Guten Morgen Israel – Alte und neue Probleme

Corona hat unsere “normalen” Probleme verdrängt. Sogar im Ausland wird Israel jetzt mehr gelobt als kritisiert. Aber wir haben auch neue Probleme.

Guten Morgen Israel – Alte und neue Probleme
Yossi Aloni/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der wir fast täglich über den sogenannten palästinisch-israelischen Konflikt berichtet haben? Es verging kaum eine Woche, in der es nicht mindestens einen Zwischenfall gab, der mit dem Konflikt zu tun hatte. Da war zum Beispiel der Ihnen sicher bekannte “Marsch der Rückkehr”, der mehr als ein Jahr lang jeden Freitag stattgefunden hatte. Mit ihm zusammen waren da auch die Feuerdrachen und Sprengstoff-Ballons, die vom Gazastreifen zu uns nach Israel rübergeschickt wurden, um die Felder zu verbrennen und den Bürgern keine Ruhe zu geben.

In den Nachrichten ging es eigentlich nur darum. Ab und zu gab es dann das “Tröpfeln” einiger Raketen, die dann in einem kurzen Schlagabtausch zwischen den Seiten wieder beendet wurde. Auch die Welt befasste sich immer sehr viel und gerne mit diesem Konflikt hier bei uns. Besonders die Vereinten Nationen liebten es, Resolutionen gegen Israel zu verabschieden, an denen auch unsere “Freunde” beteiligt waren, in dem sie sich der Stimme enthielten, wie es Deutschland immer wieder gerne getan hatte.  In Washington versuchte Ex-US-Präsident Donald Trump sein Glück mit dem berühmten “Jahrhundert-Deal”, erinnern Sie sich? Dieser Deal sollte das Problem hier bei uns endlich lösen. Doch Trump und sein Schwiegersohn scheinen vergessen zu haben, dass zu einem Deal immer zwei Seiten gehören. In diesem Fall lehnte die zweite Seite, Palästinenserchef Mahmud Abbas, den Deal vehement ab, sogar schon lange bevor es überhaupt Einzelheiten über den Deal gab. Heute ist der Deal vielleicht in irgendeiner Schublade im Weißen Haus versteckt und Trump spielt Golf in Florida.

Ein Bild aus der Vergangenheit.  Jeden Freitag gab es den “Marsch der Rückkehr”.

Und heute? Heute können wir uns kaum an diese Zeiten erinnern, es fühlt sich an, als sei es “sehr lange her”. Wir leben jetzt in einer anderen Realität, auch die Welt hat nun keine Zeit mehr, sich mit uns zu beschäftigen oder uns zu kritisieren. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Plötzlich ist Israel in der ganzen Welt in den Schlagzeilen, die alles andere als negativ sind. Plötzlich gibt es lobende Worte für Israel. “Warum schafft es das kleine Israel und wir nicht?”, fragten zum Beispiel die Medien in Deutschland in Bezug auf die Impfaktion bei uns in Israel gegen das Coronavirus. Ja, es war das Coronavirus, das die ganze Welt auf den Kopf stellte. Wir alle befassen uns eigentlich fast nur noch damit. Wir haben keine Zeit mehr für unsere anderen Probleme. Die Welt scheint durch diese Krise jetzt mehr vereinigt zu sein als je zuvor.

Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, ich möchte nicht sagen, dass jetzt alles gut ist. Das ist es sicher nicht. Die Coronakrise ist eine Katastrophe für uns alle. Aber vielleicht werden wir auch nach Corona friedlicher miteinander umgeben. Israels Friedensabkommen mit den Staaten aus der Golfregion ist ein guter Anfang dafür. Sie sehen, ich versuche, trotz dieser schweren Zeit optimistisch zu bleiben.  Aber Corona hat auch andere Probleme in unserer Gesellschaft freigelegt. So werden wir uns nach Corona sowohl mit den alten als auch mit den neuen Problemen auseinandersetzen müssen.

Noch etwas Geduld, bald haben wir Corona vielleicht hinter uns. Tel Aviv, gestern

Hoffen wir, dass wir Corona bald in den Griff bekommen. In der Zwischenzeit wird der Lockdown bei uns wahrscheinlich um eine weitere Woche verlängert werden. Wir dürfen unsere Geduld nicht verlieren. Nutzen wir diese Zeit für uns und unsere Familie. Wir gehen seit Beginn des Lockdowns fast jeden Tag in unserer Nachbarschaft spazieren. Das haben wir vorher kaum getan. Das Titelbild zeigt den Anabe Park hier in Modiin. Er ist allerdings etwas mehr als einen Kilometer von unserem Haus entfernt. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Bevor sich der Winter wieder zurückmeldet, soll es heute noch etwas wärmer werden. In der kommenden Nacht wird es dann vom Norden bis zum nördlichen Negev wieder regnen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 20 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209.705 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 90,5 Zentimeter  bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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