasser über mich strömte (eine heiße Dusche gibt es an solchen Orten nur selten und ist ein besonderes Privileg) und ich mich an die Kälte gewöhnte, begann ich, mein Gesicht zu waschen, und durch die Seife in meinen Augen sah ich, wie sich etwas in der Dusche bewegte und in die Ecke huschte, mit meiner Hand spritzte ich reflexartig Wasser in die Ecke, und das, was ich sah, hüpfte von einer Ecke der Dusche in die andere. Impulsiv rief ich “Hilfe!”, aber es war niemand im Raum, der mir zu Hilfe kommen konnte, und ich war mit Seife bedeckt. Die Anat von früher wäre sofort aus der Dusche gerannt, ohne zweimal nachzudenken, aber dieses Mal konnte ich die Angst und den Ekel überwinden und beschloss, meine Dusche schnell zu beenden und hinauszugehen. Aber die Dusche beenden!!!

Und so geschah es, dass auf der einen Seite der Dusche ein verängstigter kleiner Frosch saß und auf der anderen Seite, ebenfalls verängstigt, Anat. Ich beendete die Dusche mit zwei offenen Augen, damit der Frosch still bleibt. Denn wer weiß, wo er diesmal hinspringen wird. Denn ein Frosch unter der Dusche ist eben “ein Frosch unter der Dusche”. Inzwischen kam dann endlich auch etwas heißes Wasser und erwärmte die Atmosphäre. Ich beendete die Dusche und merkte plötzlich, dass mich die Situation sogar amüsierte. Für einen Moment kam mir ein Gedanke in den Sinn: Wenn ich dem Frosch einen Kuss gebe, wird er vielleicht ein Prinz?

Ich stieg aus der Dusche und schaute wie immer in den Spiegel, wobei mir plötzlich klar wurde, dass wir hier keinen Prinzen brauchen, weil wir eine Königin haben. Und genau in diesem Moment sprang der Frosch aus dem Fenster und machte sich auf den Weg. Ich fühlte mich so unbeschwert. Und mit diesem Gefühl sieht die Welt so schön und so besonders aus.

Eine Welt voller Liebe. 

 

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Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis bewölkt. Vom Norden bis zum nördlichen Negev kann es noch immer u vereinzelten Regenschauern kommen und es wird noch etwas kühler werden. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 20 Grad, Beersheva 16 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei  – 209.89 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 109 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Diese Woche am Strand von Tel Aviv

Die Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Heiligabend und ein frohes Fest. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Jerusalem!

 

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